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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

B13

Witterung in Hongkong.

Die Barometer- und Thermometerstände sind nicht auf die Meeresoberfläche
 reducirt; hieraus erklären sich auch die bedeutenden Differenzen des
Luftdrucks und der Temperatur an beiden Stationen, welche. einem Höhenanterschiede
 beider von 522m entsprechen; während nämlich das Observatorium
33,5m über dem Meeresniveau liegt, beträgt die Höhe der Beobachtungsstation
auf dem Viktoria-Pik 555m.
Die Barometerstände für das Observatorium sind aus stündlichen Ablesungen
 ermittelt, die für den Viktoria-Pik nur aus drei täglichen Beobachtungen,
 um 10% Vormittags, 4* und 10° Nachmittags. Die täglichen
Schwankungen des Barometers sind sehr regelmäfsig und wurden selbst während
aller gröfseren atmosphärischen Störungen beobachtet. Die Abweichungen des
Barometerstandes zu den verschiedenen Tageszeiten von dem Tagesmittel,
welches dem Luftdruck von 6* a. m. entspricht, betragen im Mittel nach den
Beobachtungen des ganzen Jahres:

2h 3h 4h 5b
mm 0,0295 —0,2 —0427 —4,329 —0,3929

ih

Vormittags
6h 7b 8h gh 10h 11h 12h
0 0,329 0,708 0,937 0,987 0,787 0,379

Nachmittags
mm —0,2 —0,608 —0,912 —1,041 —0,962 —0,708 —0,354 0,1 0,429 0,608 0,508 0,354

Um 4" a. m. fängt das Barometer an zu steigen; im Frühjahr, wenn die
Atmosphäre mit Feuchtigkeit gesättigt ist, steht es um diese Zeit verhältnifsmäfsig
 niedriger, als später im Jahre. Nachdem es, wie bereits erwähnt, um
6 den mittleren Stand passirt, erreicht es um 10* das Vormittags-Maximum,
welches in Hongkong das Hauptmaximum ist; verhältnifsmäfsig am höchsten ist
es in der Mitte des Winters. Nach 10% beginnt es zu fallen, erreicht wieder
einen Mittelwerth um 1* p. m. im Frühjahr, gleich nach Mittag gegen Ende des
Jahres, und sein zweites, absolutes, Minimum im Frühjahr zwischen 3* und 4»,
im Winter schon um 3* p. m. Das zweite Maximum findet gegen 10* Abends
statt und ist im Juli verhältnifsmäfsig am höchsten.
Die Temperaturangaben sowie diejenigen des Feuchtigkeitsgehaltes für
das Observatorium sind wieder aus stündlichen, die für den Viktoria-Pik nur
aus zwei täglichen Beobachtungen, um 10* a. m. und 10 p. m., abgeleitet,
Die täglichen Temperaturschwankungen sind das ganze Jahr hindurch,
mit Ausnahme des Dezembers, recht konstant. Der heifseste Theil des Tages
a Winter gegen 2*p.m., im Sommer gegen 3*, die niedrigste Temperatur
um 6* a. m.
Der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ist zwischen 4% und 6* Vormittags am
gröfsten, während es um 3* p. m. am trockensten ist.
Die täglichen Schwankungen des Dunstdrucks sind, wie es bei einer
Küstenstation zu erwarten ist, aufserordentlich unbedeutend; er ist am Abend
gröfser als am Morgen. Die Abnahme des Wasserdampfes mit der Höhe ist,
besonders im Winter, wenn die Wolken niedrig stehen, geringer, als Hann’s
Formel angiebt,
Die Windstärke, ausgedrückt durch die Anzahl Seemeilen, welche der
Wind in einer Stunde zurücklegte, ist für die Pik-Station aus drei täglichen
Beobachtungen, 10* a. m., 4* und 10 p. m. hergeleitet. Der Wind ist im
Winter stärker, als im Sommer. Auf dem Pik ist die Geschwindigkeit bedeutend
 gröfser, als unten, während die jährliche Variation weniger ausgeprägt
 ist.
Die Richtung des Windes ist auf dem Pik im Mittel einen Strich südlicher,
 als beim Observatorium.
            
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