Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Juni 1885.
am 5. Januar, 60° O-Lg in 29,5° S-Br am 21, Januar und 30° O-Lg iu 34,3°
S-Br am 30. Januar gekreuzt.
Der von unweit 32,5° S-Br an wehende frische SSE-Wind, bei dem
„Louise“ wieder nördlich von 30° S-Br gelangte, wurde nicht unmittelbar zum
Passat. Nördlich von 29° S-Br wurden vielmehr noch an zwei Tagen wieder
westliche Winde und Stille angetroffen, und erst als südwestlicher Wind am
10. Februar auffrischte und durch S nach SE drehte, fand man den Passat.
Die polare Grenze desselben schien in der Nähe von 27,8° S-Br und 7,6° O-Lg
zu liegen. Der später nur in mäfsiger Stärke wehende Passat begleitete die
Bark kaum bis zur Linie. Wenige Meilen südlich derselben endete der schon
seit einem Tage nur noch als leiser Zug wehende Passat in kurze Stille. Bei
schwacher südöstlicher Briese ging „Louise“ am 1. März in 24,7° W-Lg von
südlicher in nördliche Breite über. Zur Vollendung der zwischen 30° S-Br und
Aequator liegenden Strecke waren 21 Tage erforderlich gewesen. Während
dieser Zeit hatte man: 20° S-Br in 1,5° W-Ly am 15. Februar und 10° S-Br in
14,8° W-Lg am 23. Februar gekreuzt.
In nördlicher Breite wurde „Louise“ später noch wieder für einen Tag
von verhältnifsmäfsig frischem und beständigem SE-Winde begünstigt. Lang-
anhaltende Mallung oder Stille wurde gar nicht beobachtet. Zu der in 4,6°
N-Br und 25,9° W-Lg liegenden, äquatorialen Passatgrenze gelangte die Bark
am 5. März, Im Passatgebiete selbst wurde man zwischen 5,5° und 30° N-Br
vom frischesten Winde begünstigt. Günstig, wie im Allgemeinen die Stärke
and raume Richtung des Passats gewesen, war auch die verhältnifsmälsig weite
Ausdehnung seines Gebietes nach Norden. Derselbe endete erst, als „Louise“
von ihm bis zum 20. März nach 37,9° N-Br in 36,5° W-Lg geführt worden war.
Als der schwach gewordene, nun aus südöstlicher Richtung wehende Wind dort
in kurze Stille endete, hatte der Luftdruck einen höchsten Stand von 777,7 mm
erreicht. Indem das Barometer sich jetzt für längere Zeit auf einem hohen
Stande hielt, folgten ganz schwache umlaufende, von häufigen Stillen unter-
brochene Winde von längerer Dauer. Während diese anhielten, sichtete man
verschiedene zur Azoren-Gruppe gehörende Inseln, Am 23. März wurde Flores,
am folgenden Tage Pico und am 26. und 27. März Terceira und St. Miguel
gesehen. Der letzte Reiseabschnitt erforderte ebenfalls durch die auf ihm vor-
herrschenden, theils heftig wehenden, nordöstlichen Winde eine lange Zeit. Sie
bewirkten, dafs erst am 6. April auf der Rhede von Lissabon geankert werden
konnte. Der 6. April war der 114. seit der Abreise von der Balı-Strafse ver-
Aossene Tag. In nördlicher Breite hatte man 36 Tage zugebracht und dort:
10° N-Br in 31,8° W-Lg am 8. März, 20° N-Br in 36,7° W-Lg am 13. März
and 30° N-Br in 38° W-Lg am 16. März gekreuzt.
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4. Reise der Hamburger Bark „Malinche‘, Kapt. C. W. Kling.
Am 21. Juni 1884, acht Tage später als die Elbe verlassen worden war,
befand sich die nach La Union bestimmte Bark „Malinche“ bei Lizard, Die-
selbe wurde auf ihrem Wege nach Süden zunächst. von mäfsigen nordwestlichen
Winden begünstigt, bei denen sie bis zum 24. Juni nach 44,5° N-Br in 11°
W-Lg vorrückte. Nicht weit von diesem Punkte entfernt veränderte sich der
Wind durch N nach NNE, um sich dann für mehrere Tage im nordöstlichen
Viertel zu halten. Die Reise nahm darauf, obgleich dieser Wind noch nicht
in den Passat überging, einen weiteren befriedigenden Verlauf. Die polare
Passatgrenze schien am 28. Juni bei 375° N-Br in 16,5° W-Lg zu liegen,
Nachdem der schwache Wind dort zum zweiten Male durch N nach NNE ge-
dreht hatte, blieb seine Richtung eine nordöstliche. Man beobachtete in der
Nähe dieses Punktes einen höchsten Barometerstand von 771,0 mm. Südlich
von 29° N-Br trat der Passat frisch und beständig auf, Er begleitete die sich
östlich von den Kap Verde-Inseln haltende Bark, bis sich dieselbe am 10. Juli
in 11,3° N-Br und 21,8° W-Lg befand. Nachdem der Passat in geringer Ent-
fernung von diesem Punkte in kurze Stille geendet hatte, folgte auf diese bald
ein unbeständiger nordwestlicher Wind, bei dem man in zwei Tagen nach
8,3° N-Br in 22° W-Lg segelte. Derselbe endete in leisen Zug, und aus diesem
entwickelte sich bald der frisch und beständig wehende SW-Monsun, welcher,
ron östlicher Strömung begleitet, das mit St-B.-Halsen segelnde Schiff bis zum