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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Witterungs- und Strömungsverhältnisse auf der Rhede von Takao. 
Bucht Juli oder August, auf Sylt und Helgoland aber Oktober. Aeltere Beob- 
achtungsreihen geben für die Deutsche Nordseeküste meistentheils ein abweichen- 
des Resultat, und zwar stellen sich nach Dr. van Bebber’s „Regentafeln für 
Deutschland“ die Monate Februar bis April als die regenärmsten, August und 
September als die regenreichsten heraus, nämlich im südlichen Theile der 
August, im Norden der September. In der That ist die Vertheilung des Regens 
über das Jahr hier aufserordentlich veränderlich, wie das folgende Beispiel 
zeigt: der regenreichste Monat war in Hamburg 1877 der Februar, 1879 der 
Juni, 1881 und 1883 der Juli, 1878 der August, 1880 und 1884 der Oktober, 
1882 der November und 1876 der Dezember; der regenärmste Monat war 1876, 
{879 und 1880 der Januar, 1884 der März, 1877, 1881 und 1883 der April, 
1882 der September und 1878 der Oktober. Die unperiodischen Variationen 
überdecken also hier die schwache jährliche Periode gänzlich, und das um so 
mehr, als die Südküste der Helgoländer Bucht gerade an der Grenze der Ge- 
biete mit Sonımerregen und mit Herbstregen liegt; etwas nördlicher ist die 
Periode schon um Einiges beständiger, indem auf Sylt und Helgoland in diesen 
neun Jahren das Maximum des Regenfalls immer auf einen der Monate August 
bis November fiel, nämlich beziehungsweise 4 und 3 Mal auf August, 2 und 
1 Mal auf September, 2 und 3 Mal auf Oktober, 1 und 2 Mal auf November. 
In Borkum und Wilhelmshaven hingegen fiel es in diesen Jahren 2 Mal auf Juli, 
3 Mal auf August und 2 Mal auf Oktober, ferner in Borkum je 1 Mal auf 
September und November, in Wühhelmsehaven je 1 Mal auf März und Juni. 
Regelmäfsiger spricht sich die jährliche Schwankung aus, wenn wir die 
Monate in der bekannten Weise (Dez.—Febr. = Winter etc.) zu Jahreszeiten 
verbinden. Wir finden dann: 
Mittel 1876—84. 
Winter Frühling 
168 132 224 
125 116 252 
179 134 256 
164 118 208 
188 119 213 
Sommer 
Herbst 
Borkum . . . 
Wilhelmshaven . . 
Hamburg . . + + 
Zeitum +. „, . +4 
Helgoland . . . 
254 
203 
212 
283 
988 
Die Regenmenge des Herbstes nimmt also nach Norden, jene des Sommers 
und zum Theil auch die des Frühlings nach Süden zu, während im Winter die 
Regenmenge gleichmäfsig vertheilt ist; Wilhelmshaven nimmt, aus Ursachen, die 
noch näher untersucht werden müfsten, eine Sonderstellung ein. 
Witterungs- und Strömungsverhältnisse auf der Rhede von Takao 
an der Westküste von Formosa während der Zeit 
vom 1. bis 20. Juni 1883. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Von Kapt. E. Westergaard von der Deutschen Bark „Ferdinand“ sind 
in seinem meteorologischen Journal Beobachtungen über Wind, Luftdruck, 
Luftwärme, Bewölkung, Wetter, Strömung und Seegang, die er während seines 
Aufenthalts auf der Rhede von Takao vom 1. bis zum 20. Juni 1883 anstellte, 
verzeichnet worden. Dieselben sind insofern von besonderem Interesse, als 
während der genannten Zeit in Takao ein sehr heftiger Taifun auftrat. Die 
Beobachtungszeiten waren 8* a. m., Mittag, 4* p. m. und 8 p. m. 
Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dafs der Wind vorherrschend 
nördlich und nordwestlich war. Etwa 60%, aller notirten Winde hatten eine
	        
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