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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1885. 
einige Tage früher dahin kommende „Malinche“, Als Folge davon befand sich 
diese Bark am Mittage des 27. März in 32,1° S-Br und 32,1° W-Lg, gegen den 
gleichzeitigen Standpunkt des Mitseglers in 23,6° S-Br und 27,9° W-Lg. „Ma- 
linche“ wurde damals von Kkräftigem, sich wenige Wachen nachher durch S 
nach SSE veränderndem Winde begünstigt, während der Wind bei „Anna“ 
aus N in Stärke 5 wehte. Ein schwacher unbeständiger südöstlicher Wind 
wurde indessen auch von dieser Bark am nächsten Tage angetroffen; SE- Wind, 
der den Namen Passat verdient, jedoch erst am 31. März in geringer Entfernung 
von 16° S-Br und 27,5° W-Lg. Zur Zeit als der Passat bei „Anna“ am 
7. April in 2,4° S-Br und 26,6° W-Lg endete, befand sich „Malinche“ noch in 
5° S-Br und 26,1° W-Lg. 
Auch in nördlicher Breite wurden beide Mitsegler zunächst noch durch 
Mallung und Stille zurückgehalten. Bei „Malinche“ stellte sich der NE-Passat 
ein, als die Bark sich am 17. April in der Nähe von 2,3° N-Br und 28,5° W-Lg 
befand, während dasselbe bei der gleichzeitig in 3° N-Br und 27,8° W-Lg 
stehenden „Anna“ fast genau 24 Stunden später stattfand. Von dem durchweg 
in befriedigender Stärke wehenden Passat wurde „Malinche“ bis nach 30,2° N-Br 
in 38,3° W-Lg begleitet. Als die Bark sich dort am 1. Mai befand, veränderte 
sich der ganz schwach gewordene Wind, bei einem höchsten Barometerstande 
von 769,0 mm, nach SE. Für „Anna“ schien die polare Passatgrenze am 
29. April in geringer Entfernung von 28,8° N-Br und 38,2° W-Lg zu liegen. 
Nördlich vom Passatgebiet wurde „Malinche“ zunächst durch fast nur aus süd- 
östlicher und südwestlicher Richtung kommende Winde, die jedoch nur geringe 
Stärke besafsen, begünstigt. Nachdem man schon 44,5° N-Br in 25° W-Lg 
erreicht hatte, stellten sich noch wieder mehrere Tage anhaltende Ostwinde ein, 
die anfänglich frisch, später nur sehr schwach wehten. Durchstehende West- 
winde, bei denen der letzte Reiseabschnitt schliefslich in rascher Weise voll- 
endet werden konnte, wurden am 17. Mai in geringer Entfernung von 46,5° N-Br 
in 23° W-Lg angetroffen. Dieselben führten die Bark bis zum 22, Mai znr 
Mündung des Kanals. Der 22. Mai war der 131. seit der Abreise von La 
Libertad verflossene Tag. Im Nordatlantischen Ocean hatte man 38 Tage zu- 
gebracht und dort: 10° N-Br in 35,2° W-Lg am 22. April, 20° N-Br in 
38,8° W-Lg am 26. April, 30° N-Br in 38,4° W-Lg am 1. Mai und 40° N-Br 
in 30,5° W-Lg am 8. Mai gekreuzt. Der Mitsegler „Anna“ sichtete Lizard 
ebenfalls am 22. Mai. Noch ein anderer Mitsegler, der eiserne Hamburger 
Dreimastschoner „Gustav Adolph“, welcher, von Corinto kommend, sich am 
9. Februar beim Kap Horn befunden, der den Aoquator in 33,8° W-Lg am 
8. April verlassen hatte, überschritt den Meridian von Lizard am 23. Mai. 
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5. Reise der Bremer Bark „C. R. Bishop“, Kapt. H. Wolters. 
Die auf einer ihrer gewöhnlichen Reisen nach Honolulu begriffene Bark 
„C. R. Bishop“, welche am 9. April 1884 die Weser verlassen hatte, befand 
sich am 14. April bei Lizard. Der die Reise bis dahin begünstigende Ostwind 
hielt auch noch im offenen Ocean an und wurde erst schwach und unbeständig, 
nachdem die Bark von ihm bis zum 19. April nach 40° N-Br in 15,4° W-Lg 
geführt worden war, Südlich von diesem Punkte beobachtete man an mehreren 
Tagen schwache unbeständige Winde, dagegen waren die auf diese folgenden 
frischen NE- und W-Winde einem raschen Vorrücken nach Süden ganz günstig. 
Zur polaren Passatgrenze gelangte die Bark am 24. April. Der schwache Wind 
veränderte sich an diesem Tage, bei einem Barometerstande von 763,5 mm von 
NNW durch N nach NNE und wurde Passat. Bei diesem bald recht kräftig 
wehenden Winde nahm die Reise dann aufs Neue einen günstigen Verlauf. 
Eine Unterbrechung desselben trat erst wieder ein, nachdem man am 5. Mai 
zu der in 1,9° N-Br und 25,9° W-Lg gelegenen äquatorialen Passatgrenze ge- 
kommen war. Zur Ueberschreitung des hier betretenen Stillengürtels war kaum 
mehr als ein halber Tag erforderlich, Schon am 6. Mai gelang es, in 1,4° N-Br 
und 25,7° W-Lg den SE-Passat wieder anzutreffen, bei dem der „C. R. Bishop“ 
bis zum 7. Mai zu der in 25,8° W-Lg überschrittenen Linio segelte. Um zu 
derselben vom Kanal.her zu gelangen, waren 28 Tage erforderlich gewesen. 
Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 15,4° W-Lg am 19. April, 
30° N-Br in 19,6° W-Lg am 24. April, 20° N-Br in 25,3° W-Lg am 29. April
	        
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