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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Vertheilung der Winde am Schwarzen und Azow’schen Meere. . 551 
worin A’ und B‘ die Nord- und Ost-Komponenten des Winters resp. Sommers 
bedeuten, A und B die des Jahres; R ist die Resultante der beiden Kom- 
ponenten A‘—A und B‘—B. 
Die mittlere Windrichtung um 7 a. m. und 1* p. m. für die vier Jahres- 
zeiten ist in der beigefügten Tafel 15 auf den Karten II—V' durch Pfeile dar- 
gestellt, wobei die ausgezogenen Pfeile für 7" a. m. und die gestrichelten für 
1» Mittags gelten. Die Windrichtung um 9* p.m. ist auf den Karten nicht 
besonders verzeichnet, weil sie wenig verschieden ist von der um 7" a. m. und 
durch die Aufzeichnung der Deutlichkeit des Bildes Abbruch gethan wäre. 
Die Pfeile der Karte I zeigen die mittlere jährliche Windrichtung, wie 
gie aus der Kombination der Beobachtungen 7* a. m, +2 >< 1* p. m. + 9 p. m. 
hervorgegangen ist. Die Anzahl Striche an den Pfeilen bezeichnet auf allen 
Karten einen bestimmten Theil (!/s) der Wind-Resultante; auf Karte VI endlich 
bezeichnen die Pfeile und die Zahl der Striche die Richtung und Gröfse der 
Abweichung, die ausgezogenen Pfeile im Winter, die gestrichelten im Sommer. 
Aus Karte I, welche die mittlere jährliche, Windrichtung angiebt, 
geht eine ziemliche Uebereinstimmung der Resultate der sich nahe liegenden 
Stationen hervor; wenn auch bei einem grofsen Theil der Stationen die Wind- 
resultante nicht bedeutend ist, so läfst sich doch aus dieser Uebereinstimmung 
auf eine hinreichende Zuverlässigkeit der Resultate schliefsen. Wenn man die 
südöstliche Küste des Schwarzen Meeres unberücksichtigt läfst, wo die Winde 
von einem Punkt zum andern sich schnell ändern und gewissermafsen ‘einen 
kleinen Wirbel bilden, so kommt man für die übrigen Stationen auf folgende 
mittleren Windrichtungen für das Jahr: an der Nordseite des Schwarzen 
Meeres N 11° E, im Azow’schen Meere N 63° E, an den Ufern des Kaukasus 
N77°E. Demnach herrschen in dem nördlichen Theile des Schwarzen Meeres 
nördliche Winde vor, im Azow’schen Meere und an den Küsten des Kaukasus 
östliche. Diese Resultate zeigen, dal, wenn auch die Küsten des Azow’schen 
Meeres und des Kaukasus in Uebereinstimmung mit den Ansichten Wesselowski’s 
zu dem Gebiet der östlichen Winde gehören, welche in den südwestlichen Steppen 
Russlands herrschen, die nördliche Küste des Schwarzen Meeres nicht dazu zu 
rechnen ist, vielmehr zu dem Gebiet gehört, welches Wesselowski das Ueber- 
yangsgebiet nennt. Nördlich und westlich von diesem Gebiet fangen NW- und 
West-Winde an vorzuherrschen (siehe Kischinew auf der Tafel). 
Winde der verschiedenen Jahreszeiten. Die lokalen Verhältnisse 
der meteorologischen Stationen am Schwarzen und Azow’schen Meere sind 
ziemlich verschieden und haben den einen oder anderen ablenkenden Einflufs 
auf die Richtung der herrschenden Luftströmung; um die gemeinsamen Charakter- 
züge dieser Strömungen zu erhalten, sind einige näher zusammenliegende Stationen 
zu Gruppen zusammengefafst und die mittleren Resultate der einzelnen Gruppen, 
wenn sie in Einklang zu bringen waren, zusammen oder sonst einzeln betrachtet, 
So liefsen sich die Stationen der südlichen Krimküste nicht in Gruppen zusammen- 
fassen, .da dieselben sich zu sehr von einander unterscheiden, und sind diese 
deshalb einzeln der Betrachtung unterzogen. Für alle übrigen Stationen ergeben 
sich folgende Gröfsen zur Beurtheilung der vorherrschenden Windrichtung in 
den verschiedenen Jahreszeiten, 
NW-Küste 
Westküste Meerenge Azow’sches 
der Krim von Kertsch Meer 
Kaukasus 
Windkombvonente FM 
Jannar . 
Februar 
März . + 
April. . . > 
Mai . +» > 
A 
Juli + = 
August . . 
September 
Oktober, + 
November , 
Dezember 
6,5 
7,3 
10,1 
6,4 
— 2.0 
—10,1 
—18,0 
5,5 
1,0 
14,2 
6.6 
1,5 
+9 
4 
4,5 
0,2 
9,0 
—12,7 
—20,8 
4,0 
3.1 
12,5 
11,9 
10.147 
> 
7 
EN 
et 
wu, a 
5 
1 
43 
1ö,D 
[6,9 
1.0 
20,9 
20,1 
16,3 
15,5 
1,9 
1,5 
—10,1 
11,9 
15,2 
28,1 7 
25,1 
14,2 
22,3 
19,8 
10,7 
TE 
— 0,9 
— Su 
— 9,C 
— 54 
57 
14,0 
24,6 
28,0
	        
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