Eingänge von meteorolagischen Journalen ete., September 1884.
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge abgelaufen wurde,
hielt „Germania“ sich meistens zwischen 42° und 43° S-Br. Die dort herr-
schenden Verhältnisse waren keine besonders günstigen, denn das Auftreten
östlicher Winde war kein seltenes, und an mehreren Tagen nahm der Wind
auch bis zum ganz leisen Zuge ab. Die Stärke der Winde war eine derart
geringe, dafs dieselbe nur für wenige Wachen die Nummer 7 erreichte. Am
14. Februar, 24 Tage später als westliche Länge verlassen worden war, ge-
langte „Germania“ zu dem in 38° S-Br überschrittenen Meridian von 80° Ost.
An demselben Tage gelangte auch der Mitsegler „Alma“ nach 80° O-Lg in
36,6° S-Br. Derselbe hatte als südlichsten Punkt am 28, Januar 43,6° S-Br in
27° O-Lg berührt. Oestlich von 28° O-Lg traf „Germania“ schon, nachdem
wenig länger als ein Tag bei frischem Westwinde gesegelt worden war, den
Passat an. Der frische, in der Nähe von 80° O-Lg aus NW wehende Wind
veränderte sich bald nach links, bis dessen Richtung am 15. Februar in etwa
34,5° S-Br und 83° O-Lg eine südöstliche wurde. Begünstigt vom kräftigen
Passat, konnte „Germania“ dann während der nächsten Zeit einen recht be-
friedigenden Fortgang erzielen. Nachdem man am 23. Februar -nördlich von
11,5° S-Br gekommen war, nahm die Windstärke ab, und schliefslich endete
der SE-Passat am 24. Februar in etwa 9° S-Br und 87,2° O-Lg. Auf denselben
folgte leichte, unbeständige, südliche und östliche Briese, bei welcher „Germania“
bis zum 3. März nach 1,5° S-Br in 88° O-Lg vorrückte. Von dem sich unweit
dieses Punktes einstellenden leichten, westlichen Wind wurde „Germania“ bis
zum 4, März zu der in 88,3° O-Lg überschrittenen Linie geführt. Auf dem
Wege zu derselben war: 30° $S-Br in 84,7° O-Lg am 17, Februar, 20° S-Br in
86,6° O-Lg am 20. Februar und 10° S-Br in 87,5° O-Lg am 23. Februar
gekreuzt worden. Der Mitsegler „Alma“ gelangte zur Linie in 91,7° O-Lg am
6. März. Derselbe hatte den SE-Passat am 24. Februar in geringer Entfernung
von 10,3° S-Br und 88,8° O-Lg verloren.
In nördlicher Breite traf „Germania“ zunächst noch leichte westliche
Briese an. Dieselbe veränderte sich allmählich nach rechts, bis deren Richtung
am 7. März in etwa 4° N-Br und 91,4° O-Lg recht N geworden war, und
stellte sich dann auch bald der meistens nur schwach oder unbeständig wehende
NE-Monsun ein, bei dem mit St-B.-Halsen gesegelt wurde. Als „Germania“
in dieser Weise bis zum 14. März nach 11,5° N-Br in 89,5° O-Lg vorgerückt
war, endete der Monsun in Stille, auf die nach einiger Zeit leichter, aus nörd-
licher und westlicher Richtung vorherrschende Mallung folgte. Da bei letzterer
der noch übrige Theil der Reise vollendet werden mußte, erreichte „Germania“
erst am 26. März einen in der Nähe von China Buckeer gelegenen Ankerplatz.
Um zu demselben von 50° N-Br her zu gelangen, waren 109 Tage erforderlich
gewesen. Im Busen von Bengalen hatte man: 5° N-Br in 91,4° O-Lg am
9. März und 10° N-Br in 89,8° O-Lg am 13. März gekreuzt. Als westlichster
Punkt war 88,9° O-Lg in 12,2° N-Br am 16, März berührt worden, „Alma“,
welche sich am 10, März in Sicht von Pulo Brasse befunden hatte, erreichte
die Rhede von Singapore am 21. März.
Am 20. April 1884 ging die mit Reis beladene „Germania“ wieder von
Rangoon aus in See, Es herrschte dort zunächst leichte nordwestliche Briese,
welche sich in etwas größerem Abstande vom Lande allmählich nach N und
NE veränderte. Bei schwachem, aus letzterer Richtung kommendem Winde
durchsegelte „Germania“ am 25. April den Zehn Grad-Kanal, und bei demselben
konnte sie auch bis zum 29. April nach 6° N-Br in 90,5° O-Lg vorrücken.
Südlich von diesem Punkte wurde der Fortgang des Schiffes durch häufige
Stillen und faue, meist westliche Mallung in solcher Weise verzögert, dafs erst
am 7. Mai der Aequator in 91,5° O-Lg erreicht werden konnte. Der 7. Mai
war der 17. seit der Abreise verflossene Tag. 10° N-Br hatte man in 92,8°
O-Lg am 25. April und 5° N-Br in 90,6° O-Lg am 2. Mai überschritten. Die
Bark „Indra“, welche Rangoon am 18. April verlassen hatte, kreuzte den
Aequator in 91,3° O-Lg am 6, Mai.
Der frische Westwind, bei dem „Germania“ die nördliche Halbkugel
verliefs, hielt bis nach 5,5° S-Br an. Südlich von dieser Breite wechselte Stille
mit leichter südwestlicher Briese ab, und aus der letzteren entwickelte sich
schliefslich, indem sie sich durch S nach SSE veränderte, der rasch auffrischende