Kartographie und Hydrographie der Küste von Ober-Guinea,
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Da S. M. S. „Bismarck“ von Lome aus direkten Kurs auf Jellakoffi
steuerte, so war bei einbrechender Dämmerung von den zwischen Lome und
Quitta liegenden Ortschaften nichts weiter zu sehen, als einige zwischen
Bäumen durchschimmernde Gebäude, die der Karte nach Elmina Chica bilden
konnten, welcher Platz entgegen der Angabe S. M. S. „Olga“ nach Aussage
des Konsuls Randael auch ezxistiren soll.
Für Quitta und Jellakoffi geben Beschreibung und Vertonungen S. M. S.
„Elisabeth“ (1883)!) einen vorzüglichen Anhalt, so dafs S. M. S. „Bismarck“
bei fast vollständiger Dunkelheit und obwohl die Lichter der Stadt, zwei dicht
zusammen, eins weiter südlich, erst in einer Kntfernung von 2—3 Sm gesehen
wurden, den Ankerplatz mit Sicherheit finden konnte. Es wurde in den
Peilungen: Engl. Fort NWzW'/zW, Kap St. Paul SW*/sW auf 13 m Wasser
eankert.
Sn Auf der Strecke Lome—Quitta setzte der Strom so auflandig, dals der
Kurs mehrfach geändert werden mufste. Die Wassertiefen waren durchgängig
etwas niedriger, als die Karte angab; auf dem Ankerplatz liefs die letztere
statt der gelotheten 13m eine solche von 9 Fad, vermuthen.
Auf der Rücktour wurde im Golf von Benin in‘ 60— 100 Sm Abstand von
der Küste ein Strom konstatirt von NzE 17 Sm, N84°E 22 Sm und bei Kap
Formosa SzE 22 Sm,
Ansegelung und Verhältnisse in Albany; SW-Küste von Australien.
‘Nach einem Bericht S. M, S. „Gneisenau“, Kommandant Kapt. z. See Valois,)
Die Ansegelung ist bei sichtigem Wetter von allen Seiten sehr einfach
und selbst bei schwerem Wetter zu bewerkstelligen, wie dies ein Blick
auf die Karte ergiebt. Da Erhebungen bis zu 550m (1800 Fufs) (Mount
Gardener) bis dicht an die Küste herantreten, ist ein Insichtkommen des Landes
bei klarem Wetter bis auf 30—35 Sm zu erwarten. Von S—5SO ansegelnd ge-
währt die sehr markirte konische Erscheinung des Mount Gardener schon auf
weite Entfernung Gelegenheit, den Kurs zu kontrolliren und zu verbessern. Dies
ist wegen des hier vom Winde abhängigen, 1—2 Sm p. h starken Stromes von
grofser Wichtigkeit, denn derselbe ist nicht mit Sicherheit in Rechnung zu
ziehen, weil er, wenn auch unbedingt von der herrschenden Windrichtung ab-
hängig, immer noch einige Zeit in der alten Richtung verbleibt, wenn der Wind
auch schon herumgegangen ist.
Als S. M. 8. Cneisenau“ am 12; Mai bei‘ schwachem Südwinde in
Albany einlief, machte sich in den vorherigen 24 Stunden, obgleich der Kurs
ziemlich rechtwinklig zur Küste lief, fast gar kein Strom bemerkbar. Bei
diekem Wetter ist die Ansegelung von W—SW weder bei Tage noch bei Nacht
rathsam, wegen der .um Kelipse-I. herumliegenden Felsen und Untiefen, und
weil auch das Feuer von Breaksea-I, nach dieser Richtung hin verdeckt ist.
Die Errichtung eines Feuers auf Kap Howe oder Eclipse-I. und einiger Tages-
marken auf den westlich von Kap Howe gelegenen Höhen würde sehr erwünscht
gein, um, falls bei dickem Wetter die Küste erst in grofser Nähe und nur
vorübergehend in Sicht kommt, wie dies im Winter sehr oft der Fall ist, sich
orientiren zu können, Ein Schiff, welches nur vorübergehend wegen schlechten
Wetters Schutz sucht, findet in der Südbucht des Sound, in der Frenchman-Bai,
gegen alle Winde Schutz auf gutem Ankergrunde mit geringer Wassertiefe. Der
Ankerplatz ist nur gegen OzN nicht gedeckt, woher aber keine schweren Winde
zu wehen pflegen. Der Hafen von Albany ist durch einen tiefen, aber engen
Kanal mit der Aufsenrhede verbunden, und so völlig gegen Seegang geschützt,
dafs Schiffe, welche Kohlen nehmen, nicht zu ankern brauchen, sondern sich
längsseit der Kohlenhulks festmachen, wie dies auch S. M. S. „Gneisenau“ that.
1) Vergl. Ann, 1883, S. 647 und Tafel 13,
Ann. d, Hydr. ete., 1885, Heft IX.