Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Mai 1885.
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dem im Atlantischen Ocean durch S wieder nach SW zurücklaufenden Winde
legte „Carl Ritter“ bis zum 14. März die Strecke zu dem in 11° O-Lg berühr-
ton Parallel von 30° S zurück. Südlich von demselben hatte die Bark 17 Tage
zugebracht. Auf der zwischen Sunda-Strafse und Südspitze Afrikas liegenden
Strecke war: 10° S-Br in 105,1° O-Lg am 17. Januar, 20° S-Br in 85,5° O-Lg
am 31. Januar, 30° S-Br in 41,7° O-Lg am 25. Februar, 90° O-Lg in 18,8°
S-Br am 30. Januar, 60° O-Lg in 26,2° S-Br am 14. Februar und 30° O-Lg
in 33° S-Br am 4. März gekreuzt worden.
Der frische SW-Wind, bei dem „Carl Ritter“ im Atlantischen Ocean
wieder nördlich von 30° S-Br gelangte, veränderte sich wenige Meilen nördlich
von diesem Parallele durch S nach SSE. Es schien dann, als ob damit der
Passat erreicht sei. . Nachdem man jedoch für einige Tage von frischem SE-
Winde begünstigt worden, das Barometer dabei auf 766,5 mm gestiegen war,
stellte sich bei auf 763,0 mm gesunkenem Luftdruck in etwa 24° S-Br und 4°
O-Lg, eine ganz schwache südöstliche und südwestliche Briese von mehreren
Tagen Dauer ein. Erst von 19,4° S-Br in 2,8° W-Lg an wurde „Carl Ritter“
von beständigem SE-Passate begünstigt. Derselbe wehte indessen auch uur in
geringer Stärke und endete schon, nachdem die Bark von ihm bis zum 3. April
nach 3,8° S-Br in 19,4° W-Lg geführt worden war. Die zwischen diesem
Punkte und der in 23,4° W-Lg überschrittenen Linie liegende Strecke mulste
bei ganz schwacher, oft von Stillen unterbrochener Mallung zurückgelegt wer-
den. Bei leichter nordwestlicher Briese ging‘ „Carl Ritter“ am 12. April von
südlicher in nördliche Breite über. Zur Vollendung der zwischen 30° S-Br und
Aequator liegenden Strecke, waren 29 Tage erforderlich gewesen. Während
dieser Zeit hatte man 20° S-Br in 0,7° W-Lg am 22. März und 10° S-Br in
12° W-Lg am 28. März überschritten. Das eiserne, auf der Rückreise von
Galeta Buena begrifene Hamburger Vollschiff „Polynesia“, welches sich am
Mittage des 6. April in 1,5° S-Br und 29,9° W-Lg befand, während gleich-
zeitig „Carl Ritter“ in 1,5° S-Br und 21,4° W-Lg stand, traf nördlich von
jener Position zwar auch Mallung an, doch konnte dasselbe bei ihr, welche in
mäfsiger Stärke meist aus nordöstlicher Richtung kam, rascher als „Carl Ritter“
es that, nach Norden fortschreiten und schon am 9. April in 31,8° W-Lg die
südliche Halbkugel verlassen,
Der NE-Passat setzte bei „Carl Ritter“ am 15. April in 1,3° N-Br und
24,5° W-Lg ein. Derselbe trat später auf der zwischen 45° und 25,5° N-Br
liegenden Strecke am kräftigsten auf und endete, als die Bark sich am 24. April
in der Nähe von 29° N-Br und 36° W-Lg befand. Als dort der östliche Wind
zum ganz leisen Zuge abnahm, hatte der Luftdruck einen höchsten Stand von
771,5 mm erreicht. Nördlich vom Passatgebiet fand man zunächst leichte, meist
aus südöstlicher Richtung kommende, Winde. Westwinde wurden zuerst ange-
troffen, nachdem 36° N-Br überschritten worden war, doch waren dieselben
auch dort wenig beständig. Man beobachtete vielmehr noch wiederholt östliche
Winde von längerer Dauer und ebenso auch noch leisen Zug und Stille. Ein
kräftiger, seit mehreren Tagen wehender NW-Wind führte endlich den „Carl
Ritter“ am 17. Mai zur Mündung des Kanals. Es waren bis dahin 138 Tage
seit der Abreise von Bangkok und 123 Tage seit der Abfahrt von der Sunda-
Strafse verflossen. Im Nord-Atlantischen Ocean hatte man 35 Tage zugebracht
und dort: 10° N-Br in 31,2° W-Lg am 19. April, 20° N-Br in 33,7° W-Lg am
23. April, 30° N-Br in 36° W-Lg am 28. April und 40° N-Br in 275° W-Lg
am 7. Mai gekreuzt. Der Mitsegler „Polynesia“ hatte am 16. Mai im Hafen
von Falmouth geankert.
Ann. d. Hydr. etc... 1885. Heft IX.