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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, Mai 1885. 
{ängere Zeit nordwestliche Winde vorherrschend, und nachdem man bei den- 
selben bis zum 1. Februar nach 22,4° S-Br in 15° W-Lg vorgerückt war, trat 
dort leichte, von Stillen unterbrochene, nördliche Briese an deren Stelle, Die 
Reise nahm dann nur einen sehr langsamen Verlauf. Erst als „Levuka“ sich 
am 6. Februar in der Nähe von 20,9° S-Br und 15,2° W-Lg befand, gelang es, 
den Passat anzutreffen, bei dem man, seit langer Zeit zum ersten Mal, wieder 
rascheren Fortschritt erzielen konnte. Die Bark segelte bis zum 19. Februar 
zu der in 26,8° W-Lg überschrittenen Linie. Um zu derselben vom Kap Horn 
her zu gelangen, waren 47 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit 
hatte man: 50° S-Br in 52° W-Lg am 8. Januar, 40° S-Br in 35° W-Lg am 
17. Januar, 30° S-Br in 21° W-Lg am 27%. Januar, 20° S-Br in 15,5° W-Lg 
am 7. Februar und 10° S-Br in 21,6° W-Lg am 13. Februar gekreuzt. Die 
auf der Heimreise von Sydney begriffene eiserne Hamburger Bark‘ „Zmil 
Julius“, welche sich am 11. Januar beim Kap Horn befunden hatte, erreichte 
den Aequator in 29,4° W-Lg am 17. Februar. Am Mittage des 3, Februar 
hatte sich „Levuka“ in 21,9° S-Br und 15,9° W-Lg und „Emil Julius“ in 
21,8° S-Br und 27,1° W-Lg befunden. Am 7. Februar Mittags, an welchem 
Tage sich aus dem schon seit längerer Zeit aus nordöstlicher Richtung wehenden 
Winde beim in 18,6° S-Br und 28° W-Lg stehenden „Emil Julius“ der Passat 
entwickelte, war „Levuka’s“ Schiffsort 20,1° S-Br in 15,4° W-Lg und der des 
Mitseglers 19° S-Br in 27,8° W-Lg gewesen. 
Ganz günstig erfolgte für „Levuka“ in nördlicher Breite der Uebergang 
des Schiffes vom Gebiete des SE- in das des NE-Passats. Nachdem jener 
Wind am 21. Februar in etwa 3,5° N-Br und 28,0° W-Lg geendet hatte, beob- 
nchtete man während der nächsten 12 Stunden leichte unbeständige nordöst- 
liche Briese, aus welcher sich schliefslich der in 4° N-Br und 28,3° W-Lg ein- 
setzende NE-Passat entwickelte. Das Gobiet dieses zwischen 6° und 24° N-Br 
am kräftigsten wehenden Windes dehnte sich bis nach 26,5° N-Br in 41,8° W-Lg 
aus. In geringer Entfernung von diesem Punkte trat leichte, von häufigeu 
Stillen unterbrochene Mallung an die Stelle des Passats. Erst nachdem die 
Windrichtung am 12. März bei 29,5° N-Br in 39° W-Lg eine südöstliche ge- 
worden war, wurde die Windstärke auch eine etwas gröfsere und infolge dessen 
der Fortgang des Schiffes ein rascherer. Westwinde wurden nicht eher als 
nördlich von 43° N-Br angetroffen, Nachdem „Levuka“ bei denselben bis zu 
den Aufsengründen vor dem Kanal gesegelt hatte, verursachten dort auftretende 
Ostwinde eine abermalige Verzögerung der Fahrt. Es gelang infolge dessen erst 
am 5. April, den Hafen von Falmouth zu erreichen. Der 5. April war der 145. 
seit der Abreise von Levuka verflossene Tag. In nördlicher Breite hatte man 
45 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 32,3° W-Lg am 25. Februar, 
20° N-Br in 37,6° W-Lg am 2. März, 30° N-Br in 39° W-Lg am 12. März 
und 40° N-Br in 35,7° W-Lg am 18. März gekreuzt. 
Der nach Liverpool bestimmte Mitsegler „Zmil Julius“ erreichte den 
St. Georgs-Kanal am 29. März. Noch ein anderer Mitsegler, das auf einer 
Reise von Hongkong nach London begriffene Bremer Vollschiff „Marie“, welches 
die nördliche Halbkugel in 21,6° W-Lg am 19. Februar betreten hatte, erblickte 
Lizard am 31. März. Am Mittage des 5. März hatte sich „Levuka“ in 26° N-Br 
und 40,9° W-Lg, „Emil Julius“ in 29,8° N-Br und 42° W-Lg und „Marie“ in 
29,1° N-Br und 42,7° W-Lg befunden. Trotz der in Länge so verschiedenen 
Schnittpunkte der Linie waren jene Schiffsorte in der Ost- und Westrichtung 
doch nur kurze Strecken von einander entfernt, und das den Aequator am öst- 
lichsten ühberschreitende Schiff stand dort am weitesten westlich. 
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7. Reise der Hamburger Bark „Dorothea“, Kapt. H. T. Möller. 
Die nach Ostsibirien bestimmte Bark „Dorothea“, welche Kronstadt am 
24. September 1883 und Kopenhagen am 13. Oktober verlassen hatte, befand 
sich am 1. November bei Lizard. Auf den mäßigen, dort damals wehenden 
Ostwind folgte am nächsten Tage ein raumer Westwind, bei dem sich ebenfalls 
ein befriedigender Fortgang erzielen liels. Noch günstiger wurde derselbe, 
aachdem der kräftige Wind am 7. November bei 37,5° N-Br in 14,5° W-Lg 
durch N nach NE zurückgelaufen war, und schien es dann, da sich der Wind 
nun für einige Zeit im nordöstlichen Viertel hielt, als ob derselbe zum Passat 
Ann. d. Hydr. etc. 1885. Heft IX.
	        
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