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Vergleichende Uebersicht ete,, Juni 1885
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats Juni 1885
in Nordamerika und Centraleuropa.
/Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington
and der von der Deutschen Seewarte bearbeiteten Uebersicht der Witterung
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats
Juni 1885 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber.
Nordamerika. Centraleuropa.
1. Die geringe Zahl der baro-
metrischen Depressionen, deren Fort-
pflanzung durch das nördliche und
mittlere Europa im Allgemeinen ost-
wärts erfolgte; einige von ihnen (be-
sonders jene vom 10. und 17. Juni)
zeichneten sich durch ungewöhnliche
Tiefe und regelmäfsige Form aus. Baro-
metrische Maxima traten, vorwiegend
im mittleren und südlichen Europa,
häufig und in guter Entwickelung auf.
2, Ein Monatsmittel des Luftdrucks,
welches meist etwas über dem nor-
nalen lag und in Georgia am höchsten,
in Arizona und am St. Lorenz-Golf
am tiefsten war. Die Schwankungen
waren am gröfsten in Dakota.
3. Das Vorwalten südlicher Winde
im ganzen Mississippi-Becken und die
veträchtliche Anzahl von Gewitter-
böen und Tornados. Nur eine der
Depressionen brachte (am 6. und 7.)
einen ausgedehnten Sturm in der Um-
gebung von Neufundland hervor, der
riele Schiffsverluste zur Folge hatte.
4. Eine Regenmenge, welche im
Gebiete der Felsengebirge die nor-
male bedeutend überschritt (z. Th.
das Doppelte erreichte), am Rio-Grande
und in den mittleren Atlantischen
Staaten um ebensoviel darunter blieb.
5. Eine fast überall, und besonders
im Gebiete der Seen und der Plateau-
region, zu niedrige Mitteltemperatur,
Die durchschnittlichen Abweichungen
rom Normalwerth betrugen:
2. Ein mittlerer Luftdruck, welcher
um nahezu 1 mm den normalen über-
traf; die Monatsschwankung des Baro-
meters blieb hinter der normalen ein
wenig zurück.
3. Das Vorherrschen der Winde
aus SW—N im nördlichen, aus S—NE
im südlichen Centraleuropa; am 10,
und 11., sowie am 16. und 17. traten
diese Winde im Ostseebecken sehr
stürmisch auf.
Ferner die Häufigkeit ausgedehnter
Gewitterzüge, wobei indessen etwa
'/s aller Tage von Gewittern ganz
frei blieb.
4. Das häufige Auftreten intensiver
Regyenfälle: am 26. z. B. beobachtete
Swinemünde 51mm, am 29, Karlsruhe
98mm Regen; trotzdem erreichte die
Regensumme des Monats im Norden
nur */s, im Süden kaum 2 der nor-
malen.
5. Die starken Schwankungen der
Temperatur: sehr kühl (bis zu 8°
unter normal) war es am 2., 11. und
22, Juni, sehr warm (bis zu 11° über
normal) am 6.—9., 15. und 26. Juni.
Die Abweichungen betrugen: