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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Kleine hydrographische Notizen, 
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sondern ist nur ein kleiner Hügel von etwa 200 e. Fufs Höhe. Dahingegen dürfte 
die Höhe von 2200 Fufßs besser für den Berg Mayak auf der NW-Ecke von 
Mayang passen, so dafs in der Karte vielleicht nur eine Verwechselung vorliegt, 
8. Die beiden Orkane im August 1883 im Nordatlantischen 
Ocean. Die „Nautical Monographs“ (begonnen im Jahre 1859 von Maury, 
neuerdings herausgegeben von Commander J. R. Bartlett, U. S. N., Hydro- 
graph des Navy Department des Hydrographic Office zu Washington), No. 4, 
September 1883, enthalten eine Reihe von Journalauszügen von 40 Schiffen, 
welche die beiden Orkane vom 19, bis 27. August und vom 27. August bis 
1. September 1883 bestanden und zum Theil in deren gefahrvollen Nähe sich 
befunden hatten (leider ohne Angaben der Schiffspositionen). Wir theilen hieraus 
im Auszuge nachstehende Angaben mit. 
Der erste Orkan begann am 19. August 1883 in 23° N-Br und 61° W-Lg 
(also nördlich von den Antillen und östlich von den Bahama-Inseln) und endete 
in 51° N-Br und 35° W-Lg (nordöstlich von Neufundland). KEr kurvte zuerst 
langsam nach Nord und West mit ciner Geschwindigkeit von 6 Sm die Stunde, 
In 33° N-Br und 70° W-Lg kurvte er nach Nord und Ost mit allmählich zu- 
nehmender Geschwindigkeit bis zum 25. August; an diesem Tage wuchs diese 
rasch von 12 bis zu 30 Sm die Stunde. Der niedrigste Barometerstand, 718,8 mm, 
beobachtete die österreichische Bark „Emilia“, Kapitän G. Radonicich, am 
23. August 6* p. m. ; 
Der zweite Orkan begann am 27. August in 26° N-Br und 66° 30‘ W-Lg 
und konnte bis zur Südküste von Zsland verfolgt werden; seine Geschwindigkeit 
betrug 20 bis 30 Sm die Stunde, Den niedrigsten Barometerstand, 716,5 mm, 
wurde von dem britischen Dampfer „British Crown“, Kapt. R. Wills, auf 
der Reise von Liverpool nach Philadelphia am 31. August 3" a. m. beobachtet. 
9. Flaschenpost. a) Von S. M.S. „Elisabeth“, Kapt. z. See Hollmann, 
wurde auf der Reise von Anjer nach Port Natal am 14. Juni 1883 um 12* 30” p.m.,, 
in 26° 54,5‘ S-Br und 46° 27,9‘ O-Lg, eine Flasche mit einem für solche Zwecke 
gebräuchlichen Zettel über Bord geworfen. Diese Flasche wurde von einem 
Mann, Fredrick Barkhausen, an der SW-Küste von Afrika in der Nähe der 
Plettenburg-Bucht: am 22. November 1883 um 4* 30" p.ın. am Strande, in 34° 
3‘ 38“ S-Br und 23° 22‘ 55“ O-Lg, aufgefunden und durch die Herren Poppe, 
Russow & Co. zu Kapstadt übermittelt. Danach hat diese Flasche in ca 
161 Tagen, wenn solche nicht schon längere Zeit am Strande gelegen hat, einen 
Weg von ca 1269 Sm in der Richtung ıw S 70° 13,5‘ W zurückgelegt, mithin 
in 24 Stunden ca 7,9 Sm oder 0,3 Sm die Stunde. 
b) Von S. M. S. „Olga“, Kapt. z. See Freiherr von Seckendorff, 
wurde auf der Reise von Bahia nach Santos am 10. Juli 1883 um 1" p.m.,, 
in 21° 49‘ 30“ S-Br und 39° 21‘ 24“ W-Lg eine Flasche mit einem 
für solche Zwecke gebräuchlichen Zettel über Bord geworfen. Diese Flasche 
ist von dem Brasilianer Trajano am Strande in der Nähe von /mbituba, in 
28° 16‘45“ S-Br und 48° 40'21“ W-Lg, am 9. Oktober 1883 um 2*24" p.m. 
gefunden und durch den Deutschen Konsul Herrn Hackradt in Desterro über- 
sandt worden, 
Danach hat diese Flasche, wenn solche nicht schon längere Zeit am 
Strande gelegen hat, in 91 Tagen einen Weg von ca 637 Sm in der Richtung 
rw S52,6° W-Lg zurückgelegt, mithin ca 7Sm pro Tag. 
ce) (D. S.) Durch Vermittelung des Deutschen Konsulates in Galveston 
(Texas) ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von dem 
deutschen Dampfer „Bavaria“, Kapt. H. Wehmeyer, auf der Reise von 
Port au Prince nach Vera Cruz am 23. August 1883 auf 21° 46‘ N-Br und 
85° 19' W-Lg (auf der Höhe von Kap San Antonio) über Bord geworfen und 
am 16. November 1883 in der Nähe von Galveston am Strande, auf 29° 45' N-Br 
und 95° 10‘ W-Lg, aufgefunden wurde. Unter den bekannten Voraussetzungen 
hat die Flasche in 85 Tagen 716 Sm nach NW!/AW zurückgelegt. 
d) (D. S.) Durch Vermittelung der Herren Cahn Freres & Co. in 
Parahyba (Brasilien) ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, 
welcher von dem deutschen. Dreimastschoner „Ventilia“, Kapt. H. Oertmann, 
auf der Reise von Hamburg nach Rio de Janeiro am 17. September 1883, auf 
7° 8' 8-Br und 31° 37‘ W-Ly, über Bord geworfen und am 6. Oktober 1883
	        
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