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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Mai 1885. 525 
gelangt war, verursachte der sich von dort ab fast stets im nordwestlichen 
Viertel haltende Wind, daßs New- York erst am 15. März erreicht wurde. Diese 
Bark hatte ihre ruhig verlaufende Reise über den Ocean in 57 Tagen vollendet. 
Noch ein anderer, damals auf einer Reise nach New- York begriffener Mitsegler, 
das von Kapt. Bambach geführte Bremer Schiff „Helene“, welches die Weser- 
Mündung am 24, Januar verlassen hatte, beendete seine Reise auf der hoch 
nördlichen, Nordi um Schottland führenden Route. Dasselbe bofand sich am 
29. Januar bei Fair Island, traf später nicht selten stürmische Gegenwinde, 
aber ebenso oft auch günstige Ostwinde an und erreichte die Bai von New- 
York schon am 27. Februar. Für dieses Schiff waren, um von Fair Island ab 
New- York zu erreichen, nur 29 Tage erforderlich gewesen. Auf der nörd- 
lichsten Route war also in diesem Falle das bei Weitem günstigste Resultat 
erzielt worden. Am 10. Februar Mittags hatte sich „Olbers“ in 46,4° N-Br 
and 35° W.Lg, „Mozart“ in 24° N-Br und 32,2° W-Lg und „Helene“ in 50° N-Br 
und 36,8° W-Lg befunden. Das von Cette nach New-Orleans bestimmte Bremer 
Vollschiff „Henry“, welches die Strafse von Gibraltar am 19. Januar passirte, 
das von 30° N-Br in 21,6° W-Lg an von. mäfsigem, beständigem Passate 
begünstigt wurde, sichtete Guadeloupe am 13. Februar, das Kap San Antonio 
am 22. Februar und erreichte die Mississippi-Mündung am 25, Februar, Der 
25. Februar war der 37. seit der Abreise von G7braltar verflossene Tag. Am 
Mittag des 10. Februar war „Henry’s“ Schiffsort 16,9° N-Br in 52,2° W-Lg 
ewesen. 
5 Nachdem „Olbers“ in New- York entlöscht und wieder aufs Neue beladen 
worden war, wurde am 1, April die Rückreise nach Hamburg angetreten. Die- 
selbe wurde bei mäfsigen, fast stets aus westlicher Richtung wehenden Winden 
vollendet, ohne dafs sich Erwähnenswerthes während derselben ereignete. Die 
Bark kreuzte: 70° W-Lg in 39,5° N-Br am 4. April, 60° W-Lg in 39° N-Br 
am 7, April, 50° W-Lg in 39° N-Br am 11. April und 30° W-Lg in 45° N-Br 
am 17. April. Am 23. April, nur 22 "Tage später als New-York verlassen 
worden war, erreichte „Olbers“ die Mündung des Kanals. 
4. Reise des Bremer Vollschiffes „George Washington“, Kapt. J. D. Probst. 
Am 24. Dezember 1884, dem dritten Tage nach der Abreise von der 
Elbe-Mündung, gelangte das nach New-York bestimmte Vollschif „George 
Washington“ in die Nähe von Lizard. Dasselbe verfolgte von dort bei frischem 
NE-Winde einen südlichen Kurs und rückte auf demselben bis zum 28. Dezember 
nach 42° N-Br in 17° W-Lg vor. Südlich von diesem Punkte war die Wind- 
richtung eine veränderliche, blieb aber doch vorherrschend eine günstige. In 
geringer Entfernung von 32° N-Br und 22,5° W-Lg drehte der frische Wind 
am 3. Januar 1885, bei einem höchsten Barometerstande von 769,0 mm, durch 
N nach NNE und wurde Passat. Die Reise des sich später für längere Zeit 
zwischen 20° und 19,5° N-Br haltenden Schiffes nahm dann einen recht 
günstigen Verlauf, Nachdem wieder. für längere Zeit ein nördlicher Kurs 
gesteuert worden war, gelangte man am 19. Januar zurück zu der nun in 
24,5° N-Br und 67,5° W-Lg überschrittenen polaren Passatgrenze. In ihrer 
Nähe beobachtete man einen höchsten Luftdruck von 768,6 mm. Der Passat 
endete, indem der frische Wind sich nach SE veränderte. Da der Wind 
während der nächsten Tage eine regelmäfsig und langsam verlaufende Drehung 
nach rechts vollendete, wurde seine Richtung am 22. Januar wieder eine nord- 
östliche. Das bei dem südwestlichen Winde auf 762,2 mm gesunkene Barometer 
stieg dann in 30 Stunden auf 772,2 mm. Auf diesen ersten folgte noch ein 
zweiter Rundlauf des Windes durch S nach W, während dessen der Wind aus 
südlicher Richtung stürmisch wehte. Ein frischer SW-Wind führte den „George 
Washington“ am 28. Januar zum Hafen von New- York. Um zu demselben von 
Lizard her zu gelangen, waren 35 Tage erforderlich gewesen. Während dieser 
Zeit hatte man: 40° N-Br in 17,5° W-Lg am 29. Dezember, 30° N-Br in 24,2° 
W-Lg am 4. Januar, 20° N-Br in 48,5° W-Lg am 13. Januar und 30° N-Br 
zum zweiten Male in 74,2° W-Lg am 23. Januar, wie 30° W-Lg in 24° N-Br 
am 7. Januar, 50° W-Lg in 19,8° N-Br am 13. Januar, 60° W-Lg in 20,7° N-Br 
am 16. Januar und 70° W-Lg in 25,8° N-Br am %Z0. Januar gekreuzt. Von 
Stürmen war das Schiff während dieser Fahrt über den Ocean fast ganz. ver.
	        
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