Eingänge von meteorologischen Journalen etc,, Mai 1885, 537
SE-Wind folgte. Südlich von 32° S-Br wurde die Fahrt an mehreren Tagen
durch kräftigen NE-Wind begünstigt. Im westlichen Halbkreise hielt sich der
Wind erst für längere Zeit, nachdem derselbe am 20, Februar in der Nähe von
36,5° S-Br und 15,5° W-Lg durch N gedreht hatte. Man segelte dann bis zum
25. Februar zu dem in 40,7° S-Br überschrittenen Meridian von Greenwich,
Der 25. Februar war der 27. bie dahin in südlicher Breite zugebrachte Tag.
Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 33° W-Lg am 2. Februar, 20° S-Br
in 29,7° W-Lg am 6, Februar und 30° S-Br in 30,1° W-Lg am 12. Februar
gekreuzt. Der Mitsegler „Paula“ erreichte den Null-Meridian in 40,8° S-Br
am 29, Februar, „Hermes“ that dasselbe in 39,4° S-Br am 24, Februar, und
„Paul Rickmers“ verliefs westliche Länge in 38,8° S-Br am 21. Februar. Am
7. Februar Mittags hatte sich „Bessel“ in 21,8° S-Br und 30,1° W-Lg, „Paula“
in 10,7° S-Br und 30,7° W-Lg, „Spica“ in 20,6° S-Br und 35,5° W-Leg,
„Hermes“ in 22,3° S-Br und 293,3° W-Lg und „Paul Rickmers“ in 24,2° S-Br
und 27,9° W-Lg befunden. „Paul Rickmers“ verfolgte südlich vom Passatgebiet
einen östlicheren Kurs, als „Bessel“ ihn einhielt, und erreichte, weil das Schiff auf
demselben vom Winde später besonders begünstigt wurde, den Null-Meridian
in kürzerer Zeit. Am Mittag des 13. Februar stand „Bessel“ in 31,1° S-Br
und 30,2° W-Lg und „Paul Rickmers“ in 31,4° S-Br und 24° W-Lg. Fünf
Tage später war jene Bark nach 34,8° S-Br in 19,3° W-Lg und diese nach
37,1° S-Br in 7,5° W-Lg vorgerückt. An diesem Tage, dem 18. Februar, konnte
„Bessel“ bei leichtem Südwinde nur 83 Sm gutmachen, während der gleichzeitig
von frischem NW-Winde begünstigte „Paul Rickmers“ 169 Sm durehsegelte.
Um dort die Länge abzulaufen, hielt sich „Bessel“ zunächst für längere
Zeit zwischen 43° und 44° S-Br. Infolge der dort angetroffenen häufigen
Ostwinde wurde jedoch später der Parallel von 45° Süd überschritten und dort
nach Osten gesteuert. Die angetroffenen Winde waren bis nach 75° O-Lg hin
zwar vorherrschend westliche, wurden aber doch verhältnifsmäfßsig häufig von
östlichen Winden unterbrochen. Oestlich von jenem Meridian wehten die West-
winde jedoch beständig. Der wiederholt zum Sturme zunehmende Wind trat
doch in keinem Falle so heftig auf, dafs die Bark zum Beidrehen gezwungen
wurde. Man kreuzte: 20° O-Lg in 42,9° S-Br am 3. März, 50° O-Lg in
44° S-Br am 10. März, 80° O-Lg in 45,1° S-Br am 21. März und die Länge
des Kap Leeuwin in 45° S-Br am 20. März. Südlich von Australien in 45,5° S-Br
und 134° O-Lg erlebte „Bessel“ am 2. April den heftigsten Sturm dieser Reise,
Derselbe folgte auf kräftigen, von rasch abnehmendem Luftdrucke begleiteten
Nordwind, und wehte später, nachdem der Wind nach West ausgeschossen und
das Barometer den niedrigsten Stand von 733,3mm erreicht hatte, aus letzterer
Richtung orkanartig. Nachdem am 6. April die Länge des Südkaps von Tasmanien
überschritten worden war, wurde man auch dorf noch für mehrere Tage von
westlichen und südlichen Winden begünstigt. Als man sich aber am 9. April
in der Nähe von 40° S-Br und 151,6° O-Lg befand, wurden schwache nörd-
liche Winde angetroffen, die nach einigen Tagen kräftig wurden und eine
längere‘ Verzögerung der Reise verursachten. Diese ungünstigen Winde hielten
bis zum 15. April an. Nachdem sich der Wind an diesem Tage unweit von
57,5° S-Br in 152° O-Lg durch W nach S verändert hatte, konnte der letzte
Reiseabschnitt in rascher Weise vollendet werden. Am 17. April, 105 Tage
später, als der Kanal verlassen worden war, ankerte „Bessel“ im Hafen von
Sydney. Der Mitsegler „Paula“ erreichte Melbourne am 17. April, „Hermes“
gelangte zur Sunda-Strafse am 16. April, und die Bark „Paul Rickmers“ ankerte
in der Nähe der Kangoon-Flufsmündung am 16. April. 80° O-Lg war von
„Paula“ in 42,2° S-Br am 26, März, von „Hermes“ in 41° S-Br am 23. März
und von „Paul Rickmers“ in 39,5° S-Br am 14. März überschritten worden.
Nachdem „Bessel“ bis zum 15. Mai im Hafen von Sydney verweilt hatte,
verliefs das Schiff denselben an diesem Tage, um nach Meoko zu segeln, Auf den
zu Anfang dieser Reise wehenden kräftigen NW-Wind folgte nach einigen Tagen
ein etwas mäfßiger Nordwind. Das einen gut östlichen Kurs verfolgende Schiff
rückte bei demselben bis nach 30,8° S-Br in 160° O-Lg vor. In geringer Ent-
fernung von diesem Punkte drehte der schwach gewordene Wind am 19.-Mai
nach West zurück, und indem derselbe die Drehung nach links weiter fortsetzte,
nahm er zum kräftigen Winde zu. Es entstand aus diesem Winde dann
Ann. d. Hydr. ete.. 1885. Heft IX.