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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Kingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1885. 
dieser Luftdruck erreicht worden war, stellte sich Stille ein, und auf diese 
folgte ein frischer Ostwind von mehreren Tagen Dauer. Vom 28. September 
an nahm die Reise bei dem sich nun meist in westlicher oder hoch nördlicher 
Richtung haltenden Winde wieder einen günstigen Verlauf, Am 4. Oktober, 
21 Tage später als westliche Länge verlassen worden war, gelangte „Louise“ 
nach 38,2° S-Br in 80° O-Lg. 
Oestlich von 80° O-Lg hielt sich der frische Wind für ungewöhnlich 
lange Zeit in hoch nördlicher Richtung. Der beständig hohe Luftdruck stieg 
dann bis auf den unweit 35,5° S-Br in 90° O-Lg abgelesenen höchsten Stand 
von 776,3 mm. Bei jenem Winde liels sich wohl ein befriedigend rascher Fort- 
gang nach Osten erzielen, nicht aber später der gewünschte nördliche Kurs ein- 
halten. Als die Bark sich am 12. Oktober bei 29° S-Br in 103° O-Lg befand, 
endete der den Tag vorher nordwestlich gewordene Wind in leisen Zug und 
Stille. Es vergingen dann noch mehrere Tage, bevor es gelang den SE-Passat 
anzutreffen, Derselbe begann, indem sich der mäfsige Wind am 18. Oktober, 
in geringer Entfernung von 22,5° S-Br und 104° O-Lg und bei einem Barometer- 
stande von 766,0 mm, von SW durch S nach SE veränderte. Der kräftige 
Passat führte „Lowise“ dann bis zum 23. Oktober in Sicht von Java Head. 
Am 25. Oktober ankerte die Bark auf der Rhede von Batavia. Um zu der- 
selben vom La Plata her zu gelangen, waren 56 Tage erforderlich gewesen, 
Destlich von 80° O-Lg hatte man: 30° S-Br in 102,5° O-Lg am 12. Oktober, 
20° S-Br in 104,1° ÖO-Lg am 19. Oktober und 10° S-Br in 104,5° O-Lg am 
23. Oktober gekreuzt. 
Von Batavia versegelte „Louise“ nach Soerabaya, und nachdem die Bark 
in diesem Platze eine Ladung Zucker eingenommen hatte, ging sie am 4, De- 
zember wieder in See, um nach dem Ordrehafen Lissabon zurückzukehren. Am 
8. Dezember wurde die Bali-Strafse erreicht und am 9. Dezember in der Nähe 
von Banjowangi geankert. Nachdem man hier, der stark nach Norden setzenden 
Strömung halber, zwei Tage lang gewartet hatte, wurde die Reise fortgesetzt 
and am 13. Dezember der offene Indische Ocean betreten. Als die Bark sich 
am 14. Dezember bei 9,8° S-Br in 115° O-Lg befand, wurde die Führung des 
meteorologischen Journals wieder angefangen. Bei dem dort herrschenden, 
ganz leichten südwestlichen Winde wurde mit St-B.-Halsen gesegelt. Als 
14° S-Br überschritten worden war, wurde die Briese etwas lebhafter, und als 
der Schiffsort am 23. Dezember 18,6° S-Br in 1155° O-Lg geworden war, 
wurde gewendet und mit B-B.-Halsen gesegelt. Indem man nun in langsamer 
Fahrt nach Westen und etwas auch nach Norden fortschritt, drehte der schwache 
Wind langsam nach S. Als seine Richtung am 28, Dezember in geringer Ent- 
fernung von 17,5° S-Br und 107° O-Lg eine östlich von S liegende geworden 
war, nahm der Wind bis zur mäfsigen Briese zu. Nach einigen Tagen wurde 
die Windstärke jedoch wieder eine ganz geringe, selbst Stille stellte sich noch 
wieder ein, und wurde ein durchstehender kräftiger Passat erst viel später 
angetroffen. Bei solchem konnte man nur die zwischen 22,4° S-Br in 88° O-Lg 
and 24° S-Br in 76,5° O-Lg liegende Strecke zurücklegen. Die übrigens nur 
andeutlich erkennbare polare Passatgrenze lag dem Anscheine nach am 
18. Januar 1885 in etwa 28° S-Br und 65° O-Lg. Der zum ganz leisen Zuge 
herabgesunkene Wind veränderte sich dort, bei einem Barometerstande von 
165,0 mm, nach NE. In geringer Entfernung von 29,8° S-Br in 59° O-Lg lief 
der kräftige Wind am 21. Januar in rascher Drehung von N durch W nach S 
ınd SE, um sich dann für recht lange Zeit im letzteren Viertel zu halten, für 
mehrere Tage aus demselben heftig zu wehen. Die Reise nahm dabei einen 
recht günstigen Verlauf. Westwinde wurden nicht eher angetroffen, als bis 
„Louise“ sich am 1. Februar in der Nähe von 35° S-Br und 26° W-Lg befand. 
Auf dort beginnenden leichten Westwind folgte nach zwei Tagen schon wieder 
ein frischer SE-Wind, der die Bark bis zur SW-Spitze von Afrika führte. Bei 
schwachem SW-Winde wurde am 4. Februar das Kap der guten Hoffnung er- 
olickt, und bei frischem SSE-Winde überschritt „Louise“ am 8, Februar wieder 
den in 10,8° O-Lg berührten Parallel von 30° Süd. Der 8. Februar war der 
57, seit der Abreise von der Bali-Stralse verflossene Tag. Während dieser 
Zeit hatte man: 10° S-Br in 115,4° O-Lg am 14. Dezember, 20° S-Br in 95° 0-Lg 
am 3. Januar, 30° S-Br in 56° O-Lg am 22, Januar, 90° O-Ley in 21.4° S-Br
	        
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