Eingänge von meteorologischen Journalen etc., April 1885.
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selben vom Kap Horn her zu gelangen, waren 32 Tage erforderlich gewesen.
Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br in 52,5° W-Lg am 19. Februar,
40° S-Br in 32,2° W-Lg am 26. Februar, 30° S-Br in 30,6° W-Lg am 3. März,
20° S-Br in 28° W-Lg am 9. März und 10° S-Br in 32,7° W-Lg am 15. März
gekreuzt. Am 21. März ging in 32° W-Lg auch ‚die Bremer, von San Francisco
kommende, Bark „C. RE. Bishop“ von südlicher in nördliche Breite über. Dieselbe
hatte sich am 4. Februar beim Kap Horn und am Mittage des 14. März in
13,1° S-Br und 33,7° W-Lg befunden. Zur letzteren Zeit war der Schiffsort von
„Parnass“ in 12,7° S-Br und 33,3° W-Lg gewesen. Jene Bark legte während
dieses Etmales auf N°/40-Kurs 120 Sm zurück, während die letztere, augen-
scheinlich raschere, deren auf gleichem Kurse 170 durchsegeln konnte.
Aus der schwachen östlichen Briese, bei welcher „Parnass“ die Linie
überschritt, entstand der NE-Passat, ohne dafs vorher von Mallung eine Spur
beobachtet wurde. Man traf den Passat später am frischesten auf der zwischen
3° und 33° N-Br beginnenden Strecke an. Als die Bark sich am 1. April bei
34,2° N-Br und 44° W-Lg befand, veränderte sich der noch immer Kräftige
Wind, bei einem höchsten Barometerstande von 777,8 mm, nach SE, um. dann
rasch bis zum leisen Zuge abzunehmen. Als dieser die Drehung nach rechts
fortsetzte, wurde die Stärke des inzwischen nach W umgelaufenen Windes auch
wieder eine gröfsere. Von Dauer war dieser Westwind indessen nicht. Als
„Parnass“ sich am 12. April in der Nähe von 46,8° N-Br und 18° W-Lg
befand, nahm der Wind östliche Richtung an und verursachte dadurch eine
namhafte Verzögerung der Reise. Bei mäfßlsigem NE-Winde erreichte die Bark
am 19, April die Kanal- Mündung. Um zu derselben von Antofagasta zu
gelangen, waren 91 Tage erforderlich gewesen, In nördlicher Breite hatte man
29 Tage zugebracht, und dort: 10° N-Br in 38,3 W-Lg am 25. März, 20° N-Br
in 43,4° W-Lg am 28, März, 30° N-Br in 45,8° W-Lg am 31. März und 40° N-Br
in 38,4° W-Lg am 5. April überschritten. Der Mitsegler „C. R. Bishop“, der
sich am Mittage des 1. April in 25° N-Br und 45,8° W-Lg, gegen den gleich-
zeitigen Standpunkt des „Parnass“ in 33,6° N-Br und 446° W-Lg befunden
hatte, konnte doch nach Queenstown am 18. April, einen Tag früher als „Parnass“
nach Lizard, gelangen. Die Erklärung dieser Thatsache liegt in dem Umstande,
dafs „C. R. Bishop“ von seinem am 5. April in 34° N-Br und 45,7° W-Lg inne-
gehabten Standpunkte ab fast ununterbrochen von frischen W- oder S- bis SE-
Winden begünstigt wurde, während „Parnass“, wie schon erwähnt, für längere
Zeit durch ungünstige Ostwinde zurückgehalten wurde. So konnte z. B. am
8. und 9. April der bei stürmischem SSE-Winde segelnde „C. R. Bishop“
432 Sm zurücklegen, während „Parnass“ mit dem bei ihm herrschenden, ganz
schwachen Westwinde in diesen beiden Etmalen zusammen nur 148 Sm gut
machen konnte. Am 9. April Mittags war der Schiffsort vom „Parnass“ in
44,6° N-Br und 29,7° W-Lg, und derjenige des „C. ER. Bishop“ in 43,5° N-Br und
35,2° W-Lg gewesen. Bei jenem Schiffe wehte damals WSW-Wind Stärke 1,
bei diesem SE-Wind von der Stärke 8.
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats Mai 1885
in Nordamerika und Centraleuropa.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,}
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington
and der von der Deutschen Seewarte bearbeiteten Uebersicht der Witterung
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats
Mai 1885 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber.
Ann. d. Hydr. etc, 1885, Heft VII.