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Vergleichende Uebersicht ete., Mai 1885.
Nordamerika.
1. Die etwas zu geringe Anzahl
barometrischer Depressionen, welche
in unregelmäfsigen Bahnen das Gebiet
durchzogen. Im Allgemeinen neigten
die Bahnen westlich vom Mississippi
nach Südost und östlich davon nach
Nordost.
Centraleuropsa.
1. Die grofse Anzahl barometri-
scher Depressionen, welche vielfach
das Innere des Erdtheils durchzogen.
Bemerkenswerth ist eine umfangreiche
Depression, welche am 13. im Biscayi-
schen Busen erschien und bis zum 18,
über die Westalpen, Ungarn und Polen
hinweg nach Finnland wanderte.
2, Der hohe Luftdruck des Monats
über dem centralen und südlichen
Felsengebirge und in dem Gebiete
vom südöstlichen Montana nach dem
Missouri-Thal, der normale längs der
Küste von New - England. In den
übrigen Gebietstheilen lag derselbe
unter der Normalen. Die gröfste
monatliche Schwankung des Barometers
18mm) war im Ohio-Thal in den
nördlichen Distrikten von Dakota ost-
wärts nach der Atlantischen Küste,
dagegen betrug sie im südlichen Cali-
fornien und Arizona nur 5 bis 8mm.
2. Der in Centraleuropa 1 bis 3mm
zu tiefe mittlere Luftdruck des Monats;
dessen Gröfse betrug in Dänemark
156mm, sonst 757 bis 760mm. Die
im Norden normale, im Süden etwas
zu grofse Monatsschwankung des Baro-
meters.
3. Das Vorwalten der nördlichen
bis nordwestlichen Winde im äufsersten
Nordwesten und dem oberen Missis-
sippi- und Missouri-Thal, der südöst-
lichen bis südwestlichen längs der Süd-
atlantischen Küste und in den östlichen
Golfstaaten, der östlichen bis nordöst-
lichen an den mittleren Atlantischen
Küsten. In den übrigen Distrikten
waren sie variabel. Hervorzuheben
sind die Lokalstürme und Tornados
am 15. und 16. sowie am 24. und 25.
3. Die Luvseite des ganzen Monats
war im nördlichsten Theile von Central-
europa SE bis W, sonst ziemlich all-
yemein S bis NW. Die grofse Häufig-
keit starker Luftbewegungen, wenn
auch wirklich stürmische Winde nur
hier und da auftraten, aus E am 2.
und 3., aus W am 7. und aus NW
am 16.
4. Der grofse Regenreichthum in
den südlichen Atlantischen Staaten
und im Rio-Grande-Thal, dagegen die
yrofse Regenarmuth in dem nördlichen
Felsengebirge, im extremen Nord-
westen, in der oberen Seenregion und
insbesondere im Mississippi-Thal.
4. Die grofse Häufigkeit und Er-
giebigkeit der Niederschläge, deren
Monatssumme nahezu das anderthalb-
fache der Normalen erreichte. Im
Gefolge der oben erwähnten grofsen
Depression traten im südlichen und
östlichen Centraleuropa die Nieder-
schläge vielfach in Form von Schnee-
allen auf (Wien am 15. 120mm mit
NW-Stürmen). Der 29. und 30. waren
ungewöhnlich reich an Gewittern.
5. Der geringe Wärmeüberschufe
an der Pacifischen Küste, dagegen
der geringe Wärmemangel in all’ den
Distrikten östlich vom Felsengebirge,
ausgenommen das obere Ohio-Thal,
das nördliche New-England und die
Atlantische Küste von Virginia bis
Florida, wo die Temperatur normal
war oder etwas über der Normalen
lag. Die Abweichungen betrugen:
5. Die bis zum 27. ununterbrochen
zu niedrige Temperatur, welche in-
dessen nun so schnell stieg, dafs sie
am 29. in Deutschland gröfstentheils
4° bis 8° über der Normalen lag,
worauf indessen wieder schnelle Ab-
kühlung folgte. Die Abweichungen
des Monatsmittels der Temperatur von
der Normalen waren die folgenden: