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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Reiseberichte S. M. Freg. „Niobe“. 
Ueber die Zeit des Auftretens des einen oder anderen Windes läfst sich 
aus den drei täglichen Beobachtungen nichts Genaues angeben. Aus den Karten 
ist ersichtlich, dals um 1®* im Sommer überall Seebriese weht; die Grenzen 
Jerselben und das Einsetzen und die Dauer des Landwindes sind unsicher. Auf 
einigen sich weit ins Meer erstreckenden Kaps weht um 9* Abends Seewind. 
Die an der nördlichen Küste des Schwarzen Meeres beobachtete kleine Wind- 
resultante um 9* Abends gegenüber derjenigen um 7“ Morgens läfst darauf 
schliefsen, dafs zu der ersteren Zeit die Winde veränderlicher sind, als zur 
letzteren, und dafs 9* p.m. der Uebergangszeit der Winde näher liegt, als 
7 a.m. An der Kaukasischen Küste weht sowohl um 7" a. m. als um 9% p. m. 
Landwind. Die Beobachtungen in Suchum um 6* Abends zeigen, dafs zu dieser 
Zeit der Wind im Sommer eben anfängt, etwas nach Land zu drehen, während 
er im Frühjahr und Herbst dann schon fast ganz aus dieser Richtung kommt, 
d. h. der Uebergang vom See- auf den Landwind erfolgt im Sommer ungefähr 
am 6 Abends, im Frühjahr und Herbst früher. Nach der Zeitschrift „Bug“ 
setzte an der Anatolischen Küste iu der Mehrzahl der beobachteten Fälle der 
Landwind bald nach Sonnenuntergang ein. Wenn man nach den Abweichungen 
der Windrichtungen um 7* a. ın. und 9* p.m, von derjenigen um 1° Mittags, 
wo der Seewind unbeeinflufst weht, urtheilt, kommt man zu dem Schlufßs, dafs 
an den Küsten des Schwarzen Meeres 7" a. m. und 9" p. m. von den täglichen 
Uebergangszeiten der beiden Winde gleich weit entfernt liegen. 
Zum Schlufs noch einige Worte über die Stillen. Die meisten Stillen 
treten in der Krim auf, besonders an der südlichen Küste (Azitodor und Jalta), 
am häufigsten im Sommer und dann hauptsächlich Morgens und Abends, am 
Tage dagegen sehr selten; im Mittel ergiebt sich für die Krim und den 
Kaukasus im Sommer folgender Procentsatz Stillen: 
7b a.m, 1 p.m. 9h p.m. 
Krim . .. 25,0 6,6 38,2 
Kaukasien. ı 20,0 3,0 20,1 
Unmittelbar am Meere kommen die Stillen seltener vor, als in einiger 
Entfernung von demselben, wie es z. B, der Vergleich der Beobachtungen beim 
Leuchtthurm von ()hersones und Sebastopol, bei dem Leuchtthurm und der 
Station Suchum ergiebt. 
Aus den Reiseberichten S. M. Freg. „Niobe‘“, Kommandant 
Kapt. z. See Schröder, 
Strom-. und Witterungs-Verhältnisse im Sund und Kattegat, 
an der Norwegischen Süd- und SO-Küste, in der Nordsee, im Firth of Forth, 
an der Schottischen und Englischen Ost-Küste und im Englischen Kanal. 
S, M. Freg. „Niobe“ machte in der Zeit vom 1. Juli bis 2. August eine 
Reise von Karlskrona über Arendal und Leith nach Plymouth, Während der- 
selben wurden die folgenden Beobachtungen gemacht. 
i. Strömung im Sund und Kattegat,. 
Beim Ansteuern des Feuerschiffes „Drogden“ machte sich ein starker 
östlicher Strom bemerklich. Im Sund selbst wurde die stärkste Versetzung im 
Holländer-Tief bemerkt, und zwar setzte der Strom nördlich mit einer Ge- 
schwindigkeit von 0,5 Kn. Nördlich der Insel Hven setzte der Strom etwas 
nach Osten, im Oere-Sund wurde zwischen Helsingör und dem Feuerschiff 
„Lappe-Grund“ die im Segelhandbuch erwähnte starke nördliche Strömung 
gefunden. 
Im Kattegat zwischen Helsingör und Anholt setzte der Strom N 5'° E 
0,5 Sm pvp. h, zwischen Anholt und Skagen entlang der Schwedischen Küste
	        
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