Sydney- und Mary-Insel in der Phönix-Gruppe.
NE-Winde nach B-B., um die Phönix-Insel anzuholen. Um 12 Uhr Mittags
war die Position des Schiffes auf 4° 20‘ S-Br und 170° 4‘ W-Lg. Der Strom
in den letzten 24 Stunden betrug 17 Sm nach S40° W. Um 8 a. m. den 23.
peilte die Phönizx-Insel mw. WzN 10 Sm entfernt. Um 9* drehten wir bei
leichtem7NE-Winde in Lee der Insel bei und setzten ein Boot ab, um, wenn
möglich, einen Ankerplatz zu finden; jedoch ohne firfolg. Auch eine unter-
aommene Landung war infolge der Brandung sehr mühsam und konnte nicht
ohne Schaden für das Boot ausgeführt werden. Am Lande fanden sich eine
gut erhaltene Hütte, zwei gute Leichter und eine Menge anderer Sachen, welche
von der Guano-Gesellschaft zurückgelassen waren. Guano ist nicht mehr vor-
handen. KEine oberflächliche Umschau nach Trinkwasser blieb resultatlos; es
ist indessen nicht unwahrscheinlich, dafs man, wenn man in den Boden hinein-
gräbt, auf solches stofsen wird. Kaninchen befanden sich in grofser Anzahl
auf der Insel.
Am 24., 25. und 26. November kreuzten wir bei leichtem östlichem
Winde, der gelegentlich von Windstille unterbrochen wurde, in der Nähe der
Phönix-Insel. Um 6* p.m. den 26. peilte diese Insel in einem Abstande von
3 Sm mw. NO. Um 7° 30” a. m. den 27. standen wir 15 Sm von Sydney-Insel,
welche mw. NWzW peilte. Wir kreuzten den Tag über in Sicht der Insel,
während welcher Zeit ein Boot an’s Land geschickt war, welches die Nachricht
zurückbrachte, dafs der „Rolf“ erst zum dritten Theile beladen sei. Von
9» 30“ bis 11® a. m. den 28. lagen wir dicht unter Sydney-Insel beigedreht.
In den folgenden Tagen segelten wir bei leichten bis frischen, vorwiegend
nordöstlichen Winden und häufigen Regenschauern nach Mary Island zurück,
woselbst am 3. Dezember um 9* 30” a.m. auf unserem früheren Ankerplatze
zeankert wurde. Die auf dieser letzten Fahrt beobachteten Stromversetzungen
sind, wie folgt: Am 30, November „S 54° W 17 Sm“; am 1. Dezember „S57°W
11 Sm“ und am 2. Dezember „S 82° W 21 Sm“.
Unser Aufenthalt auf der Rhede von Mary Island dehnte sich dieses Mal
bis zum 15, Dezember aus. Während der ganzen Zeit war eine leichte nordwest-
liche bis westliche Dünung vorhanden. Am Morgen des 5. lief ein starker
südlicher Strom, der gegen 4" p.m. schwächer wurde. Die Brandung an der
Nord- und Ostseite der Insel war am 6. Dezember vom Schiff aus zu sehen,
Am 10. Dezembor holte der Wind nordwestlich, aus welcher Richtung er bis
zum 20. bei vielfach böigem, drohend aussehendem und regnerischem Wetter
vorherrschend blieb.
Am 12. Dezember lichteten wir den am nächsten beim Strande liegenden
Anker. Mit 162m (90 Fad.) Kette aus und hinter dem anderen Anker liegend,
hatten wir am Heck des Schiffes eine Wassertiefe von 7,2 m (4 Fad.) und eine
Schiffslänge näher dem Lande 5,4 m (3 Fad.). Wir hievten von der Kette ein
und liefsen dann den ersten Anker auf einer Tiefe von 14,4 m (8 Fad.) wieder
fallen. Am 13. und 14. war das Wetter sehr schlecht. Schwere Böen bis zur
Stärke 8 und 9, von heftigem Regen begleitet, traten auf. Der Mond war in
Nebel eingehüllt, Der aus der Lagune laufende Strom war so stark, dafs man
den Eingang zu derselben infolge der entstandenen Stromwirbel nicht ohne
Gefahr mit dem Boote passiren konnte,
Am 15. Dezember, als sich das Wetter wieder gebessert hatte, gingen
wir bei leichtem bis mäfsigem NNW-Winde unter Segel, um abermals nach
Sydney Island zurückzukehren. Der Strom setzte stark nach Nord. Um 6*p.m.
peilte Mary Island mw. NW 8 Sm entfernt.
Am 16. Dezember herrschten mälsige bis steife Winde von NNW bis SW,
begleitet von heftigen Böen mit Regen. Um 2" 30" p. m. erblickten wir Sydney-
Insel in mw. SzW. Die See lief von mehreren Seiten, indefs von WNW am
stärksten. Um 5° p.m. betrug die Entfernung von der Insel 3—4 Sm; hielten
von derselben ab. Am 17. war leichter NNW-Wind vorherrschend. Um 6* a, m.
peilte die Sydney-Insel mw. SzO0; wir konnten indessen nur das Norwegische
Schiff sehen. In !/4 Sm von der Insel lief ein starker nördlicher Strom; südlich
der Insel fand Stromkabbelung statt, An den drei folgenden Tagen trat keine
Aenderung in der Witterung ein. Am Nachmittage des 21. holte der Wind
nordöstlich, und das Wetter wurde wieder beständig. Am Morgen des 22.
standen wir unter Sydney-Insel und fanden, dals der „Rolf“ mit dem Laden
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