Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Mai 1885.
Der in der Nähe von 30° S-Br einsetzende SE-Wind war schon der
Passat. Man beobachtete denselben später zwar an mehreren Tagen in befrie-
digender Stärke, doch war dieselbe vorherrschend nur eine mäfsige und un-
yenügende. „Marie“ wurde vom Passat bis zum 19, Februar zu der in 21,6°
W-Lg überschrittenen Linie geführt. Um zu derselben von 30° S-Br her zu
gelangen, waren 19 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte
man: 20° S-Br in 1,8° W-Lg am 6. Februar und 10° S-Br _in 12° W-Lg am
12. Februar gekreuzt.
In nördlicher Breite hielt der SE-Passat bis nach 3,2° N-Br in 23,6° W-Lg
an. Nur vier Wachen später, nachdem man in diesem Punkte den Stillengürtel
betreten hatte, stellte sich in nahezu derselben Position, in welcher der SE-
Passat geendet hatte, der NE-Passat wieder ein, bei dem die Reise aufs Neue
einen recht befriedigenden Verlauf nahm. Die in 29° N-Br und 42,7° W-Lg
liegende polare Passatgrenze wurde von „Marie“ am 5. März erreicht. Nach-
dem der dort zum ganz leisen Zuge herabgesunkene Ostwind bald in Stille
geendet hatte, folgte auf diese nach einiger Zeit ein schwacher Westwind.
Nördlich von 31° N-Br wurde „Marie“ für mehrere Tage von kräftigen West-
winden begünstigt. Nachdem man bei denselben bis zum 11. März nach 37,5°
N-Br in 35° W-Lg. vorgerückt war, nahm der Wind wieder östliche Richtung
an, um dieselbe auf dem nun noch vorliegenden Reiseabschnitt vorherrschend
zu behalten. Bei leichtem, nordöstlichem Winde erreichte „Marie“ auch am
31. März die Mündung des Kanals. Es waren dann 110 Tage seit dem Antritt
der Reise vergangen. Im Nord-Atlantischen Ocean hatte das Schiff 40 Tage
zugebracht, und dort: 10° N-Br in 31,3° W-Lg am 25. Februar, 20° N-Br in
87,8° W-Lg am 1. März, 30° N-Br in 41,7° W-Lg am 6. März und 40° N-Br
in 33,8° W-Lg am 14. März gekreuzt.
Die auf der Reise von Puerto Oliva nach dem Kanal begriffene eiserne
Altonaer Bark „Nioqgara“, welche südliche Breite in 28° W-Lg am 17. Februar
rerlassen hatte, gelangte nach Lizard am 1. April.
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3. Reise der Bremer Bark „Olbers“, Kapt. H. Lahmeyer.
Am 14. Januar 1885, dem neunten Tage einer Reise von Hamburg nach
New- York, verliefs die Bark „Olbers“ den Kanal. Es wehte dort damals ein
kräftiger NE-Wind, und da die Windrichtung auch während der nächsten Tage
eine günstige blieb, konnte man bis zum 18. Januar nach 48° N-Br in 22° W-Lg
vorrücken. Westlich von diesem Punkte wurden Westwinde angetroffen, bei
denen man, obgleich dieselben im Verhältnifs zur Jahreszeit nicht stürmisch
waren, nur sehr langsamen Fortschritt erzielen konnte. „Olbers“ segelte bei
ihnen bis zum 10. Februar nach 46,4° N-Br in 35° W-Lg. Nach dieser Zeit
wurden die Windrverhältnisse wieder etwas günstiger, denn obgleich westliche
Winde auch von nun an noch vorherrschend blieben, so wurden dieselben doch
wiederholt von Ostwinden unterbrochen. Ein frischer NNE-Wind führte die
Bark am 8, März in Sicht des Barnegat-Feuers. Am 9. März, 54 Tage später
als der Kanal verlassen worden war, ankerte „Olbers“ im Hafen von New- York,
Während dieser in Anbetracht der Jahreszeit wenig stürmischen Fahrt über
den Ocean war: 30° W-Lg in 44,8° N-Br am 5. Februar, 50° W-Lg in 42,6°
N-Br am 24. Februar, 60° W-Lg in 41° N-Br am 28, Februar und 70° W-Lg
in 40° N-Br am 7. März geschnitten worden. Als „ÖOlbers“ sich am 24, Februar
in der Nähe von 42,5° N-Br und 50° bis 51° W-Lg befunden hatte, waren
dort mehrere Eisberge erblickt worden. Die dem Rheder des „Olbers“ gleichfalls
gehörige Bark „Mozart“, weiche, nach New- York bestimmt, sich am 17. Januar
bei Lizard befunden hatte, wählte zur Ausführung ihrer Reise die Passatroute.
Sie rückte bei vorherrschenden Westwinden auf südlichem Kurse bis zum
4. Februar nach 28,2° N-Br in 19,5° W-Lg vor und traf dort den auf kurze
Stille folgenden NE-Passat an, bei dem die Reise für längere Zeit einen
ziemlich befriedigenden Verlauf nahm. Zwischen 23,8° N-Br in 33,6° W-Lg
und 21° N-Br und 38° W-Lg wurde der Passat für drei Tage durch mäfsigen
NW-Wind unterbrochen, doch ließ sich auch bei diesem ein mäfsiger Fortschritt
erzielen. Da auch später noch wiederholt Passatstörungen beobachtet wurden,
{äfst sich die polare Passatgrenze im westlichen Theile des Oceans kaum
bestimmen. Nachdem „Mozart“ am 6. März nach 32° N-Br in 70,5° W-Le