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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Wissenschaftliche Ergebnisse der Lady-Franklin-Bai-Expedition. ; 
Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Lady-Franklin-Bai-Expedition. 
Da die gründliche Bearbeitung des auf der letzten Amerikanischen Polar- 
Expedition nach der Lady-Franklin-Bai gesammelten Beobachtungsmaterials 
noch längere Zeit in Anspruch nehmen wird, so hat Herr A, W. Greely eine 
vorläufige kurze Zusammenstellung einiger wissenschaftlichen Ergebnisse gemacht 
und dieselbe in der Zeitschrift „Science“ 1885, Bd. V, S. 309, veröffentlicht.!) 
Die magnetische Deklination. Die vor dem 1. Juli 1882 während 
32 Tagen ausgeführten stündlichen Beobachtungen ergaben für Fort (/onger ?) 
eine mittlere Deklination von 100° 12‘ West, einen um 1° 32‘ kleineren Werth, 
als das auf der Englischen Expedition 1875/76 erhaltene Resultat. Das Maximum 
östlicher Abweichung fiel auf 2* a, m. Ortszeit (7% a, m. mittlere Göttinger Zeit), 
die gröfste westliche auf 12° Mittags; diese Extreme fallen 1 bis 2 Stunden 
später, als Arcter und Fulford 1875/76 feststellten, Die Beobachtungen des 
ganzen Jahres sind Herrn Charles Schott, Assistenten des Coast and Geodetic 
Survey zur Bearbeitung übergeben worden, und ist es möglich, dafs die hieraus 
gewonnenen Resultate etwas anders lauten. Die Zeiten stimmen allerdings mit 
denjenigen überein, welche Herr Schott bei der Diskussion von Kane’s Be- 
obachtungen für Van Rensselaer erhielt, 
Die Amplitude der englischen Beobachtungen beträgt 8°, die gröfste 
Aenderung während eines Tages 5° 9,1‘. Während des grofsen magnetischen 
Sturmes im November 1883 zeigten sich abnorme Schwankungen; vom 16. No- 
vember 8: 35" a. m. bis 18, November 10* 30” p. m. fand eine Aenderung von 
113° 19,8‘ auf 92° 51,6%, also um den Betrag von 20° 28,2‘ statt. Diese 
Schwankung war viel gröfser, als sie Paulsen in Godthaab (Grönland) be- 
obachtete, wo am 17. November die Deklination von 2* a. m. bis Mittag 4° 44 
pach Ost abwich, und darauf 5° nach West, so dafs die Gesammtänderung des 
Tages nur 9,5° betrug. 
Luftdruck. Die folgende Tabelle enthält die nach den dreijährigen 
Beobachtungen 1875/76 und 1881/83 zusammengestellten Monatsmittel der auf 
das Meeresniveau reducirten Barometerstände, der Temperatur und der Nieder- 
schlagsmenge. 
5153 
Barometer 
Temperatur 
ar 
Niederschlagsmenge 
(in 2 Jahren) 
mm 
Mm 
Januar 755,79 
Februar 756,37 
März 761,02 
April 766,43 
Mai 762,52 
Juni 758,23 
Juli 755,00 
August 756,58 
September 755,61 
Oktober 760,08 
November 761,25 
Dezember 757,67 
Yahr 78.8 
39,1 
_— 40.1 
33,5 
253 
20 
N 
10,% 
738 
1a 
A 
10: 
A 
Y 
1 
(+. 
Ay 
29,7 
30.7 
"Can 
Die jährlichen Schwankungen des Luftdruckes hat Fort Conger nach 
Ansicht von Greely mit dem ganzen arktischen Gürtel gemein. Das aus- 
geprägte Maximum im April weicht sehr schnell im Juli dem Hauptminimum, 
dem im November ein sekundäres Maximum und im Januar oder Februar ein 
weniger markirtes Minimum folgt. - 
Die bisher noch offene Frage, ob die täglichen Barometerschwankungen 
der niederen Breiten auch an den Polen stattfinden, ist durch die stündlichen 
Beobachtungen im bejahenden Sinne gelöst. 
Während nämlich Buchan im Angesicht der Thatsache, dafs in Peters- 
burg und Bossekop die tägliche Amplitude nur 0,3mm beträgt, behauptet, in 
noch höheren Breiten verschwinde die tägliche Variation wahrscheinlich ganz 
1) Die geographischen Errungenschaften der Expedition sind schon für die neuerdings von 
dem Hydrographischen Amte zu Washington herausgegebene Karte der Polarregionen (Tit, XIII: 
No. 20) benutzt. & 
2 Vegl. Annalen 1884, S. 510.
	        
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