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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Mai 1885. 
AD1 
1. Reise des eisernen Hamburger Dreimastschoners „Margaretha @aiser“, 
Kapt. F. H. C. Wienefeld. 
Der nach Lagos bestimmte Guineafahrer „Margaretha Gaiser“ befand sich 
am 11. November 1884 bei Lizard. Es wehte dort damals ganz schwacher 
Südwind, auf den schon nach einem Tage ein mäfsiger, bei einem höchsten 
Barometerstande von 770,9 mm einsetzender NE-Wind folgte. Obgleich dieser 
Wind nach einigen Tagen südöstlich lief und der Luftdruck, so wie man weiter 
nach Süden hin vorrückte, beständig und langsam abnahm, hielt sich derselbe 
doch für längere Zeit im östlichen Halbkreise. Unmittelbar in den Passat ging 
der Ostwind indessen nicht über, Als „Margaretha Gaiser“ sich am 26. No- 
vember in geringer Entfernung von 26° N-Br in 19,5° W-Lg befand, veränderte 
sich dort der zum leisen Zug herabgesunkene Wind von NE durch N nach W, 
wurde dann etwas kräftiger und hielt sich fünf Tage lang im westlichen Halb- 
kreise. Dieser westliche Wind begleitete das Schiff, bis sich dasselbe am 
1. Dezember in der Nähe von 21° N-Br in 19° W-Lg befand. Er endete hier, 
indem der ganz schwach gewordene Wind von NW durch N nach NNE drehte 
und aus letzterer Richtung auffrischte, Das Schiff erreichte in dieser Weise 
den Passat. Der Luftdruck zeigte beim Einsetzen desselben auf einen höchsten 
Stand von 763,5 mm. . Das Gebiet des Passates dehnte sich bis nach 8° N-Br 
in 16,3° W-Lg aus. Die südlich von diesem Punkte angetroffenen Verhältnisse 
waren aufserordentlich ungünstig. Windstille, die nur selten von leichter Mallung 
unterbrochen wurde, und das Fehlen jeder günstigen Strömung bewirkten dort, 
dafs erst am 23. Dezember, 16 Tage später als das Passatgebiet verlassen 
worden war, die Länge des Kap Palmas erreicht werden konnte. Bei dem 
dort wehenden, von 5,8° N-Br in 11,5° W-Lg an herrschenden schwachen süd- 
westlichen Winde verlief der fernere Theil der Reise nun in etwas rascherer 
Weise. Am 29, Dezember ging „Margaretha Gaiser“ in 5,5° N-Br von west- 
licher in östliche Länge über, und am 30. Dezember erreichte der Schoner 
einen in der Nähe des Bestimmungshafens gelegenen Ankerplatz. Um zu dem- 
selben von Lizard aus zu gelangen, waren 49 Tage erforderlich gewesen. 
Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 14,3° W-Lg am 17. November, 
30° N-Br in 19° W-Lg am 23. November, 20° N-Br in 18,9° W-Lg am 2. De- 
zember und 10° N-Br in 17,3° W-Lg am 6. Dezember gekreuzt. 
Am 13. Januar 1885 ging „Margaretha Gaiser“ wieder von Lagos aus in 
See, um nach Harburg zu segeln. Bei dem aus südwestlicher Richtung wehen- 
den schwachen Winde stand man zunächst mit St-B.-Halsen am Winde südwärts, 
bis 2,7° N-Br in 5,2° O-Lg erreicht war. Hier wurde zum ersten Male ge- 
wendet, später jedoch noch wieder für längere Zeit mit St-B.-Halsen gesegelt, 
Zum letzten .Male wendete der Schoner, als sich derselbe am 22. Januar bei 
0,7° N-Br in 5,9° O-Lg befand. Am 26, Januar ging „Margaretha Gaiser“ in 
0° Länge von nördlicher in südliche Breite über, und nachdem man sich später 
für längere Zeit in der Nähe von 2° S-Br gehalten hatte, wurde am 7. Februar 
die Linie wieder in 22° W-Lg überschritten. Der SE-Passat begleitete das 
Schiff in nördlicher Breite noch, bis es sich am 9. Februar bei 1,8° N-Br in 
24° W-Lg befand. Um den in der Nähe dieses Punktes betretenen Stillengürtel 
zu überschreiten, waren 51% Tage erforderlich. Nach Verlauf derselben stellte 
sich in 4,2° N-Br und 27,5° W-Lg der NE-Passat ein, bei dem sich wieder ein 
rascherer Fortgang erzielen lielfs, Der frischeste Wind wurde auf der zwischen 
12,5° und 22° N-Br liegenden Strecke angetroffen. Die polare Passatgrenze 
lag am 24. Februar in 23,3° N-Br und 38,8° W-Lg. Als dort der Wind in 
leisen Zug überging, hatte der Luftdruck einen Stand von 768,1 mm erreicht, 
Nach einigen Tagen stellte sich jedoch noch wieder leichte östliche Briese ein, 
die das Schiff bis über 30° N-Br hinaus begleitete. Nachdem 32,5° N-Br über- 
schritten worden war, wurde die Windrichtung eine westliche; man segelte dann 
bis zum 10. März in Sicht von der Insel Pico. Der von hier ab noch vor- 
liegende Theil der Reise erforderte infolge der auf ihm angetroffenen, fast nur 
aus östlicher Richtung wehenden Winde noch eine recht lange Zeit. Nachdem 
diese endlich am 4. April geendet hatten, gelang es am 5. April den Kanal zu 
erreichen. Der 5. April war der 82. seit der Abreise verflossene Tag. Während 
dieser Zeit hatte man: 10° N-Br in 32,5° W-Lg am 18. Februar, 20° N-Br 
Ann. ad. Hydr, ate.. 1885. Heft IX.
	        
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