Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Mai 1885.
werden wollte. Südlich von 27° N-Br sank der Ostwind jedoch zum leisen
Zuge herab, und nachdem 23,5° N-Br überschritten worden war, beobachtete
nan an einem Tage wieder mäßigen NW-Wind. Erst indem dieser durch N
nach NNE zurückdrehte, entstand aus demselben der Passat. Die Grenze des-
zelben schien am 15. November in der Nähe von 21,5° N-Br und 23,4° W-Lg
zu liegen. Der Passat begleitete die Bark bis nach 5,8° N-Br in 25,4° W-Lg.
Um den in diesem Punkte am 21. November betretenen Stillengürtel zu über-
schreiten, waren zwei Tage erforderlich. Nach Verlauf derselben wurde in
4° N-Br und 26,5° W-Lg der SE-Passat wieder angetroffen, bei dem die Bark
bis zum 25. November zu dem in 30,2° W-Lg überschrittenen Aequator segelte,
Das Schiff hatte die zwischen Kanal und Linie liegende Strecke in 24 Tagen
durchsegelt. Auf derselben hatte man: 40° N-Br in 13,8° W-Lg am 6, No-
vember, 30° N-Br in 20,7° W-Lg am 10. November, 20° N-Br in 24,7° W-Lg
am 16. November und 10° N-Br in 25,8° W-Lg am 20. November gekrouzt.
Das nach Rangoon bestimmte eiserne Bremer Vollschiff „Arcturus“, welches
sich am 31. Oktober bei Lizard befunden hatte, verliefßs die nördliche Halb-
kugel in 28° W-Lg am 23. November, Und die auf einer Reise nach Guayaquil
begriffene Braker Bark „Atalanta“, welche am 1. November vom Kanal ab-
yegangen war, passirte die Linie in 30,2° W-Lg am 26. November. Endlich
erreichte die von Liverpool nach Westmexiko bestimmte Paperburger Bark
„Maria“, welche 50° N-Br am 31. Oktober verlassen hatte, südliche Breite in
30,2° W-Lgy am 25. November.
Im Süd-Atlantischen Ocean wurde „Dorothea“ bis nach 26,7° S-Br in
23,5° W-Lg vom frisch und beständig wehenden Passat begünstigt. In geringer
Entfornung von diesem Punkte veränderte sich der kräftige Wind am 6. De-
zember bei auf 768,0 mm gestiegenem Luftdruck nach NE. Als die Wiudrichtung
am 7, Dezember N geworden war, sprang mit einer Böe der kräftige Wisd
plötzlich um nach SSW, worauf sich der Wind dann im westlichen Halbkreise
hielt. „Dorothea“ segelte nun in rascher Fahrt bis zum 13. Dezember zu dem
in 35° S-Br überschrittenen Meridian von Greenwich. Der 13. Dezember war
der 18. bis dahin in südlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit
hatte man: 10° S-Br in 32,7° W-Lg am 29. November, 20° S-Br in 27,5° W-Lg
am 3. Dezember und 30° S-Br in 16,8° W-Lg am 8. Dezember gekrenzt. Das
Vollschiff „Areturus“ ging am 12. Dezember in 36,5° S-Br von westlicher in
östliche Länge über, 20° S-Br wurde von „Atalanta“ in 37,3° W-Lg am
5. Dezember und von „Maria“ in 34,9° W-Lg am 3. Dezember gekreuzt, Am
13. Dezember, fast gleichzeitig mit „Dorothea“, erreichte in 37,1° S-Br auch
die von Cardiff nach Singapore segelnde Bremer Bark „Joseph Haydn“ östliche
Länge. Dieselbe hatte 50° N-Br am 21. Oktober und 0° Breite in 27,9° W-Lg
am 20. November verlassen.
Beim Ablaufen der Länge traf „Dorothea“ angenähert dieselben Ver-
hältnisse an, wie solche im Reiseauszuge des „Joseph Haydn“ schon erwähnt
worden sind. Am Mittage des 28. Dezember, an welchem Tage beide Schiffe
einen heftigen Sturm überstanden, befand sich „Dorothea“ in 42,8° S-Br und
42,5° O-Lg und „Joseph Haydn“ in 42,5° S-Br und 45,2° O.Lg. Die erstere
veobachtete während desselben einen um 4" a. m. beobachteten niedrigsten
Luftdruck von 748,0 mm, während das Barometer bei dem letzteren Schiffe
seinen niedrigsten Stand von 748,2 mm um 12" a. m. erreichte. Der Sturm
begann bei beiden Schiffen aus NE und erreichte, indem sich derselbe nach
Ost veränderte, aus dieser Richtung seine gröfste Stärke. Nachdem dioses ge-
schehen war, drehte der Wind bei „Joseph Haydn“ nach NE zurück, und indem
die Windstärke gleichzeitig eine geringere wurde, durch N und W nach S,
während der Wind bei „Dorothea“ die Drehung nach rechts nicht unterbrach,
sondern durch E nach SSE ging und sich dann mäfsigte. Am Tage nach dem
Sturm herrschte bei beiden Schiffen wieder ein mäfsiger Ostwind. Aw 9. Januar
1884, einen Tag später als „Joseph Haydn“ os in 38,3° S-Br gethan hatte,
überschritt „Dorothea“ in 41,5° S-Br den Meridian von 80° O0. Der 9. Januar
war der 27, bis dahin in östlicher Länge zugebrachte Tag. Der Mitsegler
„Arcturus“ gelangte nach 80° O-Lg in 36° S-Br am 4. Januar,
Oestlich von 80° O-Lg traf „Dorothea“ zwar auch noch vorherrschend
westliche Winde an, doch waren dieselben nicht schr beständig. Als man bei
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