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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

026 Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Mai 1885, 
schont geblieben, Das auf einer Reise von Hamburg nach Baltimore begriffene 
Bremer Vollschiff „Maryland“, welches den Kanal am 25. Dezember verlassen 
hatte, verfolgte zwar später auch eine südliche Route, doch berührte es auf 
derselben das Passatgebiet nicht. Als am 3. Januar, am Mittag welches Tages 
sich „George Washington“ in 32,7° N-Br und 22,4° W-Lg, „Maryland“ in 35,6° 
N-Br und 22,1° W-Lg befand, sich der Wind auch bei diesem Schiffe durch N 
nach NE veränderte, schlug dasselbe einen recht westlichen Kurs ein, auf dem 
es später nicht südlich von 30° N-Br gelangte. Die Reise nahm dabei einen 
ganz günstigen Verlauf. Am 25. Januar Mittags, als der Schiffsort des „George 
Washington“ in 34,9° N-Br und 74,1° W-Lg war, stand der Mitsegler in 
35,2° N-Br und 72,6° W-Lg. Am 30, Januar, 36 Tage nach der Abreise vom 
Kanal, erreichte „Maryland“ die Chesapeake-Bai. Noch ein anderer Mitsegler 
war das damals ebenfalls nach New- York bestimmte Bremer Vollschiff „Dora“, 
Dasselbe war am 2. Dezember von der Weser aus in See gegangen und hatte 
am 12. Dezember, nachdem es bis dahin durch in der Nordsee herrschende 
Weststürme zurückgehalten worden war, abgehalten für die Nordspitze Schott- 
lands. Durch die dort angetroffenen Verhältnisso gezwungen, mufsten auch die 
Shetlands-Inseln umsegelt werden, und war infolge dessen der Schiffsort am 
14, Dezember in 61,1° N-Br und 0,6° W-Lg. Von diesem Punkte aus konnte 
„Dora“ dann, obgleich die beobachteten Winde nicht gerade überaus stürmisch 
waren, nur in sehr langsamer Weise nach Westen hin vorrücken. Am 24, De- 
zember, dem Tage, an welchem „George Washington“ den Kanal verliels, befand 
sich „Dora“ erst in 59,1° N-Br und 14,1° W-Lg. Am 8. Januar Mittags stand 
„George Washington“ in 22,6° N-Br und 33,8° W-Lg, „Maryland“ in 33,6° N-Br 
and 35° W-Lg und „Dora“ in 59,3° N-Br und 20° W-Lg. Da das Fortschreiten 
nach Westen für dieses letztere Schiff auch fernerhin gleich schwierig blieb, 
wurde dasselbe schliefslich ebenfalls gezwungen, noch niedrigere Breiten aufzu- 
suchen. Es segelte bis zum 1. Februar nach 32° N-Br in 44° W.Lg und bis 
zum 24. Februar nach 32,7° N-Br in 72,6° W-Lg. Von diesem letzteren 
Punkte aus konnte „Dora“ bis zum 1. März einen sicheren, in der Nähe des 
Bestimmungsplatzes gelegenen Ankerplatz erreichen. Für dieses Schiff waren, 
um von den Shetland-Inseln aus New-York zu erreichen, 77 Tage erforderlich 
yewesen. In diesem Falle hatte also das die südlichste Route befolgende Schiff 
das günstigste, das die nördlichste Route einhaltende Schiff das bei Weitem 
ungünstigste Resultat erzielt. 
5. Reise der Bremer Bark „Johanne“, Kapt, H. Ahlers. 
Die auf einer Reise von der Weser nach Tybee begriffene Bark „Johanne“ 
befand sich am 12. November 1884 bei Zizard. Nachdem dieselbe von dort 
aus für einen Tag bei leichtem südlichem Winde einen westlichen Kurs verfolgt 
hatte, stellte sich bei auf 771,5mm gestiegenem Luftdruck ein rasch auf- 
frischender NE-Wind ein. Indem „Johanne“ bei diesem Winde nach Süden hin 
vorrückte, veränderte sich derselbe langsam nach rechts, wurde schwächer, und 
der Luftdruck begann zu sinken. Als der letztere bis auf den am 18. November 
bei 40° N-Br in 20,8° W-Lg beobachteten niedrigsten Stand von 758,2 mn 
gesunken war, hatte der Wind auch bis zum leisen südlichen Zuge abgenommen. 
Auf diesen folgte jedoch nach kurzer Zeit wieder ein mäfsiger Ostwind, und 
nach diesem herrschten unbeständige, oft aus westlicher Richtung kommende 
Winde. Um das Gebiet des eigentlichen Passats zu erreichen, mufste die Bark 
bis nach 17,6° N-Br in 41,8° W-Lg vorrücken. Erst dort setzte am 6, De- 
zember der auf kurze Stille folgende NE-Passat ein, bei dem die Reise für 
längere Zeit einen befriedigend raschen Verlauf nahm. Nachdem später ein 
nordwestlicher Kurs gesteuert worden war, gelangte man am 18. Dezember 
wieder zu der in 26° N-Br und 72° W-Lg gelegenen polaren Passatgrenze. 
Auf dem von diesem Punkte ab noch vorliegenden Theil der Reise wurde 
„Johanne“ auch meist von östlichen Winden begünstigt, Am 22. Dezember, 
40 Tage später als der Kanal verlassen worden war, ankerte die Bark auf der 
Rhede von Zybee. Während der Fahrt über den Ocean hatte man: 40° N-Br 
in 20,8° W-Lg am 18, November, 80° N-Br in 28,7° W-Lg am 24. November, 
20° N-Br in 33° W-Lg am 28. November, 30° W-Ly in 26° N-Br am 26. No-
	        
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