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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., September 1884. 
SE-Passat. Die äquatoriale Grenze dieses Windes schien am 14. Mai in der 
Nähe von 8,2° S-Br und 90,2° O-Lg zu liegen. - Bei der sich am 14. Mai in 
7,8° S-Br und 90° O-Lg befindenden „Indra“ schien sich der SE-Passat etwa 
4 Stunden später als bei „Germania“ einzustellen. Begünstigt von diesem 
kräftigen, nur unweit 18,5° S-Br an einem Tage durch leichten Zug unter- 
brochenen Winde, nahm die Reise beider Schiffe dann für längere Zeit einen 
recht günstigen Verlauf, Die durch das Drehen des frischen Windes nach NE 
angedeutete polare Passatgrenze wurde von beiden Schiffen gleichzeitig am 
Mittage des 29. Mai erreicht. „Germania“ befand sich damals in 29° S-Br und 
45° Ö-Lg, während der Schiffsort von „Indra“ in 27,7° S-Br und 46,3° O-Lg 
war. Als der Wind bei „Germania“ an diesem Tage nordöstlich lief, zeigte 
das Barometer auf 760,7 mm, dagegen war .zwei Tage vorher ein Stand von 
770,0 mm abgelesen worden. Als der von Regen und Gewitter begleitete Wind 
sich am 30. Mai durch N nach SW veränderte, geschah dasselbe bei einem 
Barometerstande von 753,5 mm, und als der Wind während der folgenden beiden 
Tage aus SW geweht hatte, war das Glas auch wieder auf 766,5 mm gestiegen. 
Es folgte dann noch ein anderer, von entsprechenden Schwankungen des Luft- 
drucks begleiteter Rundlauf des Windes nach links. Auf westliche Winde von 
zum Theil unerwünscht grofser Stärke folgte am 9. Juni ein unweit 33° S-Br 
in 32° O-Lg durchkommender Ostwind, bei dem sich für mehrere Tage ein 
recht günstiger Fortgang erzielen lief. Am 13. Juni gelangte die auch dann 
bei frischem Ostwinde segelnde Bark in Sicht des Kap der guten Hoffnung. 
Im. Atlantischen Ocean nahm, wie es 80 oft geschieht, wenn Schiffe dieses Vor- 
gebirge bei. südöstlichem Winde umsegelten, der Wind für kurze Zeit noch 
wieder südwestliche Richtung an. Nachdem er jedoch durch S nach SE zurück- 
gedreht war, führte Wind aus letzterer Richtung die „Germania“ bis zum 16, Juni 
zurück zu. dem in 11° O-Lg erreichten Parallel von 30° Süd, Seit man den 
letzteren im Indischen Ocean verlassen hatte, waren 15 Tage vergangen. 
Während der Fahrt über dieses Meer hatte die Bark: 10° S-Br in 88° O-Lg 
am 15. Mai, 20° S-Br in 68,5° O-Lg am 22, Mai, 30° S-Br’ in 39,5° O-Lg am 
1. Juni, 90° O-Lg in 8,2° S-Br am 14. Mai, 60° O-Lg in 23,5° S-Br am 24. Mai 
und 30° O-Lg in 34° S-Br am 10. Juni geschnitten. Der Mitsegler „Indra“, 
welcher sich am 16. Juni in Sicht vom Kap Agulhas befunden hatte, gelangte 
nach 30° S-Br in 9,2° O-Lg erst am 1. Juli. . 
Der frische SW-Wind, bei dem „Germania“ den Parallel von 30° Süd 
überschritt, veränderte sich am 17. Juni bei einem höchsten Barometerstande 
von 774,2 mm durch S nach SE, und da dann ein mehrere Tage lang auhal- 
tender, leichter SE-Wind folgte, schien es, als ob man damit das Passatgebiet 
erreicht habe. Als die Bark aber nach 25° S-Br vorgerückt war, verwandelte 
sich der Wind zum leisen, unbeständigen Zuge, und erst aus diesem entwickelte 
sich am 22, Juni der unweit 23,5° S-Br in 4° O-Lg durchkommende SE-Passat. 
Dieser zunächst recht kräftig wehende Wind trat auf der. zwischen 14,5° und 
10,5° S-Br zurückgelegten Strecke nur schwach auf und führte die Bark bis 
zum 6. Juli zu der in 23,2°.W-Lg überschrittenen Linie. Um zu derselben von 
30° S-Br her zu gelangen, waren 20 Tage erforderlich gewesen. 20° S-Br 
hatte man in 0,5° W-Lg am 23. Juni und 10° S-Br in 12,2° W-Lg am 30. Juni 
OU Die Bark „/ndra“ erreichte nördliche Breite in 25,0° W-Lg am 
. Juh. 
Nördlich vom Aequator konnte „Germania“ bis zum 9. Juli nach 9° N-Br 
in 24,5 W-Lg vorrücken, bevor der sich langsam nach links verändernde und 
schwächer werdende Wind in Stille endete. Nachdem dieses stattgefunden, 
wurde die Fahrt für mehrere Tage durch leichte, meist westliche Mallung unter- 
brochen, aus der sich am 12, Juli eine schwache nordwestliche, sich bald nach 
NE verändernde Briese entwickelte. Das Gebiet des NE-Passats traf „Germania“ 
am 14. Juli in der Nähe von 12,4° N-Br und 26° W-Lg an. Der anfänglich 
nur schwach, später zwischen 15° und 22° N-Br am kräftigsten wehende Passat 
begleitete die Bark, bis sie sich am 25. Juli in der Nähe von 32° N-Br und 
36,8° W-Lg befand. Der Luftdruck hatte dort einen höchsten Stand von 
771,0 mm erreicht. Nachdem „Germania“ nördlich vom Passatgebiet für längere 
Zeit nur ganz schwache westliche Winde beobachtet hatte, traf die Bark, als 
40° N-Br überschritten worden war, frischere Westwinde. an, bei denen die 
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