Segelanweisungen für die Sulu-, Celebes- und Java-See,
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Dieser Küstenstrich ist dicht bewaldet, hauptsächlich mit 45 bis 55m hohen
Keulenbäumen, im Vordergrunde befindet sich niedriges sumpfiges Land mit
einem schmalen sandigen Strande. Zwischen Sandakan und dem Flusse Kina-
batangan, eine Strecke von 30 Sm, ist die Küste durch zahlreiche Wasserläufe
durchschnitten, von denen einzelne in den Flufs münden und für Booto navigir-
bar sein sollen.
Landmarken. Ungefähr 11 Sm östlich von Sandakan befindet sich auf
der östlichen Spitze des Einganges nach dem Flusse Mamuyon eine auffallende
Grappe von 70m hohen Bäumen, 6 Sm östlicher die Abai-Gruppe mit 56 m
hohen: Bäumen, welche von Osten aus wie eine Insel aussieht, von Westen
dagegen schwer zu unterscheiden ist, Die 204m hohen Kinabatangan-Hügel
erscheinen von Osten als eine lange Gebirgskette mit einem mäfsig hohen
Gipfel, von Westen zeigt sich dieser Gipfel als ein kegelförmiger Hügel,
Aguja Pik, 194 m hoch, sieht von Westen wie, ein Doppelkegel aus; Confusion-
Hügel zeigt von NO eine runde Kuppe; Notch-Hügel, 245 m hoch, markirt sich
durch seinen steilen Abfall dicht an der Spitze am besten. Mt, Hatton, 606 m
hoch, ist der am weitesten sichtbare Berg an der Küste und zeigt von allen
Richtungen eine scharfe Spitze, seine geographische Position ist: 5° 15‘ 5“ N-Br
und 118° 42‘ 30“ O-Lg. Der Gebirgszug zieht sich in der Richtung
Wz:N-—O0zS hin. Der 443m hohe Ragged-Hügel bildet die westliche Grenze
und erscheint von Osten her als 2 Kegel. Im Osten wird der Gebirgszug
abgeschlossen durch einen 440m hohen Hügel mit flacher Spitze. Der 838 m
hohe Mt. Bagahak ist bei klarem Wetter über Mt. Hatton in der Mitte eines
langen steilen Gebirgszuges zu sehen.
3. Der Hafen von Sandakan.!) Trusan Dooyon (Towsan Dooyan).
Eine Untiefe mit 1,8 bis 5,5m Wasser erstreckt sich 7 Sm weit nordöstlich
von Trusan Dooyon, der an der Ostseite der Hafeneinfahrt gelegenen Spitze.
Die Richtung „Östseite von Bahala (steiler Abhang) in SW“ führt in Wasser-
tiefen von 6,9m 15Sm nördlich vorbei,
Bei Elopura, der Hauptansiedelung (an der Westseite) ist cine starke
Ladebrücke, an welcher Dampfer von 4m Tiefgang zum Löschen und Laden
anlegen. Es leben hier ungefähr 30 Europäer der Nord-Borneo-Kompagnie;
sie liefern Rindfleisch, Brod und Kohlen, hauptsächlich Labuan-Kohlen; auch
Wasser giebt es reichlich.
4. Der Flufs Kinabatangan. Die Mündung desselben liegt 30 Sm
östlich von Sandakan. Driftwood-Spitze, die östliche an der Einfahrt, ist be-
waldet und kann in 15 Sm Entfernung als scharfe, sich gut markirende Spitze
erkannt werden. Vom Eingang verläuft der Flufs SSW!2W 5 Sm bis Dewhurst-
Bai, welche 3 Sm lang, 1 Sm breit ist und Wassertiefen von 1,8 bis 3,7 m hat.
Dor Hauptarm des Flusses wendet sich nach Westen; bis 6 Sm stromaufwärts
wurden hier 7 bis 9m Wasser gefunden; einige Boote wurden gesehen, aber
keine Ortschaften; frisch Wasser war nicht zu bekommen. In der Einfahrt
von See hat der Flufs eine Breite von 6 Kabllg. und eine Tiefe von 7 bis 9m,
während auf der sich 2! Sm seewärts erstreckenden Barre bei Hochwasser
Springzeit nur 3,7 m Wasser sind. Schiffe mit über 2,4 m Tiefgang sollten
nicht versuchen, über die Barre zu gehen, ohne ein Boot vorauszuschicken, da
die Gezeiten sehr vom Wind beeinflufst werden, welcher die Hochwasserzeit
unbestimmt macht.
5. Der Flufs Segamah. Seine Mündung liegt 14 Sm östlich vom
Kinabatangan, ist im Eingang 5'/a Kabllg. breit und 4,5 m tief. Von hier
erstreckt sich der Fluß nach S!/2O ca 3 Sm und hat zwei Inseln, dann spaltet
er sich in zahlreiche Wasserläufe, von denen drei auf eine Strecke von 2 Sm
untersucht sind, 37 bis 55 m breit und 3,5 bis 5,5m tief waren, Auch hier
lagert vor der Mündung bis 2! Sm von der Küste eine Barre, deren geringste
Tiefe bei Hochwasser Springzeit 2,7 m beträgt. Es ist dieselbe Vorsicht wie
beim Einlaufen in den Kinabatangan nöthig.
6. Der Flufs Marowop. Die Mündung, 8!/2 Sm östlich vom Segamah
gelegen, ist 7 Kabllg. breit und 5,5 bis 9m tief beim Eingang. Auf der Barre
sind bei Hochwasser Springzeit 4,3 m Wasser, doch ist beim Passiren derselben
1) Siehe auch Annalen 1884, S, 556.