accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

532 
Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1885. 
Von La Libertad aus trat „Malinche“ am 11. Januar 1885 die Rückreise 
nach dem Heimathshafen an. Auf See segelte man bei dem nun wehenden 
frischen NE-Passat südwärts und rückte bia zum 17. Januar nach 4,4° N-Br in 
94° W-Lg vor, bevor die äquatoriale Passatgrenze erreicht wurde. Südlich 
von diesem Punkte beobachtete man zunächst an einem Tage leichte Mallung 
und Stille und dann einen schwachen, aber ziemlich beständigen Südwind, bei 
dem mit B-B.-Halsen gesegelt wurde. Als sich der Wind später in südsüd- 
westlicher Richtung hielt, wurden auch St-B.-Halsen benutzt. . Bei schwacher 
Briese aus SSE ging „Malinche“ am 27. Januar in 102° W-Lg von nördlicher 
in südliche Breite über. Der 27, Januar war der 16. bis dahin auf See zu- 
gebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° N-Br in 92° W-Lg am 
13. Januar und 5° N-Br in 94,2° W-Lg am 16. Januar gekreuzt. Die in der 
Nähe des Aequators gemessene Wasserwärme betrug nun Z5° C. Die Strömung 
versetzte die Bark dort in zwei Tagen 76 Sm nach Westen. 
Der in südlicher Breite bei 1,5° S-Br auffrischende und dann ziemlich 
beständig wehende Passat begleitete „Malinche“ bis nach 33° S-Br in 114° W-Lg. 
Von 26,5° S-Br an hatte derselbe nur noch ganz schwach geweht, um dann 
schließlich in der Nähe des letzteren Punktes in Stille zu enden, Man beob- 
achtete dort einen höchsten Barometerstand von 769,2 mm. Nachdem die 
fernere Reise durch die südlich von der äquatorialen Passatgrenze herrschende 
Mallung und Stille eine längere Verzögerung erlitten hatte, stellte sich endlich 
am 20, Februar, in geringer Entfernung von 38° S-Br und 113,5° W-Lg und bei 
einem höchsten Barometerstande von 774,0 mm, ein günstiger Westwind ein, 
Da derselbe von Bestand war und kräftig durchfafste, wurde der Verlauf der 
Reise ein günstiger, und olne dafs sich ferner Erwähnenswerthes ereignete, 
segelte die Bark bis zum 6. März zur Länge des Kap Horn. Der 6. März 
war der 38. Tag, welcher seit dem Verlassen nördlicher Breite verflossen war. 
Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 110° W-Lg am 2. Februar, 20° S-Br 
in 111,7° W-Lg am 6. Februar, 30° S-Br in 43° W-Lg am 11. Februar, 40° S-Br 
in 112,6° W-Lg am 21. Februar und 50° S-Br in 95,5° W.Lg am 27. Februar 
gekreuzt. Der einzige bedeutende Sturm, von dem die Fahrt bis dahin be- 
unruhigt worden war, hatte am 3. März bei 54° S-Br in 80° W-Lg geherrscht. 
Er wehte in orkanartiger Stärke aus N und war von einem niedrigsten Baro- 
meterstande von 721,1 mm begleitet. Ein Ausschiefsen des Windes nach hoch 
südlicher Richtung fand während dieses Sturmes nicht statt. 
Im Südatlantischen Ocean traten die Westwinde nicht so beständig auf, 
wie sie es während der letzten im Grofsen Ocean zugebrachten Zeit gethan 
hatten. Sie waren wiederholt unerwünscht flau und wurden auch mehrere Male 
von östlichen Winden unterbrochen. Nördlich von 42° S-Br hielt sich der 
Wind für lange Zeit im östlichen Halbkreise. Da seine Stärke dann eine sehr 
geringe, das Vorkommen von Windstille dabei ein häufiges war, erlitt die 
Reise nun eine bedeutende Verzögerung. Günstiger war dagegen der nördlich 
von 35° S-Br wieder angetroffene frischere Westwind. Man segelte bei dem- 
selben bis zum 27. März nach 31,5° S-Br in 31° W-Lg. Ganz ungewöhnlich 
günstig, wie selten, war dann der schon hier durch eine Drehung des frischen 
Windes von SW durch S nach SE erfolgende Uebergang des Windes in den 
Passat. Es geschah dasselbe bei einem höchsten Barometerstande von 768,6 mm, 
Als „Malinche“ bei dem anfänglich recht kräftig wehenden Passat bis nach 
5° S-Br gesegelt hatte, wurde derselbe schwach, und unweit von 3,8° S-Br in 
26,3° W-Lg endete derselbe in leichte Mallung. Bei solcher mufste man den 
noch vorliegenden Weg zum Aequator zurücklegen. Da der Fortgang nun 
aufserdem auch noch durch häufige Windstillen erschwert wurde, konnte erst 
am 14. April der in 26,7° W-Lg überschrittene Aequator erreicht werden. Um 
zu demselben vom Kap Horn her zu gelangen, waren 39 Tage erforderlich 
gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br in 52,4° W-Lg am 10. März, 
40° S-Br in 40,5° W-Lg am 19. März, 30° S-Br in 29,3° W-Lg am 28. März, 
20° S-Br in 26° W-Lg am 1. April und 10° S-Br in 25,7° W-Lg am 5. April 
gekreuzt, Die auf einer Reise von Levuka nach Falmouth begriffene Hamburger 
Bark Anna, welche sich am 4. März beim Kap Horn befunden hatte, passirte 
die Linie in 26,1° W-Lg am 13. April. Dieses Schiff hatte im Südatlantischen 
Ocean anfänglich bedeutend günstigere Verhältnisse angetroffen, als die nur
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.