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Wissenschaftliche Ergebnisse der Lady-Franklin-Bai-Expedition.
während der Zeit, wo kein Wechsel von Tag und Nacht stattinde, ergeben die
kontinuirlichen Beobachtungen von fast 500 Tagen in Fort Conger eine wohl aus-
geprägte tägliche Amplitude von 0,25mm. Das Hauptmaximum fällt auf 5% a. m,
mittlere Washington-Zeit, das Hauptminimum auf 1* p. m.; ein zweites Maximum
auf 6 p. m., ein zweites Minimum auf Mitternacht. Um den Einflufs der An-
oder Abwesenheit der Sonne zu konstatiren, wurden die Mittel aus den Tagen
von steter Dunkelheit und beständigem Tageslicht bis zum 1. Mai 1883 ge-
zondert berechnet. Die täglichen Bewegungen und die Zeiten der Extreme
waren für beide Perioden wesentlich gleich. Die gröfste Differenz der Baro-
meterstände betrug 51,6mm, und zwar wurde der höchste Stand von 787,4mm
am 31. April 1882, der niedrigste von 735,8mm am 19. Februar 1883 erreicht.
Das Luftdruckminimum des Jahres 1882/83 trat in Godthaab einen Tag und in
Spitzbergen drei Tage später ein, als zu Fort Conger in ersterem Orte erreichte
es den ungewöhnlich niedrigen Stand von 708,4 mm.
Die Temperatur betrug im Jahresmittel —19,9°C,; es ist das niedrigste
bis jotzt auf der Erde beobachtete und steht noch 0,8° tiefer als nach Kane’s
Beobachtungen für den Van Rensselaer-Hafen abgeleitet wurde. Die Annahme,
dafs das Klima mit der Annäherung an den Pol wärmer wird, ist hierdurch
widerlegt.
Das höchste Monatsmittel zu Fort Conger erscheint im Juli und stimmt
mit denjenigen anderer arktischer Stationen überein; die Monatsmittel sinken
dann stufenweise bis zu dem Minimum im Februar. Der Februar ist der kälteste
Monat der arktischen Stationen; wenn auch das niedrigste Mittel im Januar und
gelegentlich im März gefunden wurde, so dürfte doch eine Reihe von mehr-
jährigen Beobachtungen den Februar ergeben,
Das für den Februar 1882 gefundene niedrigste Monatsmittel von
—43,6° C. wird noch durch die Temperatur zu Werchojansk an der Lena über-
troffen; hier wurden folgende Monatsmittel beobachtet: Dezember — 45,7°,
Januar — 48,9°, Februar — 47,2°, Das höchste Monatsmittel von 37,2° in
Fort Conger fiel auf den Juli 1883. Die gröfste Differenz der Temperatur von
—52,3° am 3. Februar 1882 bis 11,7° am 30. Juni 1882 betrug 64°,
Die Regen- und Schneemenge betrug im ersten Jahre 100mm, im
zweiten 97mm, war aber unregelmäfsig über das ganze Jahr vertheilt. Durch
diesen geringen Betrag des Niederschlages ist es erklärlich, dafs die Umgebung
nicht vergletschert ist. Greely hält die Niederschläge im Innern für geringer
als in Fort Conger.
Die Windresultanten waren im ersten Jahre S61,4° E 7594 Sm, im
zweiten Jahre S67,3° E 6437 Sm. Der Wind war im ersten Jahre von 2% bis
4* p. m., im zweiten Jahre von 11* a. m. bis 2° p., m. südlicher als in der
anderen Tageszeit.
Ueber die mittleren Gezeiten wurden zweijährige Beobachtungen an-
gestellt, und es ergab sich eine Hochwasserzeit von 11% 33,9” (1314 Gezeiten),
eine Niedrigwasserzeit von 17 45,7” (1314 Gezeiten).
Die Temperatur des Seowassers an der Oberfläche wurde von
Oktober 1882 bis Juni 1883 beobachtet; sie fiel beständig von dem Mittel
—1,6° im Oktober bis — 1,7° im Dezember, stieg dann ebenso bis — 1,4° im
Juni. Bei Ebbe war das Wasser 0,05° bis 0,1° kälter als bei Fluth.
Mit einem von dem U. S. Coast and Geodetic Survey gelieferten Pendel
wurden 48 Schwingungs - Beobachtungen angestellt; dieselben sind Herrn
Ch. S. Peirce zur Bearbeitung übergeben.
Witterung in Hongkong.
Die während des Jahres 1884 in Hongkong angestellten meteorologischen
Beobachtungen sind von dem dortigen Observatorium bearbeitet, und der hier-
nach von dem Vorstand Herrn W. Doberck aufgestellte Witterungsbericht ist
in einer Beilage der „Hongkong Government Gazette“ vom 28. März d. J. ver-
öffentlicht. Die hauptsächlichsten meteorologischen Daten sollen aus demselben
nach ihren Monatsmitteln für die beiden Beobachtungsstationen, Observatorium
and Viktoria-Pik, zusammengestellt werden. .