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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Der Hafen von Bahia Blanca. Argentinien. 
Ballast- und Wasserkosten, die nach dem augenblicklichen System sehr hoch 
sind. Ballast kostet z. B. 1'/ Doll. pro Tonne. Der Schlepplohn beziffert sich 
auf je 40 Doll. Gold ein- und auswärts, was für die Strecke von Tonne No. 7 
nach der Stadt oder umgekehrt allerdings nicht zu viel wäre, wenn man nicht 
auch dieselbe Summe schon zu bezahlen hätte, sobald der Schlepper nur die 
Trosse angefalst hat oder auf Wunsch des Kapitäns zum Schiffe kommt, ohne 
zu schleppen. Für solche Fälle sind bislang noch keine Bestimmungen getroffen, 
und es wird diesbezüglich in Zukunft erst Wandel geschafft werden müssen. 
Der vorhandene Schleppdampfer ist gut, seine Forderungen sind jedoch so 
hoch, dafs dadurch die Entwickelung der Schiffahrt beeinträchtigt wird. Wasser 
ist sparsam, sehr theuer und schlecht, ebenso sind Gemüse selten und theuer, 
wohingegen Fleisch billig ist. Proviant zur Ausrüstung der Schiffe ist oft selbst 
zu den höchsten Preisen nicht erhältlich. Die Stadt liegt 4 bis 5 Sm von dem 
Hafen. Meiner Ansicht nach hat Bahia Blanca alle Aussichten, ein sehr wich- 
tiger Handelshafen der Argentinischen Republik zu werden, sobald voraus- 
sichtlich in nicht allzu ferner Zeit die Eisenbahn- und Molenbauten gänzlich 
vollendet sind und die Schiffe am Lande löschen und laden können. Kin 
grofser Theil der Landesprodukte wird dann seinen Weg über diesen Hafen 
nehmen, der für Einfuhr und Ausfuhr sich gleich wichtig erweisen wird und bei 
dem gegenwärtigen Tonnensystem auch gut und leicht zugänglich ist, wenn nur 
die Mündung in angemessener Weise befeuert wird. Alles, was in dieser Be- 
ziehung erforderlich wäre, ist ein Leuchtschiff bei der Aufsen- oder der zweiten 
Tonne und ein kleines Feuer auf der Spitze Pipa; das erstere würde das 
gofahrlose Ansegeln erleichtern, das letztere der weiteren Fahrt zu statten 
kommen. 
Für die Einsegelung sind die folgenden Anweisungen zu beachten: Das 
Feuer für die Einfahrt brennt an einem neben einem Haus stehenden weilsen 
Mast. Es warnt jedoch, wie schon erwähnt, den Schiffsführer nicht früh genug 
vor der an der Mündung des Fahrwassers liegenden Großen Nordbank. Sieben 
Tonnen bezeichnen das Fahrwasser zwischen der genannten Bank und Horn Spit, 
sowie durch den nach Port Belgrano führenden Kanal. Am nördlichen Ufer 
steht ein Mast auf einem Dreifuß; derselbe ist 3'/2 Sm von Black Spot entfernt 
and wird in der Durchfahrt nach Port Belgrano zuerst in NW’%/4W gesehen. 
Nach Bahia Blanca bestimmte Schiffe sollten das Land bei der Spitze Asuncion 
anlaufen und sich etwa 8 Sın von demselben entfernt halten, bis sie entweder 
den Berg Hermoso oder die gelbe Aufsentonne No. 1 erblicken, von der ein 
westnord westlicher Kurs nach der rothen Tonne No. 2 führt. Mit nordwestlichem 
Kurse segelt man dann durch die Durchfahrt nach Port Belgrano. Alle Tonnen 
müssen an der B-B.-Seite gelassen werden. Bei Tonne No. 6 ist das Fahrwasser 
sehr schmal, doch erweisen die Masten eines gesunkenen Leuchtschiffes sich dort 
als ein vorzügliches Merkzeichen für die St-B.-Seite des Fahrwassers. Ohne gründ- 
liche Kenntnifs des letzteren würde es aber nicht rathsam sein, nach Port Belgrano 
hinaufzukreuzen. Nachdem man Tonne No. 7 umsegelt hat, führt ein mehr 
westlicher Kurs nach der gleichfalls roth angestrichenen Tonne No. 8 bei der 
Spitze Ciguena, wo man sich ea 1 Sm vom niedrigen nördlichen Ufer zu halten hat, 
um dasselbe zu vermeiden. Auf der Südseite von der Spitze Ciyuena ist guter 
Ankergrund mit 13 oder 15m Wasser; auch kann man von hier ab einen Lotsen 
sowie einen Schlepper erhalten, welcher das Schiff nach der Stadt bringt. Man 
wird aber beide erst nach langer Verzögerung bekommen, wenn man nicht mit 
dem eigenen Boote hinauffährt. Von Tonne No. 8 steuert man nach Tonne No. 9, 
von da nach einem Pfahl an der Nordseite des Three Fathom Creek, Punta 
Pipa Barrel, den man in der Entfernung von 1!/2 Sm etwas über den B-B.-Bug 
halten mufs, um eine nahebei an B-B. liegende Sandbank zu vermeiden. 
Der Pfahl wird in einer Entfernung von ca 1 Kabllg. umsegelt; hat man den- 
selben etwa dwars, so wird der Kurs nördlich geändert, bis man über jeden 
Bug zwei Pfähle in Sicht bekommt, welche von Drähten gehalten werden und 
die beiden Seiten der Einfahrt in den Hafen markiren. Gleichzeitig sieht man 
gerade voraus eine 8 Sm entfernte Baumgruppe, welche die Mitte des Fahr- 
wassers bezeichnet, dessen Ostseite durch Ffähle angedeutet ist. Man läßt 
dieselben in einer Entfernung von 60m an St-B. und steuert dann direkt in 
den Hafen. Die Barre vor der Einfahrt hat bei Niedrigwasser nur 2.1m 
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