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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., September 1884. 
welches am 18, April von Rangoon aus in See gegangen war, das den Aequator 
in 91,3° O-Lg überschritten hatte, befand sich am Mittag des 3. Juni in 
30,4° S-Br und 39,5° O-Lg, während gleichzeitig „Melpomene“ in 29,5° S-Br 
und 38,3° O-Lg stand. Nachdem der Sturm sich gemäfsigt hatte, hielt sich der 
Wind noch für einige Tage im südwestlichen Quadranten, und stieg der Luft- 
druck dann bis auf 770,0 mw. Erst als der Wind zum leisen Zuge abgenommen 
hatte, veränderte sich derselbe nach N und begann das Barometer dann zu 
sinken, die Windstärke zuzunehmen. Bei auf 764,0 mm gesunkenem Luftdrucke 
fand am 7. Juni ein abermaliges Umlaufen des Windes von N nach SW statt, 
Das Barometer begann dann wieder zu steigen, bis schliefslich am 9. Juni in 
der Nähe von 31° S-Br und 32° O-Lg ein höchster Stand von 775,0 mm ab- 
gelesen wurde. Als dieser Stand herrschte, hatte der südliche Wind auch 
wieder bis zur leisen Briese abgenommen, und indem sich diese nach E ver- 
änderte und auffrischie, wurde die Fahrt für einen Tag durch mäfsigen Ost- 
wind begünstigt. Als „Melpomene“ und „Indra“ sich am 16, und 17. Juni in 
der Nähe des Kap Agulhas befanden, beobachteten sie dort einen zweiten 
heftigen Sturm. Derselbe begann aus N und veränderte sich später, ohne dabei 
an Stärke abzunehmen, durch E und S nach SW. Man beobachtete während 
seiner Dauer Blitzen und einen sich in zwei Stunden um 7mm verändernden 
bis auf 751,6 mm sinkenden Barometerstand, Da der Wind nach diesem Sturm 
westlich blieb und noch für mehrere Tage stürmisch wehte, erlitt der Fort- 
gang des Schiffes nach NW nun eine längere Unterbrechung. Als „Melpomene“ 
sich am 23. Juni in geringer Entfernung von 32° S-Br und 15° O-Lg befand, 
drehte der kräftige Wind bei auf 772,3 mm gestiegenem Barometerstande von 
SW nach S und gewährte so dem Schiffe eine mehrere Tage anhaltende günstige 
Gelegenheit. Bei diesem Winde überschritt „Melpomene“ auch am 24. Juni in 
12° O-Lg den Parallel von 30° Süd. Südlich von demselben hatte man 17 Tage 
zugebracht. Während der Fahrt über den Indischen Ocean war: 10° S-Br in 
90,5° O-Lg am 14. Mai, 20° S-Br in 69° O-Lg am 22. Mai, 30° S-Br in 
35,5° O-Lg am 7. Juni, 90° O-Lg in 10,4° S-Br am 14. Mai, 60° O-Lg in 
22,5° S-Br am 25. Mai und 30° O-Lg in 32,5° S-Br am 10. Juni überschritten 
worden. Der Mitsegler „Indra“ erreichte 30° S-Br in 9,2° O-Lg am 1. Juli. 
Der frische südliche Wind, bei dem „Melpomene“ wieder nördlich von 
30° S-Br gelangte, hielt auch noch während der nächsten Tage an. Zum un- 
gestörten Passat wurde derselbe indessen noch nicht, diesen fand das Schiff 
erst nördlich von 20,5° S-Br. Nach dem Einsetzen desselben liefs sich für 
längere Zeit ein recht befriedigender Fortgang erzielen. „Melpomene“ gelangte 
im Verlaufe desselben bis zum 12. Juli, 18 Tage später als 30° S-Br verlassen 
worden war, zu dem in 24° W-Lg überschrittenen Aequator. Vorher hatte 
man: 20° S Br in 0,2° O-Lg am 1. Juli und 10° S-Br in 12,7° W-Lg am 7. Juli 
gekreuzt. Die Bark „Indra“ ging am 19. Juli in 25° W-Lg von südlicher in 
nördliche Breite über. Nördlich von der Linie veränderte sich der Wind bei 
„Melpomene“ allmählich durch S nach SW, ohne dafs eine Störung diesen Vor- 
gang begleitete. Als der Wind seine Drehung später weiter fortgesetzt hatte 
und nordwestlich geworden war, wurde derselbe schwächer. Nicht weit von 
12,5° N-Br in 25,5° W-Lg entfernt, drehte der schwache Wind am 19. Juli 
durch N nach NNE und wurde zum Passat. Das Passatgebiet dehnte sich aus 
bis nach 28,5° N-Br in 38° W-Lg. Als „Melpomene“ sich am 28. Juli in der 
Nähe dieses Punktes befand, nahm der Ostwind bis zum ganz leisen Zuge ab, 
und es folgte nun eine verhältnifsmäfsig recht lange Zeit, während welcher die 
Reise nur einen sehr langsamen Verlauf nahm. Westliche Winde wurden nicht 
sher als in der Nähe von 40° N-Br angetroffen. Dieselben wurden indessen 
später auch noch wiederholt von NE-Winden unterbrochen, und konnte deshalb 
nicht eher als am 28. August der Kanal erreicht werden. Um zu demselben 
von Rangoon her zu gelangen, waren 133 Tage erforderlich gewesen. Im Nord- 
atlantischen Ocean hatte man 47 Tage zugebracht, und dort: 10° N-Br in 
24,8° W-Lg am 17. Juli, 20° N-Br in 81,8° W-Lg am 23. Juli, 30° N-Br in 
38,3° W-Lg am 1. August und 40° N-Br in 35,7° W-Lg am 16. August über- 
schritten. Der Mitsegler „Indra“ gelangte in Sicht von Lizard am 30. August. 
Am 24. August erreichte das auf einer Reise von San Francisco nach Dublin 
begriffene Bremer Vollschiff „Roland“ den St. Georgs-Kanal. Dasselbe hatte
	        
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