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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, Mai 1885. 
am 5, August gekreuzt worden. Der 6. August war der 104. seit der Abreise 
von 50° N-Br verflossene Tag. 
Nachdem Sunda-Strafse, Sunda-See und Gaspar-Strafse bei mäfsigem 
SE-Winde durchsegelt worden waren, ging „Marie“ am 10. August in 108° O-Lg 
von südlicher in nördliche Breite über. In letzterer veränderte sich der zum 
ganz leisen Zuge herabgesunkene Wind durch S nach SSW und wurde dann 
wieder kräftiger. Das Schiff rückte darauf bis zum 19. August nach 12,5° N-Br 
in 112,5° O-Lg vor. Wenige Meilen nördlich von diesem Punkte veränderte 
sich der mäßige Wind durch N nach NE und wurde, während gleichzeitig ein 
unaufhörlicher wolkenbruchartiger Regen fiel, stürmisch, Der Luftdruck erreichte 
dabei einen niedrigsten Stand von etwa 752,0 mm. Am 20. August mäfsigte 
sich der Sturm, und nachdem es am 21, August für mehrere Stunden windstill 
gewesen war, stellte sich der rasch auffrischende SW-Monsun wieder ein, bei 
dem der letzte Theil der Reise vollendet wurde. Am 26. August, 124 Tage 
später, als 50° N-Br verlassen worden war, ankerte „Marie“ auf der Rhede 
von Hongkong. Während der Fahrt durch die China-See war: 5° N-Br in 
107,6° O-Lg am 14, August, 10° N-Br in 110° O-Lg am 18, August, 15° N-Br 
in 113° O-Lg am 22. August und 20° N-Br in 114,2° O-Lg am 25, August 
überschritten worden. Kapt. Warnken bemerkt am Schlusse der Reise, dafs 
zwei grofse Amerikanische Schiffe, welche gleichzeitig mit ihm Cardiff verliefen, 
ebenfalls am 26. August den Hafen von Hongkong erreichten, 
Nachdem die Kohlenladung in Hongkong entlöscht und eine aus Stück- 
gütern bestehende, für London und Hamburg bestimmte andere Ladung wieder 
eingenommen worden war, trat „Marie“ am 11. Dezember die Heimreise an, 
Der kräftige, auf See gleich angetroffene NE-Monsun führte das Schiff in solch 
rascher Fahrt südwärts, dafs schon am 18, Dezember der in 106,3° O-Lg über- 
zchrittene Aequator erreicht wurde. Auf dem Wege zu demselben war vorher: 
20 N-Br in 114° O-Lg am 12. Dezember, 15° N-Br in 112,6° O-Lg am 13, De- 
zember, 10° N-Br in 109,8° O-Lg am 15. Dezember und 5° N-Br in 107,3° O-Lg 
am 16. Dezember geschnitten worden. Der auch in südlicher Breite zunächst 
noch frisch und beständig wehende Wind veränderte sich dort langsam durch 
N nach NW. „Marie“ durchsegelte bei demselben die Gaspar-Strafse und die 
Sunda-See und erreichte am 21. Dezember den Indischen Ocean. In diesem 
nahm die Fahrt bei dem dort herrschenden schwachen nordöstlichen Winde 
zunächst nur einen langsamen Verlauf. Nachdem die Windrichtung aber eine 
züdöstliche geworden war, wurde die Windstärke auch bald eine gröfsere und 
demzufolge der Verlauf der Reise wieder ein günstigerer. Der Passat begleitete 
das Schiff, bis sich dasselbe am 3. Januar in 22° S-Br und 71,5° O-Lg befand, 
In geringer Entfernung von diesem Punkte drehte der mäfsige Wind nach NE 
und N, um bald darauf, als seine Richtung eine westliche geworden war, bis 
zum leisen Zuge abzunehmen. Es fanden nun zwei unregelmäfsig verlaufende, 
von Stillen unterbrochene Rundläufe des Windes nach links statt, auf die, 
nachdem die Windrichtung am 8, Januar 1885 zum zweiten Male eine südöst- 
liche geworden war, ein vier Tage lang anhaltender Ostwind folgte. Als der 
frische Wind sich am 12. Januar unweit von 24° S-Br und 59° O-Lg noch 
einmal durch N verändert hatte, bewegte sich derselbe nicht mehr in Drehungen 
nach links. Oestliche Winde, bei denen sich ein befriedigend rascher Fortgang 
erzielen liefs, blieben jedoch auch nun noch vorherrschend. Während der Um- 
segelung des Kap der guten Hoffnung wurde Westwind nur für kurze Zeit an- 
getroffen. Bei fast stürmisch wehendem Ostwinde überschritt „Marie“ am 
28. Januar die Länge der Kapstadt, und nachdem der Wind im Atlantischen 
Ocean noch wieder für mehrere Tage aus südwestlicher Richtung geweht hatte, 
führte ein leichter SSE-Wind das Schiff am 31. Januar zurück zu dem in 
10,2° O-Lg überschrittenen Parallel von 30° Süd. Der 31. Januar war der 51. 
seit der Abreise von Hongkong verflossene Tag. Während der Fahrt über den 
Indischen Ocean hatte „Marie“: 10° S-Br in 97,5° O-Lg am 25. Dezember, 
20° S-Br ia 83° O-Lg am 31. Dezember, 30° S-Br in 38,5° O-Lg am 20, Januar, 
90° O-Lg in 15,4° S-Br am 29. Dezember, 60° O-Lg in 23,8° S-Br am 12. Januar 
und 30° O-Lg in 33,8° S-Br am 22, Januar gekreuzt. Südlich von 30° S-Br 
waren 11 Tage zugebracht worden. Die Agulhas-Strömung hatte das Schiff in 
einem Etmale 70 Sm nach Westen versetzt. 
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