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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Sydney- und Mary-Insel in der Phönix-Gruppe. 
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länge zurückgetrieben war, hatte der Anker keinen Grund mehr. Bei leichten 
nordöstlichen Winden und gelegentlichen schwachen Schauern und Wetter- 
leuchten kreuzten wir bis zum 28. Oktober in Sicht der Insel Sydney. Am 26. 
fuhren wir mit dem Boote an das Land und suchten vergebens nach einem 
besseren Ankerplatze. Vom 28. bis 29. Oktober liels ich bei leichten nordöst- 
lichen Winden mit B-B,-Halsen wegstehen. Der Strom hatte uns in diesem 
Dal 11 Sm nach S 49° W versetzt. Um 2° p.m. wendeten wir auf St-B.- 
Halsen. 
Um 6* 30" p.m. den 30. Oktober peilte Birnie-Insel mw. WzN 4—6 Sm 
entfernt. Diese Insel ist sehr niedrig, und daher ist es gefährlich, sie bei 
Nacht zu passiren. Nach der „South Pacific Directory“ von Findlay liegt 
dieselbe 4 Sm nördlicher und 10 Sm östlicher, als in der Karte No. 5 von 
J. Imray & Son. Die Position nach der ersten Angabe: 3° 34‘ S-Br und 
171° 38‘ W-Lg, stimmt mit meinen Beobachtungen überein. Vom 29.—30, Oktober 
betrug die Versetzung 22 Sm nach S 58° W. 
Am 31. Oktober gegen Mittag versuchten wir in der Nähe der Insel 
Mary zu ankern, jedoch ohne Erfolg. Auf einer Tiefe von 14,4m (8 Fad.) 
liefsen wir den Anker mit 63m (35 Fad.) Kette fallen, aber ersterer hielt 
nicht, und das Schiff trieb seewärts. Eine halbe Schiffslänge westlich von 
144m (8 Fad.) Tiefe konnten wir mit 72m (40 Fad.) Leine nicht den Grund 
erreichen. Um 8'/* a. m. den 1. November peilten wir Mary-Insel mw. NWzN 
in der Kimm, und um 10% a, m. befanden wir uns wieder an der Stelle, wo 
wir Tags zuvor zu ankern versuchten. Um 3* p.m. glückte es uns, das Schiff 
mit beiden Ankern zu verankern. Der B-B.-Anker lag auf einer Tiefe von 
9m (5 Fad.), der St-B.-Anker auf einer solchen von 39,6 m (22 Fad.). Von 
diesem Ankerplatze peilt die Pyramide an der Südseite der Einfahrt zur Lagune 
von Mary-Insel zwischen 0zS und OSO mw. Wir setzten ein Boot aus und 
lotheten die ganze Westseite der Insel ab, fanden aber keinen anderen Anker- 
grund, als den eben südlich der südlichen Einfahrt zur Lagune, woselbst 
„Agustina“ vor Anker lag. Der Meeresboden fällt überall so steil ab, dafs 
die Wassertiefe in einer Entfernung von kaum einer halben Seemeile vom Lande 
schon 108 m (60 Fad.) beträgt. Kine Bootslänge weiter ab konnten wir aber 
mit 135m (75 Fad.) Leine nicht mehr den Grund erreichen, An den meisten 
Stellen ist schon in einem Abstande von nur einer halben Kabellänge vom 
Lande mit 135m (75 Fad.) kein Grund mehr zu erreichen. Auf einer Tiefe 
bis zu 18,0 bis 19,8 m (10 bis 11 Fad.) bestand der Meeresboden aus Korallen 
und Klippen, weiter ab aus weifßsem Sande mit grofsen Steinen. Wenn man 
beabsichtigt zu ankern, ist es gut, vorher den Platz durch eine Boje zu be- 
zeichnen. Man sollte aber die Tiefe möglichst gering nehmen, damit, falls der 
Anker nicht sofort greifen sollte, das Schiff noch etwas treiben kann, bevor es 
auf zu tiefes Wasser geräth, Auf einer Tiefe von über 18m (10 Fad.) wird 
der Anker schwerlich noch halten, weil hier die Tiefe ganz plötzlich zunimmt, 
Man kann den Ankerplatz am besten von Süden her ansegeln, weil dann der 
Strom günstig Jäuft. Ich versuchte es ein Mal, den Ankerplatz von der Nord- 
seite her zu erreichen, wurde aber, noch ehe die Einfahrt zur Lagune passirt 
war, vom Strom so weit westlich versetzt, dafs die Wassertiefe über 54m 
(30 Fad.) betrug. Von der Südwestspitze der Insel setzt der Strom unter Land 
auf einer Tiefe von 10,8 bis 14,4 m (6 bis 8 Fad.) nach Nord. Zur Zeit des 
Vollmondes wurde an zwei Tagen südlicher Strom bemerkt. Vor der Lagune 
treten bei auslaufender Strömung starke Stromwirbel auf. Der Ankerplatz bei 
Mary-Insel — nach Findlay auf 2° 49‘ S-Br und 171° 44‘ W-Lg — ist gut, 
and selbst bei Westwind liegt man ziemlich sicher, besser als bei der Sydney- 
oder einer anderen Insel der Phönix-Gruppe. Wir lagen bis zum 20, November 
auf diesem Ankerplatz, während welcher Zeit sich nichts Aufsergewöhnliches 
ereignete. 
Am Nachmittage des letztgenannten Tages lichteten wir die Anker, um 
unter kleinen Segeln nach der Sydney-Insel zu segeln und zu erfahren, wie weit 
der „Rolf“ schon beladen sei. Der Wind war nordöstlich, Stärke 3. Bis 12 Uhr 
Mittags den 21. November hatte der Strom das Schiff in etwa 20 Stunden 8 Sm 
nach S 49° W versetzt. Um 4* p.m. erblickten wir von der Bramraa die 
Phöniz-Insel in N0zO0 mw. Um & a.m. den 22. wendeten wir bei mäfsigem 
3%
	        
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