Eingänge von meteorologischen Journalen etc., September 1884.
Die Bark hatte allein bei den zu einem grofsen Depressionsgebiete gehörenden
Winden die ganze Umsegelung des Kap Horn vollendet. Sie hatte, wie es
nicht günstiger gedacht werden kann, frischen, bei abnehmendem, aber noch
verhältnifsmäfsig hohem Luftdruck wehenden Nordwind nördlich von Staaten
Land gefunden und war, als die bei dem niedrigsten Stande des Luftdrucks
zu erwartende Windveränderung nach hoch südlicher Richtung eintrat, gerade
weit genug nach Süden und Westen vorgerückt gewesen, um in rascher Fahrt
nach Westen und später in derselben Weise mit B-B.-Halsen nach Norden
segeln zu können. Und dazu war während dieser ideal zu nennenden Kap
Horn-Umsegelung nur während sechs Stunden Wind in der Stärke 8 beobachtet
worden. Unter Hunderten von Kap Horn-Reisen wird vielleicht keine einzige
in ähnlicher Weise begünstigt. Es zeigen dieses die zahlreichen in „Maury’s
Sailing Directions“ mitgetheilten Reisen amerikanischer Schiffe. Unter 393
dort angegebenen, zwischen 50° S-Br im Atlantischen und 50° S-Br im Grofsen
Ocean, der Mehrzahl nach von grofsen Klipperschiffen ausgeführten Reisen be-
finden sich fünf von 8 Tagen und nur drei von 7 Tagen Dauer.
Als „Parnass“ im Grofsen Ocean wieder nördlich von 50° S-Br gelangte,
zeigte das seit dem 9. April langsam und beständig steigende Barometer auf
761,2 mm, Als dasselbe am 14. April in der Nähe von 48° S-Br einen höchsten
Stand von 765,0 mm erreicht hatte, nahm der westliche Wind bis zum ganz
leisen Zuge ab, und indem dieser sich nach NE veränderte und auffrischte,
begann auch gleichzeitig der Luftdruck wieder zu sinken. Als „Parnass“ 40°
S-Br überschritten hatte, wurden nordwestliche Winde angetroffen, die auf dem
ganzen noch vorliegenden Theil der Reise vorherrschend blieben. Durch das
Auftreten derselben erlitt die Reise noch eine bedeutende Verzögerung. Am
26. April, nur 70 Tage später, als der Kanal verlassen worden war, ankerte
„Parnass“ auf der Rhede von Valparaiso. 40° S-Br war in 79,6° W-Lg am
17. April gekreuzt worden.
Von Valparaiso aus versegelte „Parnass“ nach Iquique. Diese Reise
wurde am 3. Mai angetreten und bis zum 8. Mai beendet. In Zquique erhielt
die Bark eine für Hamburg bestimmte Ladung, und nachdem dieselbe verladen,
das Schiff wieder in segelfertigen Zustand gesetzt worden war, trat dasselbe
am 17. Juni die Heimreise an. Dieselbe erlitt durch die gleich anfangs in der
Nähe der Küste herrschende Stille und leisen Zug eine Verzögerung, nahm
jedoch, nachdem sich am 19. Juni der allmählich auffrischende SE-Passat ein-
gestellt hatte, einen günstigeren Verlauf. Als der Passat „Parnass“ bis zum
27. Juni nach 29,5° S-Br in 90° W-Lg geführt hatte, endete derselbe dort bei
auf 772,0 mm gestiegenem Barometerstand in Stille. Auf diese folgte bald ein
frischer Westwind, bei dem Kurs für Kap Horn gesteuert werden konnte. Der
Verlauf der Reise blieb nun ein günstiger. Verzögernd wirkten nur die südlich
von 45° S-Br für mehrere Tage herrschenden stürmischen Südwinde, wie die
unweit 76° W-Lg an zwei Tagen beobachteten östlichen Winde. Bei stür-
mischem NW-Winde überschritt „Parnass“ am 13. Juli, dem 26. bis dahin auf
See zugebrachten Tage, die Länge des Kap Horn. Auf dem Wege zu derselben
hatte die Bark: 30° S-Br in 89,9° W-Lg am 27. Juni, 40° S-Br in 86,5° W-Lg
am 2. Juli und 50° S-Br in 81,7° W-Lg am 8. Juli gekreuzt.
Im Atlantischen Ocean nahm die Reise der dort von kräftigen West-
winden begünstigten, in 48 Stunden einmal 537 Sm zurücklegenden sehr schnellen
Bark für längere Zeit einen sehr günstigen Verlauf. Ununterbrochen aus west-
licher Richtung wehende Winde führten „Parnass“ bis zum 23. Juli nach 37°
S-Br in 29,4° W-Lg, und nachdem sich dort der für kurze Zeit flaue Wind bei
einem höchsten Luftdruck von 772,2 mm durch S nach SE verändert hatte,
gewährte der aus letzterer Richtung rasch wieder kräftiger gewordene Wind
dem Schiffe aufs Neue eine günstige Gelegenheit. Bei ungünstigem, von NNW
nach NNE schwankendem Wind mufste die zwischen 28,5° und 23° S-Br
liegende Strecke zurückgelegt werden. Nachdem jener nördliche Wind in
geringer Entfernung von der letzteren Breite und 24° W-Lg bis zum leisen
Zuge abgenommen hatte, entwickelte sich aus letzterem noch an demselben
Tage der rasch auffrischende SE-Passat. Die polare Grenze desselben schien
am 31. Juli in etwa 22,7° S-Br und 24° W-Lg zu liegen. Man beobachtete
dort einen höchsten Barometerstand von 767,0 mm, Begünstigt von kräftigem
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