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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Fahrten an der Pacifischen Küste von Central-Amerika, 
Aus dem Reisebericht des Kapt. E. P. Bruhn, Führer des Schiffes 
„Asia“, über Fahrten an der Pacifischen Küste von Central-Amerika. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Auf meiner Reise von Hamburg nach Panamd habe ich mich stets nach 
der Segelanweisung der Seewarte gerichtet und damit, wie ich glaube, ganz 
befriedigende Resultate erzielt. Nur scheint es mir, dafs es zweckmäfsiger ist, 
beim Ansegeln von Panamd zur Zeit der nördlichen Winde Kap Mala statt in 
etwa 30 Sm Entfernung, wie die Anweisung empfiehlt, in einem noch gröfseren 
Abstande zu passiren und dann auf einem Buge nach der an St-B. liegenden 
Küste zu stehen. Wir machten das Land in der Nähe von Kap Escarpado 
und kreuzten dann unter der Küste, östlich von der Insel del Rey, nach Panamd 
auf. Da wir hier immer schlichtes Wasser und günstigen Strom hatten, 
machte dies trotz der nördlichen Winde durchaus keine Schwierigkeiten, Am 
6. Mai 1884 erreichten wir Panamd und ankerten in Im (5 Fad.) Tiefe, die 
SO-Bastion in NWzW und der Felsen San Jose in SzW am Kompafs. Die 
Dauer unserer Reise war von der Elbe 130 Tage (125 Tage von Lizard), wäh- 
rend von den zuletzt angekommenen Schiffen die Deutsche Brigg „J. H. Lübken“ 
180 und ein Dänischer Schoner 166 Tage Reise hatten. 
In Panamd kommen weder Quarantäne- noch Zollbeamte an Bord. Ohne 
deren Visite abwarten zu brauchen, kann man also sofort an das Land gehen, 
um seine Geschäfte zu besorgen, 
Am 20. Mai 1884 verliefsen wir Panamd, um nach Corinto zu versegeln, 
welchen Platz wir nach 10tägiger Reise am 30, Mai orreichten. Wir hielten 
ans nahe unter Land und hatten hier vorwiegend leichte nördliche, mitunter 
auch leichte südöstliche Winde. Das Einsegeln in C/orinto verursacht oft langen 
Aufenthalt, da der Lotse den engen Cardon-Kanal nur bei raumem Winde zu 
passiren wagt. Ich habe gesehen, dafs Schiffe mit dem Lotsen an Bord fünf 
Tage draufsen warten mufsten. 
Während unseres Aufenthalts in Corinto, vom 30. Mai bis zum 14, Juni, 
war das Wetter schön. Nur vereinzelt fanden in den Nachmittagsstunden Ge- 
witter mit Regenböen statt. Am Tage traten häufig leichte SE-Winde auf, 
während Nachts leichte Briesen aus NE wehten. Das Wetter war kühler und 
auch trockener als in Panamd, wo cs fast an jedem Tage regnete. 
Am 15. Juni um 3 Uhr Morgens traten wir mit einsetzender Landbriese 
unsere Weiterreise von Corinto nach La Libertad an. Wir hielten uns nahe 
der Küste — unser größter crreichter Abstand botrug 11 Sm — und hatten 
während der Nacht Landbriese mit starken Regenschauern, die einige Stunden 
anhielten, Wir erreichten La Libertad am 19. Juni. Unser Ankerplatz war 
in 12,5m (7 Fad.) Wasser, das Ende der langen Brücke in NzW am Kompafs 
2 Sm entfernt. Die Plätze an dieser Küste zu finden, hat durchaus keine 
Schwierigkeit. Die Küste ist leicht anzulothen, und die in der Karte ver- 
zeichneten Berggipfel geben gute Landmarken ab. In La Libertad ist auch 
das grofse Packhaus, welches sich auf dem äufsersten Ende der Brücke befindet, 
sehr weit zu sehen. Das Landen an der Brücke mit dem Boot erfordert Vor- 
sicht. Bei hoher Brandung kann es leicht gefährlich werden. 
In La Libertad herrschte am Tage gewöhnlich leichte Briese aus SE, 
der Vormittags einige Stunden der Windstille vorhergingen. Nachts traten 
schwere Gewitter auf, mit heftigen Blitzen und starken Regengüssen; die be- 
gleitenden Windböen waren jedoch nur von der Stärke 5 bis 6. 
Am 25. Juni Morgens 3 Uhr versegelten wir von La Libertad nach 
Acajutla. Wir hielten uns wieder nahe unter Land, in 2 bis 4 Sm Abstand 
von demselben, auf etwa 25m (14 Fad.) Wassertiefe. In der Nähe der Spitze 
Remedios, von welcher ab ein Riff weit in die See hinaus läuft, sollte man nach 
meinem Dafürhalten dem Lande nicht näher als 2% Sm kommen, dem Strom
	        
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