accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., September 1884. 
47 
bedeutend verzögert. Es wurde diese Thatsache in den betreffenden Reise- 
auszügen seiner Zeit schon hervorgehoben. So überschritt die schon vom 
NE-Passat begünstigte Bark „Malinche“, welche. den SE-Passat in 4,2° S-Br 
und 29° W-Lg am 10. März verloren hatte, den Aequator in 32,7° W-Lg am 
18, März, und die Bark „Rosa y Isabel“, die den Stillengürtel am 23. März in 
der Nähe von 4,8° S-Br und 30° W-Lg betreten, welche die zwischen 3,5° und 
2° S-Br liegende Strecke sogar bei frischem NW-Winde zurückg.legt hatte, 
gelangte zur Linie in 30,2° W-Lg am 28. März. Der NE-Passat hatte sich 
bei dieser Bark in geringer Entfernung von 0,8° S-Br und 29,5° W-Lg einge- 
stellt. Noch zu Anfang des April dieses Jahres lag damals der Stillengürtel 
nur. in südlicher Breite. Die eiserne Bark „Shakespeare“, welche nördliche 
Breite in ‚30,6° W-Lg am 7. April erreichte, war zwischen 2,8° S-Br in 28,8° 
W-Lg und 1,3° S-Br in 30,2° W-Lg durch den Stillengürtel zwei Tage zurück- 
gehalten worden, während die vom Kap der guten Hoffnung herkommende 
„Amanda & Elisabeth“ in südlicher Breite zwar auch gestörten SE- Passat, 
regnerisches Wetter und Gewitter beobachtete, aber eigentliche Mallung doch 
nicht antraf, in nördlicher Breite vom Stillengürtel aber ebenfalls keine Spur 
beobachtete. Nachdem sich der SE-Passat bei „ Parnass“ endlich eingestellt hatte, 
segelte die Bark mit seiner Hülfe bis zum 23. März nach 25,7° S-Br in 40,1° 
W-Lg. In geringer Entfernung von diesem Punkte veränderte sich der frische 
Wind bei einem Barometerstande von 765,0 mm nach NE, um sich dann für 
mehrere Tage in dieser Richtung zu halten, Südlich von 33° S-Br, wo die 
Windrichtung eine nordwestliche geworden war, durchlief der kräftige Wind in 
ziemlich rascher Drehung den westlichen Halbkreis,. so dafs seine Richtung 
bald wieder eine östliche wurde. Der zur Zeit des westlichen Windes mit 
758,5 mm seinen tiefsten Stand erreichende. Luftdruck stieg bei dem folgenden 
schwachen SE-Wind bis auf einen unweit 40° S.Br abgelesenen höchsten. Baro- 
meterstand von 771,5 mm. Bei abnehmendem Luftdruck bewegte sich der Wind 
dann noch ferner in seiner Drehung nach links, um schliefslich, nachdem 
für einige Wachen frischer Westwind geherrscht hatte, in zwölfstündige Stille 
zu enden, Auch der auf diese Stille folgende Ostwind bewegte sich in der 
Drehung nach links, während welcher, als die Windrichtung eine westlich von 
N liegende geworden war, ein niedrigster Barometerstand von 756,4 mm und 
24 Stunden später, nachdem der kräftige Wind sich nach SE verändert hatte, 
ein höchster Stand von 775,2 mm eintrat. .‚Begünstigt von diesem letzteren 
frischen SE-Winde hatte „Parnass“ am 6. April in 65,6° W-Lg den Parallel 
von 50° Süd überschritten. Die zwischen Aequator und 50° S-Br liegende 
Strecke, auf deren erstem Theil solch ungewöhnlich ungünstige, auf deren 
zweitem aber desto günstigere Verhältnisse angetroffen worden waren, hatte zu 
seiner Vollendung 28 Tage erfordert. . Während dieser Zeit war: 10° S-Br in 
31,2° W-Lg am 17. März, 20° S-Br in 36,8° W-Lg am 20. März, 30° S-Br in 
44,5° W-Lg am 26, März und 40° S-Br in 59° W-Lg am 1. April geschnitten 
worden. Der Mitsegler „Johann Hinrich“ erreichte 50° S-Br in 645° W-Lg 
am 25. April. Die Bark „Suaheli“ kreuzte 20° S-Br in 25° W-Lg am 5. April. 
Der frische, bei jenem hohen Barometerstande herrschende SE-Wind, 
welcher „Parnass“ nach 50° S-Br führte, nahm südlich von dieser Breite bald 
bis zur Stille ab, und es folgte auf diese nach kurzer Zeit wieder ein kräftiger, 
bei abnehmendem Luftdruck wehender Nordwind, der die Bark in rascher Fahrt 
zur Strafse le Maire führte. Nachdem man diese am 8. April, begünstigt von 
dem ebenerwähnten Winde, durchsegelt hatte, konnte man. bei dem nun rasch 
schwächer werdenden Winde noch bis zum 9. April zur Länge des Kap Horn 
vorrücken, Hier, wo ein niedrigster Barometerstand von 742,3 mm abgelesen 
wurde, endete der bis dahin so günstige Wind in Stille. Wenige Stunden später, 
als das Barometer wieder zu sieigen begann, trat an die Stelle der Windstille 
ein bald auffrischender SE-Wind, der lange genug anhielt, um die nun in 
rascher Fahrt nach Westen eilende Bark weit genug zu führen, dafs, als die 
Windrichtung am 11. April. eine südwestliche geworden war, auch dann ein 
N-Kurs gesteuert werden konnte. Die Folge dieser so ungewöhnlich günstigen 
Verhältnisse war, dafs „Parnass“ schon am 13. April, also nach der beispiellos 
kurzen Zeit von 6 Tagen und 20 Stunden, seit derselbe Parallel im Atlantischen 
Ocean verlassen worden war, diese Breit6 in 79° W-Lg wieder erreichen konnte.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.