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Kleine hydrographische Notizen,
zu einander liegen. S.M.S. „Gneisenau“ ankerte auf einer Stelle, an der nach
der Karte 15 Fad. sein sollten, auf 8,‚5m Wasser,
Ankerpeilung war: St. Georg-Leuchtthurm in SO0'2S, Binnenhafenfeuer
in SWzW'/AW, während das Schiff in der That ca 800m in der Richtung
SSW*°/A4W vom Fort St. Sebastian zu Anker lag.
Der Lotse, welcher erst an Bord kam, als das Schiff schon mitten im
Fahrwasser war, versuchte aus der Eutfernung durch Winken zu veranlassen,
dafs ein westlicherer Kurs eingeschlagen wurde. Da indessen die fortgesetzten
Lothungen mit der Karte in Uebereinstimmung waren, die Versetzung der Ebbe
nach Norden durch Kursänderung aufgehoben war, wurde dem Winken keine
Folge gegeben, um nicht der in der Karte mit C. bezeichneten Untiefe zu nahe
zu kommen.
2. Einfahrt in den Gabun; Westküste von Afrika.!) Nach dem
Bericht S. M. S. „Bismarck“, Kommandant Kapt. z. See Karcher, ist die
Tonne No. IV in der Mündung des Gabun, welche in den Annalen 1884 S. 715
and den Nachrichten für Seefahrer 1884 No. 1815 als fehlend gemeldet wurde,
wieder ausgelegt worden. Das Regierungsgebäude besteht aus drei grofsen
roth gedeckten Häusern, von welchen das mittlere einen kleinen Thurm trägt.
Dicht daneben nach Norden zu steht eine Kirche; die Französische Mission ist
schlecht, die Amerikanische bei der Ansegelung gar nicht auszumachen; die drei
Gebäude sind jedoch für die Ansegelung vollkommen ausreichend. Die Britische
Karte No. 1877 (Tit. VI: 159) ist ungenau, sogar die Hauptpunkte, die Baken
auf Kap Joinville und Pongara, liegen unrichtig zu einander bezw. zu den
übrigen Punkten; dies ergab sich nicht nur aus den während der Einfahrt ge-
nommenen Peilungen und der Ankerpeilung, sondern wurde auch vom Komman-
danten der Französischen Niederlassungen bestätigt.
3. Lage des Conflict- und Midway-Riffes, Bemerkungen über
Port Weber; NO-Küste von Neu-Britannien, Nach dem Bericht S. M. 8.
„Marie“, Kommandant Kapt. z. See Krokisius. Das auf der Karte Tit. XII,
No. 119 (Br. A.-K. No. 764) vermerkte, mit Conflict bezeichnete Riff konnte in
der angegebenen Position nicht gefunden werden und soll nach Angabe des
dortigen Lotsen nur einige Hundert Meter von Land ab sein. — Das zwischen
der Insel Man und Kap Lwuen eingetragene Midway-Riff, dessen Lage von
S. M. S. „Elisabeth“ als unbestimmt bezeichnet wurde, ist von Bord S. M. S.
„Marie“ gut gesehen, und seine Lage etwa in der Mitte zwischen der Insel
Man und Kap Luen gefunden, S. M. S. „Marie“ passirte zwischen dem Riffe
und der Küste von New-Britannien. — Die mit Port Weber bezeichnete Bucht,
züdlich von Kap Lwuen und der Urara-Insel, hat in der Richtung von dem an
der NO-Küste befindlichen Traderhaus der Plantagengesellschaft nach SWzS
hin eine gröfsere Ausdehnung. SS, M. S. „Marie“ dampfte in dieser Richtung
SWzS mw.) von ihrem Ankerplatze gegenüber dem Traderhaus ca 5 Sm und
befand sich dann noch ca 1 Sm von Land ab, als der Kurs nach NW geändert
wurde, Die güdliche resp. südwestliche Küste ist stark bewachsen, und wurden
mehrere für Boote jedenfalls zugängliche tiefere KEinschnitte in derselben
bemerkt.
‘) Vgl. „Annalen“, 1884, S. 715; „West Coast of Africa“, Part II, 1875, S. 269; Findlay’s
„South Atlantic“, 1883, S. 668.
Gedruckt und in Kommission bei E. S. Mittler & Sohn,
Königliche Hofbuchhandlung.
Kochstraßfse 68.—70.