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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc, Mai 1885. 
von 763,6 mm. Am 11. Oktober, 64 Tage später als Meokoa verlassen worden 
war, ankerte „Bessel“ auf der Rhede von Apica. Während der Reise dahin 
hatte die Bark: 5° S-Br in 159,8° O-Lg am 19. August, 10° S-Br in 163,9° O-Lg 
am 2. September, 15° S-Br in 161,8° O-Lg‘ am 4. September, 20° S-Br in 
161° O-Lg am 11. September, 25° S-Br in 169° O-Lg am 23. September und 
zum zweiten Male 25° S-Br in 171,4° W-Lg am 4. Oktober, 20° S-Br in 
168,5° W.Lg am 8, Oktober und 15° S-Br in 170,3° W-Lg am 10. Oktober 
gekreuzt. Die verschiedenen Meridiane waren in folgender Reihenfolge über- 
schritten worden. Der von 155° Ost in 4,5° S-Br am 14. August, der . von 
160° Ost in 7° S-Br am 21. August, der von 165° Ost in 24,2° S-Br am 
18. September, der von 170° Ost in 26,9° S-Br am 25. September, der von 
175° Ost in 28,2° S-Br am 27. September, der von 180° Länge in 29,2° S-Br 
am 30. September, der von 175° West in 28° S-Br am 2. Oktober und der 
von 170° West in 23,7° S-Br am 5. Oktober. 
Da „Bessel“ auch in Apia keine volle Ladung erhalten konnte, mufsten 
noch die Häfen von Matautu und Tongatabu angelaufen werden. Von diesem 
letzteren Platze aus trat die Bark am 26. November die Rückreise nach Liver- 
pool an. Bei dem zu Anfang derselben gleich angetroffenen frischen Passat 
wurde mit B-B.-Halsen gesegelt, bis am 30. November 29,7° S-Br in 177,7° W-Lg 
erreicht worden war. In geringer Entfernung von diesem Punkte: veränderte 
sich der mäfsige Wind bei einem Barometerstande von 762,4 mm ganz plötzlich 
von E nach NNW und bezeichnete dadurch das Erreichen der polaren Passat- 
grenze. Nachdem der Wind bald darauf westlich geworden war, hielt er sich 
für längere Zeit in diesem Halbkreise und gewährte dem Schiffe eine günstige 
Gelegenheit zur Förderung der Reise. Als „Bessel“ sich aber am 15. Dezember 
in 47,3° S-Br und 139,5° W-Lg befand, drehte der kräftige Wind durch S 
nach SE, und es folgte dann eine lange Zeit, während welcher ununterbrochen 
Ostwind herrschte. Derselbe wehte zu wiederholten Malen stürmisch, während 
er zu anderen Zeiten wieder‘ zum leisen Zuge herabgesunken oder gar von 
Stillen unterbrochen war. Nachdem dieser Ostwind 13 Tage lang geweht hatte, 
als der Luftdruck, der während dieser Zeit auf 749,2 mm gesunken und auf 
767,4 mm gestiegen, abermals auf 754,1mm gefallen war, endete derselbe. Am 
28. Dezember veränderte sich der schwache Wind in geringer Entfernung von 
45,6° S-Br und 130° W-Lg von SE durch S nach SW, womit dann dieser lang 
anhaltende Ostwind sein Ende fand. Der von nun an stets westlich bleibende 
nicht sehr stürmische Wind führte die Bark bis zum 13. Januar 1885 zur Länge 
des Kap Horn. Der 13. Januar war der 48, seit der Abreise verflossene Tag. 
Während dieser Zeit hatte man: 30° S-Br in 177,5° W-Lg am 30. November, 
40° S-Br in 163,2° W-Lg am 7. Dezember, 50° S-Br in 117,5° W-Lg am 3. Ja- 
nuar, 150° W-Lg in 445° S-Br am 12. Dezember, 120° W-Lg in 48° S-Br am 
1. Januar und 90° W-Lg in 53,5° S-Br am 8, Januar gekreuzt. Zwei Tage 
früher, als „Bessel“ den Meridian des Kap Horn überschritt, war dasselbe von 
der eisernen, auf einer Reise von Sydney nach Liverpool begriffenen Hamburger 
Bark „Emil Julius“ geschehen. Dieses Schiff hatte vorher zwar auch häufig 
Ostwinde angetroffen, im Allgemeinen aber doch einen rascheren Fortgang er- 
zielen können, als „Bessel“,. Am 17. Dezember, an welchem Tage Mittags sich 
„Bessel“ in 454° S-Br und 135° W-Lg, „Emil Julius“ in 53,3° S-Br und 
163,2° W-Lg befand, wurde dieses Schiff dort von einem stürmischen, bei einem 
Barometerstande von 447,8 mm wehenden NW-Winde begünstigt und konnte 
infolge dessen 166 Sm gutmachen, während „Bessel“ an diesem Tage durch 
einen von einem Luftdrucke von 750,6 mm begleiteten ESE-Wind von der 
Stärke 8 zurückgehalten wurde. Auch die später herrschenden Westwinde traten 
beim „Emil Julius“ günstiger als beim „Bessel“ auf, Dadurch wurde es zum 
Theil verursacht, dafs die beiden Schiffe sich mehr und mehr näherten, und als 
„Bessel“ am Mittage des 2. Januar in 49,4° S-Br und 114,5° W-Lg stand, 
befand sich „Emil Julius“ auch schon in 52,4° S-Br und 114° W-Lg. Diese 
letztere, anscheinend rascher segelude Bark gewann dann auch in der folgenden 
Zeit gegen den Mitsegler. Noch ein anderer Mitsegler, die auf der Heimreise 
von Taltal begrifene Hamburger Bark „Panama“, erreichte die Länge vom Kap 
Horn am 13. Januar. Dieselbe hatte sich am Mittage des 2, Januar in 39° S-Br 
and 92° W-Lgy befunden. 
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