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Kartographie und Hydrographie der Küste von Ober-Guinea.
Die von S. M. S. „Olga“ auf der Küstenstrecke Great Popo—Quitta
gemachten Wahrnehmungen wurden im Allgemeinen bestätigt gefunden. Der
östlich von Great Popo auf der Karte Tit. VI, No. 128 angegebene Mt, Pulloy
ist nicht mehr zu erkennen,
Great Popo hat an seinem westlichen Ende einige Hütten,!) und darauf
folgen niedrige Zäune, aus denen heraus eine Deutsche Flagge wehte, dann
sine Französische zweistöckige Faktorei mit Vorbau und dreieckigem Dach,
dann eine Deutsche einstöckige, endlich ein zweistöckiges Haus mit Veranda
und rechts und links niedrigen Nebengebäuden, alle drei roth gedeckt und
rechts davon sehr weit ausgedehnt die Hütten der Eingeborenen, theilweise
etwas von Bäumen verdeckt.
Ahgwey‘) ist durch eigenartige Gebäude vor jeder Verwechselung geschützt:
am Westende steht ein zweistöckiges Haus mit weißem Dach, unmittelbar
daneben eine neue gelbe Kirche mit viereckigem Thurm und rothbraunem
Dache, daran schliefsen sich zahlreiche Hütten von Eingeborenen, sowie eine
weilse Ruine eines scheinbar gröfseren Gebäudes und ein Haus mit vier hohen
Bogeonfenstern, etwas zurückliegend und anscheinend ganz neu.
Little Popo!) wird .charakterisirt durch zahlreiche, mit hohen Flaggen-
stangen versehene, weiß gedeckte und in Zwischenräumen von einander stehende
Faktoreien, an welche sich nach Westen die Hütten der Eingeborenen, unmittel-
bar am Strande und Wand an Wand gedrängt stehend, anschliefsen; westlich
von diesen sieht man noch das rothe Dach einer thurmlosen niedrigen Kirche.
Porto Seguro*) ist ein kleiner Flecken, an dessen westlichem Ende sich
eine Französische Faktorei, bestehend aus weißsem Hause mit rothem Dach und
markirt durch einen davorstehenden kleinen viereckigen gelben Holzbau mit
pyramidal geformtem schwarzen Dach, befindet; in der Mitte liegt eine Englische
Faktorei — niedrige weils gedeckte Gebäude —, rechts ein gröfseres und ein
kleineres weifses Haus mit rothem Dach, zwischen diesen drei Komplexen die
Hütten der Eingeborenen, unter welchen sich östlich von der Französischen
Faktorei eine zweistöckige, östlich von der Englischen eine in Bienenkorbform
hervorhebt. Ungefähr in der Mitte zwischen Porto Seguro und Bagida stehen
cine größere und zwei kleinere Negerhütten, der Lage nach mit dem auf der
Karte verzeichneten, in der Segelanweisung nicht vermerkten Orte Adafu
identisch.
Bagida besteht aus vier Faktoreien, zwei unansehnlichen Englischen auf
beiden Seiten und zwei Deutschen mit ansehnlichen Gebäuden, unter denen ein
zweistöckiges das Hauptgebäude der östlichen bildet, in der Mitte; etwa 800 m
westlich von diesen Faktoreien steht eine einzelne Hütte, Bei klarem Wetter
ist jeder der Orte zwischen Whydah und Bagida von dem nächstliegenden aus
zu sehen. Von Bagida aus scheint die südlichste Französische Faktorei von
Porto Seguro im Wasser zu stehen, noch weiter hinaus die dazu gehörige
Flaggenstange. Die Flaggenstangen und Häuser von Lome sind ebenfalls
deutlich erkennbar. .
Lome?) ist ein lang gestrecktes, weitläufig gebautes Negerdorf mit
sieben Faktoreien, von denen fünf weiß gedeckt sind und dio westlichste, eine
Deutsche, die ansehnlichste ist.
Das kleine Dorf Kudjo-be-koffi enthält nur einige Gehöfte; von den !/z Sm
westlich davon stehenden beiden Grenzpfählen ist der Deutsche kurz, dick und
einmal schwarz-weifs-roth gestreift, während der Englische die Gestalt und
Höhe einer mächtigen Flaggenstange hat. ,
Von Danoe werden, wenn man von Osten kommt, zuerst zwei weils
gedcckte Faktoreien sichtbar, von denen die linke, eine Bremer, gröfser scheint,
als die rechte, Englische; dann sieht man Negerhütten und westlich von diesen
schienen die weifsen Gebäude eines Englischen Forts durch den Palmenwald
hindurch, der von einer hohen Flaggenstange mit dem Union-jack überragt
wird. Bei Danoe lichtet sich das Ufergehölz und an Stelle des zusammen-
hängenden Busches treten einzelne Bäume, meist Palmen, die häufig zu kleineren
Gruppen zusammenstehen.
iy Siehe Skizze auf Tafel 5, Heft 1II, 1885.
%) Siehe Skizze auf Tafel 5, Heft III, 1885.