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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Mai 1885. 
Oststrom zu setzen. Weiler westlich stehende Mitsegler, wie die auf der Reise 
nach dem Kanal begriffene Elsflether Bark „Jason“, hatten den SE-Passat 
schon am 27. März in 4,8° S-Br und 34,8° W-Lg verloren, 
In nördlicher Breite wurde „Amanda & Elisabeth“ von der dort meist 
aus nordöstlicher Richtung kommenden Mallung bis nach 1,4° N-Br in 25° W-Lg 
begleitet. Als die Bark sich am 5. April in der Nähe dieses Punktes befand, 
stellte sich der NE-Passat ein, bei dem die Reise wieder einen rascheren Ver- 
lauf nahm. Der zwar ziemlich beständig aber nicht sehr frisch wehende Passat 
begleitete die Bark bis nach 32° N-Br in 35,7° W-Lg. Als die Bark sich am 
22. April in der Nähe dieses Punktes befand, veränderte sich dort der schon 
seit mehreren Tagen schwach und unbeständig gewordene Wind, bei auf 
770,0 mm gestiegenem Barometerstande, nach SE und bald darauf nach S. So 
wie die Windrichtung eine westliche geworden war, wurde der Verlauf der 
Reise auch wieder ein recht günstiger. Bei an demselben Tage durchgekomme- 
nem SSE-Winde gelangte „Amanda & Elisabeth“ am 3. Mai in Sicht der Feuer 
von Lizard. Der 3. Mai war der 79. seit der Abreise von Mozambique verflossene 
Tag. In nördlicher Breite hatte man 31 Tage zugebracht und 10° N-Br in 
35,7° W-Lg am 11. April, 20° N-Br in 38,7° W-Lg am 16, April, 30° N-Br in 
38° W-Lg am 20. April und 40° N-Br in 24,5° W-Lg am 27. April geschnitten. 
Als „Amanda & Elisabeth“ sich am 5. März in 34,4° S-Br und 18,3° O-Lg be- 
funden hatte, war dort Kapt. F. Föh, der treue Mitarbeiter der Seewarte und 
langjährige, erfolgreiche Ostafrikafahrer, gestorben. Derselbe hatte während 
dieser seiner letzten Reise an der ostafrikanischen Küste schwere Fieberanfälle 
überstanden, war nach denselben stets leidend gewesen und am 5. März endlich 
seinen Leiden erlegen. Die Bark setzte nach dem Tode des Kapitäns die Reise 
unter der Führung des bisherigen Steuermannes Alster fort. 
12. Reise der Hamburger Bark „Carl Ritter“, Kapt. €. Mähl. 
Um nach Europa zurückzukehren, ging die Bark „Carl Ritter“ am 30, De- 
zember 1884 von Bangkok aus in See. Dieselbe durchsegelte den Golf von 
Siam bei leichter, von häufigen Stillen unterbrochener Briese, traf später in 
der China-See auch nur schwachen NE-Monsum an und erreichte, nachdem 
Banka- und Sunda-Strafse passirt worden waren, am 14. Januar 1885 den 
Indischen Ocean, In diesem beobachtete die Bark zunächst leisen östlichen 
und nördlichen Zug und später flauen südwestlichen Wind, bei dem mit St-B.- 
Halsen gesegelt wurde, Dieser westliche Wind wurde von einem, in 48 Stunden 
den Betrag von 57 Sm erreichenden, Oststrom begleitet. Die nach und nach 
immer flauer werdende westliche Briese hielt bis nach 11,4° S-Br in 105,5 O-Lg 
an. In geringer Entfernung von diesem Punkte veränderte sich der ganz leise 
Zug am 21. Januar durch S nach SE, und indem derselbe nach 3 Tagen zum 
frischen beständigen Winde zunahm, entstand aus ihm der Passat. Die äqua- 
toriale Grenze desselben schien am 24. Januar bei 13,4° S-Br in 102,6° O-Lg 
zu liegen. Der nicht sehr beständig und frisch wehende Passat hielt an, bis 
„Carl Ritter“ von ihm bis zum 10. Februar nach 26° S-Br in 64° O-Lg geführt 
worden war. Als sich dort der wieder zum ganz leisen Zuge herabgesunkene 
Wind nach NE veränderte, zeigte das Barometer auf einen Stand von 760,8 mm. 
Acht Tage vorher hatte die Bark bei 21° S-Br in 81,5° O-Lg einen höchsten 
Luftdruck von 765,8 mm beobachtet. Südlich von der polaren Passatgrenze 
wurde der Fortgang der Reise zunächst für längere Zeit durch ganz schwache, 
meist östliche Winde und Stillen unterbrochen. Rundläufe des Windes nach 
links fanden nicht statt. Als „Carl Ritter“ sich am 21. Februar bei 27,1° S-Br 
in 54° O-Lg befand, stellte sich dort wieder ein mäßiger, beständiger SE-Wind 
sin, bei dem sich während der nächsten 5 Tage ein befriedigender Fortgang 
erzielen lief. Westlich von 31° S-Br in 38° O-Lg herrschten mehrere Tage 
anhaltende Westwinde. Nach diesen wurde die Fahrt wieder durch Ostwind 
begünstigt. Bei stürmischem SW-Winde stieg das Barometer am 2, März in 
16 Stunden von 760 mm auf 770,5 mm. Am 6. März befand sich „Carl Ritter“ 
in Sicht des Kap St. Francis, und am 10. März wurde das Kap Agulhas er- 
blickt. Nachdem der am letzteren Tage wehende schwache Westwind sich am 
11. März durch S nach SE verändert und gröfsere Stärke gewonnen hatte, 
wurde noch an demselben Tage die Länge der Kapstadt überschritten. Bei
	        
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