Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Mai 1885, 543
Etmalen den Gesammtbetrag von S0 Sm erreichenden westlichen Strom antraf,
beobachtete man östlichen Wind, der am 16. und 17. November ziemlich frisch,
zonst aber nur schwach und unbeständig wehte. Nicht selten war dieser Wind
zum leisen Zuge herabgesunken und häufig herrschte auch Windstille. Südlich
von .den am 21. November erblickten Comoren-Inseln wurde die Fahrt an
mehreren Tagen durch eine bedeutende südliche Versetzung begünstigt, während
der Strom in der Nähe der Küste von Madagascar mit etwa 0,5 Kn Fahrt nach
Norden lief. Am 27. November, 13 Tage nach der Abfahrt, ankerte „Amanda
& Elisabeth“ in der Nähe ihres Bestimmungsplatzes. Nachdem die Bark sich
später auch noch zu einem nahe gelegenen Platze, Antalotes-Bai oder, wie die
dort lebenden indischen Kaufleute ihn nennen, Ambanaru begeben hatte, setzte
das Schiff von Nossi B& aus am 3. Dezember die Reise nach Mozambique fort.
Während derselben traf man bis nach 14,4° S-Br in 44° O-Lg vorherrschend
aus nördlicher oder östlicher Richtung kommende schwache, von häufigen
Stillen unterbrochene Briesen an. Dagegen war, nachdem jener Punkt am
10. Dezember erreicht worden war, die Richtung des von nun an auch etwas
stärkeren Windes meist eine südliche und westliche. Am 14. Dezember, dem
11. seit der Abreise verflossenen Tage, ankerte „Amanda & Elisabeth“ im Hafen
von Mozambique. Von diesem Platze aus wurde am 13. Februar die Heimreise
nach Hamburg angetreten. Auf den zu Anfang derselben wehenden leichten
Nordwind folgte am 14. Februar ein schwacher SW-Wind, bei dem meist mit
St-B.-Halsen gesegelt wurde. Die mit einer Stärke von 1 bis 2 Kn nach Westen
laufende Strömung erschwerte ein Vorrücken des Schiffes nach Osten jedoch
sehr. Als die Bark sich am 18. Febraar in 19° S-Br und 39,3° O-Lg befand,
und sich dort der gleichzeitig etwas auffrischende Wind durch S nach SSE ver-
änderte, wurde gewendet und meist mit B-B.-Halsen gesegelt. Von 22,3° S-Br
in 36,2° O-Lg und vom 21. Februar an hielt sich der Wind meist in raumer
östlicher Richtung. Gleichzeitig begünstigt von starkem SW-Strom nahm die
Reise der Bark nun für längere Zeit einen recht günstigen Verlauf, Die öst-
lichen Winde begleiteten das Schiff, bis es sich am 26. Februar in etwa
32,3° S-Br und 30° O-Lg befand. Bei der Umsegelung des Kap der guten
Hoffnung wurden anhaltende oder stürmische Westwinde gar nicht an-
getroffen. Dagegen wurde man auch dort wiederholt von kurzen Ostwinden
begünstigt, und bei frischem SE-Wind überschritt „Amanda & Elisabeth“ auch
am 5. März die Länge der Kapstadt. Bei kräftigem, im Süd-Atlantischen Ocean
südwestlich gewordenem Winde erreichte „Amanda & Elisabeth“ am 7. März
den in 12° O-Lg überschrittenen Parallel von 30° Süd. Südlich von demselben
hatte man 10 Tage zugebracht. Vorher war: 20° S-Br in 37,7° O-Lg am
19. Februar, 25° S-Br in 36,3° O-Lg am 22, Februar, 30° S-Br in 32° O-Lg
am 25. Februar, 40° O-Lg in 17,4° S-Br am 16, Februar und 30° O-Lg iu
32,9° S-Br am 27, Februar überschritten worden,
Nördlich von 30° S-Br im Atlantischen Ocean entstand aus dem
mäfsigen Südwinde bald der Passat, Die südliche Grenze desselben schien am
9. März in etwa 27,4° S-Br und 8,5° O-Lg zu liegen. Als dort die Wind-
richtung eine südöstliche wurde, zeigte das Barometer auf 762,8 mm. Der in
der Nähe von St, Helena au zwei Tagen gestört auftretende Passat nahm
nördlich von 5° N-Br bis zur schwachen Briese ab und endete, als die Bark
sich am 28. März in etwa 2,3° S-Br und 21,6° W-Lg befand. Die von diesem
Punkte ab noch vorliegende Strecke bis zur Linie erforderte infolge der auf
ihr angetroffenen Mallung und Stillen noch eine ungewöhnlich lange Zeit. Bei
schwacher westlicher Briese ging „Amanda & Elisabeth“ am 2. April in
23,5° W-Lg von südlicher in nördliche Breite über. Zur Zurücklegung der
zwischen 30° S-Br und Aequator liegenden Strecke waren 26 Tage erforderlich
gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 20° S-Br in 1,2° W-Lg am 14. März
and 10° S-Br in 13,3° W-Lg am 22. März gekreuzt. Als ein Beweis für den
Einflufs der Windrichtung auf Strömung im Allgemeinen möge hier die That-
sache angeführt werden, dafs das Fehlen des Passats in der Nähe der Linie
nun nicht allein genügend war, den gewöhnlichen, bis nach 2° S-Br hin auch
jetzt beobachteten Aecquatorialstrom vollständig aufzuheben, sondern dafs sogar
die manchmal aus westlicher Richtung kommende Mallung hinreichte, um an
die Stelle der letzteren Strömung einen in sechs Tagen 31 Sm betragenden