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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Mai 1885. 531 
denselben bis zum 17. Januar nach 32,5° S-Br in 102,8° O-Lg vorgerückt war, 
veränderte sich dort der kräftige Wind von SSW durch S. nach SSE und ge- 
währte dem Schiffe für mehrere Tage eine recht günstige Gelegenheit zur 
Förderung der Reise. Der frisch und beständig wehende SE-Wind führte 
„Dorothea“ in rascher Fahrt bis zum 21. Januar nach 23° S-Br in 109,5° O-Lg. 
Als der Wind in geringer Entfernung von diesem Punkte rasch bis zur 
schwachen Briese abgenommen hatte, veränderte sich dersclbe durch S nach 
SW. Indem der flaue und nicht sehr beständige Wind sich nun vorherrschend 
im letzteren Viertel hielt, segelte man bei demselben bis zum 30, Januar nach 
13° S-Br in 117,8° O-Lg. Nördlich von diesem Punkte erlebte man am 
31. Januar einen mäfsigen Sturm, während dessen Dauer sich der Wind durch 
W nach NNW veränderte und der Luftdruck bis auf 755,5 mm sank; Auf den 
Sturm folgte leiser, einen Tag anhaltender nordwestlicher Zug. Bei schwachem 
SW-Winde gelangte „Dorothea“ am 2. Februar in Sicht von der Sandelbosch- 
Insel. Eine recht lange Verzögerung der Fahrt wurde durch die zwischen den 
Inseln Flores und Timor herrschenden ungünstigen Verhältnisse verursacht. 
Windstille und leichte Mallung wie Gegenstrom bewirkten dort, dafs, um von 
8,8° S-Br in 123,4° O-Lg nach 8,4° S-Br in 125,3° O-Lg zu gelangen, nicht 
weniger als 6 Tage erforderlich waren, Erst in der Molukken-See nahm die 
Reise bei dem dort herrschenden NW-Winde wieder einen günstigeren Verlauf. 
Am 14. Februar gelangte „Dorothea“ in Sicht von der Insel Burw, und am 
21. Februar ging die Bark in 128,8° O-Lg von südlicher in nördliche Breite 
über. In letzterer konnte man bei dem dort zunächst angetroffenen mäfsigen, 
meist nördlichen oder nordnordwestlichen Winde nur in sohr langsamer Weise 
vorrücken. Nachdem man 2,8° N-Br in 135,4° O-Lg erreicht hatte, stellte sich 
dort am 29. Februar der auf kurze Stille folgende NE-Monsun ein, bei dem 
die Reise wieder für einige Tage einen befriedigenden Verlauf nahm, Beständig 
und für längere Zeit wehte dieser Wind indessen auch nicht, - So beobachtete 
man später unweit von 18° N Br. eine 24 Stunden anhaltende Stille und darauf 
wieder unerwünscht heftigen NE-Wind. Nordöstliche Winde blieben auch bis 
hach Nagasaki hin, welchen Hafen Kapt. Möller anzulaufen beschlossen hatte, 
vorherrschend. Am 22. März ankerte „Dorothea“ auf der Rhede dieses Platzes, 
Um zu demselben von Lizard zu gelangen, waren 142 Tage erforderlich gewesen. 
Auf dem östlich von 80° O-Lg liegenden Reiseabschnitt hatte die Bark: 30° S-Br 
in 105,5° O-Lg am 19. Januar, 20° S-Br in 112° O-Lg am 24. Januar, 10° S-Br 
in 121,3° O-Lg am 2. Februar, 5° N-Br in 134,4° O-Lg am 1. März, 10° N-Br 
in 132,6° O-Lg am 3. März, 15° N-Br in 130,2° O-Lg am 6, März, 20° N-Br 
in 128,5° O-Lg am 9. März, 25° N-Br in 127,1° O-Lg am 13. März und 30° N-Br 
in 127° O-Lg am 16. März gekreuzt. Der Mitsegler „Arciurus“ hatto Rangoon 
am 20. Februar und „Joseph Haydn“ Singapore am 15. Februar erreicht. 
Nachdein „Dorothea“ bis zum 3. April im Hafen von Nagasaki verweilt 
hatte, verließ sie denselben, um die unterbrochene Reise fortzusetzen. Bei 
frischem südöstlichem Winde wurde am 5. April die Korea-Strafse passirt, und 
nachdem man das Japanische Meer bei vorherrschend aus südöstlicher und 
südsüdwestlicher Richtung kommenden Winden durchsegelt hatte, gelang es am 
14. April die Rhede von Korsakov zu erreichen. Kapitän Möller erfuhr dort, 
dafs die Rhede erst vier Tage vor seiner Ankunft eisfrei geworden und dafs 
die „Dorothea“ das erste Schiff sei, welches in diesem Jahre in den Hafen gelange. 
Von Korsakov setzte „Dorothea“ am 29, April die Reise nach Posiette fort. 
Man erreichte diesen letzteren Hafen am 14. Mai und verweilte in ihm bis 
zum 21. Juni. An diesem letzteren Tage wurde die in Ballast geladene Bark 
von einem russischen Kanonenboote nach See geschleppt und die Reise nach 
Apia angetreten. Man überschritt das Japanische Meer bei leichten, meist aus 
westlicher oder südlicher Richtung kommenden Winden und passirte am 
26. Juni durch die Strafse von Sangair. Im Grofsen Ocean nahm der Wind 
bald östliche Richtung an, so dafs man dort, da die Windstärke auch oft eine 
unerwünscht grofse war, nur in langsamer Weise vorrücken konnte, Günstiger 
vorherrschend aus südlicher und westlicher Richtung kommender Wind stellte 
sich am 4, Juli bei 41° N-Br in 151° O-Lg ein. „Dorothea“ segelte bei dem- 
selben bis zum 17. Juli nach 33,3° N-Br in 168° W-Lg. Nachdem man diesen 
Punkt erreicht hatte, beobachtete man an mehreren Tagen ganz schwache süd-
	        
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