accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

564 
Regenmenge in der Helgoländer Bucht. 
dem Leouchtthurm verwendeten Instrumente und Methoden nach der Insel hinüber- 
zusenden und später, nachdem es nicht gelungen war, auf diesem Wege die 
Ursache der Anomalie zu entdecken, einen Regenmesser der Seewarte nebst 
Mefsglas dem Beobachter, Herrn Lehrer Schmidt, zu liefern, welcher sich 
erbot, für dessen regelmäfsige Ablesung Sorge zu tragen. Bei der erwähnten 
Inspektion zeigte sich, dafs der alte Regenmesser in nicht unzweckmäfsiger 
Weise in der Ortschaft zwischen niedrigen Gebäuden, die ihn nur um ca 20° 
überragten, nicht ganz 2m über dem Boden aufgestellt war, und daß der 
Beobachter die, allerdings kompliecirte, Umrechnung seiner Angaben instruktions- 
gemäfs und richtig aus(führte. Die Oeffnung des Regenmessers war 1000 qem, 
gemessen wurde mit einem in Kubikcentimeter getheilten Glase, aber die 
erhaltenen Zahlen sofort umgesetzt in par, Kubikzoll auf einen Quadratfuls, 
nach der Skala 1g = 0,054 Kubikzoll. KEinen zweiten Regenmesser gab es 
auf der Insel nicht. 
Ende 1881 wurde der Regenmesser der Seewarte auf dem grofsen sogen. 
Schulplatz aufgestellt, wo er auch seitdem geblieben ist; der Regenmesser der 
Station erhielt am 1. März 1882, da der Beobachter die Wohnung wechselte, 
eine neue Stelle in der „Hamburg Street“ .und wurde am 1. November 1883 
ebenfalls auf den Schulplatz versetzt, wo er 4m von jenem der Seewarte ent- 
fernt aufgestellt wurde. Die Regenmenge in jedem der Regenmesser wurde 
mit dem zu demselben gehörenden Moefsglase gemessen. Wie man aus der 
folgenden Tabelle sehen kann, haben diese Ortsveränderungen keinen merkbaren 
Einflufs auf das Resultat gehabt. 
1882 
1883 
1884 
1885 
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. dahr 
Station 114 72 121 125 62 146 139 396 251 178 313 12) 2046 
Seewarte 57 32 54 53 27 62 59 175 111 78 14 45 897 
{ Station 108 80 57 25 57 56 286 107 184 252 376 340 1928 
\ Seewarte 48 40 29 10 24 23 122 49 75 126 156 138 840 
f Station 268 165 76 23 172 63 220 107 148 312 83 87 — 
\ Seewarte 103 58 30 11 76 27 101 46 54 126 8 83 715 
f Station 51 6/ 13 36 9% 21 6 
\ Seewarte 45 67 13 35 97 % 7 
In dem Zeitraum Januar 1882 bis Oktober 1884 hat der Regenmesser 
der Station durchschnittlich eine 2!/s Mal so grofse Regenhöhe ergeben, als 
jener der Seewarte. Am 1. November 1884 wurde der Regenmesser der Station 
ersetzt durch einen neuen, vom Meteorologischen Institut in Berlin erhaltenen, 
und nun verschwindet der Unterschied nahezu vollständig; die Differenz im 
Januar fällt fast ausschlieflslich dem 29. Januar zur Last, wo im Regenmesser 
der Station 28,6, in jenem der Seewarte 23,2 mm gemessen wurden, und beruht 
also vermuthlich auf einem Versehen; ergiebt sich, wie die Monate Dezember 
und April erwarten lassen könnten, auch fernerhin eine Tendenz zu etwas 
niedrigeren Angaben beim Regenmesser der Seewarte, so wird dieses wahr- 
scheinlich an Unterschieden der Mefsgläser liegen, welche leider in den untersten, 
am häufigsten in Gebrauch kommenden Theilen der Skala nicht immer mit der 
erforderlichen Genauigkeit hergestellt werden und dadurch konstante kleine 
Fehler in die Messungen einführen. 
Um zu gehen, inwieweit sich die vorhandenen Beobachtungen der übrigen 
mit Regenmessern versehenen Stationen in der Umgebung der Heigoländer 
Bucht zu einem Gesammtbilde vereinigen lassen, stellen wir in der folgenden 
Tabelle für das eine Jahr 1882 die Messungen von 4 Normal-Beobachtungs- 
stationen der Seewarte (mit „D. S.“ bezeichnet), 11 Signalstellen derselben 
(„Sign.“), dem Regenmesser der Seewarte auf Helgoland, 10 Stationen des 
Preufsischen Instituts („Pr.I.“) und 1 forstlich-meteorologischen Station („F.5St.“) 
aus diesem Gebiete zusammen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.