50 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., September 1884.
Breite in 68° W-Lg am 3. April, wie 30° W-Lg in 23,5° N-Br am 13, März,
50° W-Lg in 20,7° N-Br am 20. März, 60° W-Lg in 22,5° N-Br am 28. März
und 70° W-Lg in 31,4° N-Br am 4. April überschritten worden, AMitsegler,
welche damals auf nördlicherer Route den Ocean kreuzten, trafen dort günstigere
Verhältnisse an und vollendeten daher die Reise in kürzerer Zeit, als der
„J. W. Gildemeister“ es that. Unter jenen befand sich die Bromer Bark „Olbers“.
Dieselbe trat ebenfalls am 17. Februar von der Weser aus die Reise nach
New-York an, schlug aber bei dem in der Nordsee angetroffenen frischen
SE-Winde den Nord um Schottland führenden Weg ein und gelangte auf dem-
selben am 20. Februar in Sicht von Fair Island. Hier wurde die Bark dann
aber durch während der nächsten Zeit herrschende stürmische Gegenwinde in
solcher Weise zurückgehalten, dafs am 27. Februar der Schiffsort noch in
59,6° N-Br und 2,9° W-Lg war. Erst nachdem die Verhältnisse günstiger
geworden waren, konnte man etwas rascher vorrücken. In der Nähe von
46,5° N-Br und 47° W-Lg gerieth „Olbers“ am 17. März in solch dichte Eis-
massen, dafs die Bark sich nur mit grofser Mühe davon wieder frei machen
konnte. „Olbers“ ankerte schliefslich am 27. März im Hafen von New- York,
Ein zweiter Mitsegler war das nach Baltimore bestimmte Bremer Vollschiff
„Maryland“, Dasselbe, welches den Kanal am 19, Februar verlassen hatte,
überschritt den Atlantischen Ocean, indem es sich dort für die längste Zeit in
der Nähe von 30° N-Br hielt, ohne dabei das Passatgebiet zu berühren. Die
auf dieser Route angetroffenen Winde waren verhältnilsmäfsig recht günstige,
so dafs das Schiff bei denselben bis zum 6. April zur Chesapeake-Bai segeln
konnte. Zur Vollendung der Fahrt über den Ocean, vom Kanal oder Fair
Island ab, waren also für „J. W. Gildemeister“ 42, für „Olbers“ 35 und für
„Maryland“ 46 Tage erforderlich gewesen. Noch ein anderer Mitsegler, das
am 19, Februar von der Weser aus eine Reise nach New- York antretende Voll-
schiff „Hedwig“, welches sich am 26. Februar bei Fair Island befunden hatte,
erreichte seinen Bestimmungsplatz am 1. April nach 34tägiger Fahrt.
Nachdem der „J. W. Gildemeister“ in New- York mit einer für Melbourne
bestimmten Ladung beladen worden war, trat derselbe am 6. Juni die Reise
nach diesem Platze an. Mäfsiger beständiger Westwind begünstigte den Anfang
der Fahrt, und konnte man bei demselben bis zum 18. Juni nach 28° N-Br in
36,4° W-Lg vorrücken, bevor eine Störung eintrat. In der Nähe dieses Punktes
ging die zuletzt aus hoch südlicher Richtung wehende leichte Briese bei einem
höchsten Barometerstande von 770,0 mm in Stille über. Nachdem dieselbe
wenige Stunden gedauert hatte, trat der rasch auffrischende NE-Passat an
deren Stelle, bei dem die Reise aufs Neue einen recht befriedigenden Verlauf
nahm. Bis nach 12° Nord wehte kräftiger Passat; südlich von dieser Breite
trat derselbe schwächer auf und schliefslich endete er am 27, Juni in geringer
Entfernung von 9° N-Br und 25° W-Lg in Stille. Nachdem das sich nun im
Stillengürtel befindende Schiff bei der dort vorherrschenden östlichen und süd-
lichen Mallung bis zum 1. Juli nach unweit 7° N-Br in 23,5° W-Lg vorgerückt
war, wurde leichte südwestliche, schon von starker Ostströmung begleitete Briese
angetroffen, bei der mit St-B.-Halsen gesegelt wurde. Als 6° N-Br in 20,3° W-Lg
am 3. Juli erreicht worden war, wurde gewendet, südwestwärts gesegelt und
am 7. Juli der Aequator in 28° W-Lg überschritten. Der 7. Juli war der 31.
seit der Abreise verflossene Tag. Während dieser Zeit hatte man: 30° N-Br
in 39° W-Lg am 16. Juni, 20° N-Br in 31,6° W-Lg am 22. Juni und 10° N-Br
in 25° W-Lg am 26. Juni, wie 70° W-Lg in 39,2° N-Br am 7. Juni, 60° W-Lg
in 37,5° N-Br am 9. Juni, 50° W-Lg in 34° N-Br am 13. Juni und 40° W-Lg
in 30,5° N-Br am 16. Juni gekreuzt. Das von Cardiff nach San Francisco be-
stimmte Bremer Vollschiff „Kaiser“, welches 50° N-Br am 4. Juni verlassen
hatte, erreichte südliche Breite in 29,2° W-Lg am 9. Juli, und die auf einer
Reise von Glasgow nach Callao begriffene eiserne Elsflether Bark „Pallas“,
welche sich in 50° N-Br am 1. Juni befunden hatte, gelangte zum Aequator in
27,8° W-Lg am 8, Juli. Am Mittage des 28. Juni war der Standpunkt von
„J. W. Gildemeister“ in 8,3° N-Br und 25° W-Lg, von „Kaiser“ in 9° N-Br
und 27,3° W-Lg und von „Pallas“ in 8° N-Br und 25,3° W-Lg gewesen. Als
östlichsten Punkt berührte „J. W. Güldemeister“ 6° N-Br in 20,3° W-Lg am