Eingänge von meteorologischen Journalen ete., April 1885. 483
N-Br beobachteten höchsten Stand von 774,4 mm langsam und stetig bis auf
den unweit 23° N-Br abgelesenen niedrigsten Stand von 760,1 mm gesunken
war, zeigte beim Wiedereinsetzen des Passats in 19° N-Br auf 764,8 mm. Zu
der in 12,4° N-Br und 25,8° W-Lg liegenden äquatorialen Passatgrenze gelangte
„Parnass“ am 27. Oktober. Südlich von derselben beobachtete man zunächst
an zwei Tagen Windstille und leichte Mallung. Später herrschte flauer, aus
nordwestlicher und östlicher Richtung kommender Wind vor, bei dem man bis
zum 1. November nach 6,8° N-Br in 25,5° W-Lg vorrückte. Bei dem in ge-
ringer Entfernung von diesem Punkte einsetzenden SE-Passat segelte „Parnass“
bis zum 4. November zu der in 31,2° W-Lg überschrittenen Linie. Um zu der-
selben von Lizard her zu gelangen, waren 25 Tage erforderlich gowesen.
Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 15,9° W-Lg am 15. Oktober,
30° N-Br in 19,5° W-Lg am 18. Oktober, 20° N-Br in 23,7° W-Lg am 23. Ok-
tober und 10° N-Br in 25,2° W-Lg am 29. Oktober gekreuzt. Das auf einer
Reise von Cardiff nach San Francisco begriffene Bremer Vollschiff „Roland“,
welches von 50° N-Br am 13. Oktober abgefahren war, passirte den Aecquator
in 26,8° W-Lg am 12. November, Die von Newcastle nach demselben Ziele
bestimmte eiserne Bremer Bark „Germania“, welche sich am 6, Oktober bei
Lizard befunden hatte, verliels nördliche Breite in 27,5° W-Lg am 3. November.
Im Süd-Atlantischen Ocean wurde „Parnass“ anfänglich von frischem be-
ständigem Passate begünstigt. Unweit von 12° S-Br in 34,5° W-Lg fand aber
eine etwa 24 Stunden anhaltende Unterbrechung des Passats statt, nach welcher
derselbe wieder für mehrere Tage in mäfsiger Stärke wehte. Die in 18,5° S-Br
und 36° W-Lg liegende polare Passatgrenze wurde am 11. November erreicht,
Der schwache Wind veränderte sich dort bei einem Barometerstande von
764,4 mm nach NE, und indem die Drehung nach links während der nächsten
zwei Tage bei abnehmendem, bis auf 759,0mm siukendem Luftdruck fortgesetzt
yrurde, kehrte der Wind nach dem südöstlichen Viertel zurück. Das Barometer
stieg nun wieder bis zu dem am 15. November bei 26° S-Br in 42° W-Lg ab-
gelesenen höchsten Stande von 767,8 mm. Als der Wind nach mehreren Tagen
abermals nordöstlich geworden war, wurde derselbe stürmisch, das Wettor
regnerisch, es machten sich gewitterhafte Erscheinungen geltend, und das Baro-
meter fiel bedeutend. Kurz bevor am 18. November in der Nähe von 34° S-Br
and 49,5° W-Lg ein plötzliches Umspringen des Windes von E nach W erfolgte,
war die Windstärke eine ganz geringe geworden. Aus W nahm der Wind dann
aber rasch bis zum Sturme, der auch noch am 19, November wehte, zu. An
diesem letzteren Tage erreichte der Luftdruck seinen niedrigsten Stand von
737,2 um. Nach diesem Sturme blieben westliche Winde von mäfsiger Stärke
für längere Zeit vorherrschend. Bei denselben segelte „Parnass“, ohne dafs
sich Nennenswerthes ferner ereignete, bis zum 1. Dezember zu dem in 64,6° W-Lg
erreichten Parallel von 50° Süd. Der 1. Dezember war der 27. bis dahin in
züdlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br
in 34° W-Lg am 7. November, 20° S-Br in 363° W-Lg am 12. November,
30° S-Br in 44,5° W-Lg am 16. November und 40° S-Br in 51,5° W-Lg am
23. November geschnitten. Der Mitsegler „Roland“ kreuzte 50° S-Br in
65,5° W-Lg am 18. Dezember, und die Bark „Germania“ that dasselbe in
64° W-Lg am 27, November. Am Mittage des 19. November hatte sich „Parnass“
in 35,4° S-Br und 49,4° W-Lg, „Roland“ in 18° S-Br und 34,6° W-Lg und
„Germania“ in 38,9° S-Br und 52,9° W-Lg befunden. Bei der ersteren Bark
herrschte damals Wind aus WNW, Stärke 10, und ein Barometerstand von
742,5 mm, bei der letzteren dagegen Südwind (7) und Luftdruck gleich 741,7 mm.
An Bord des „Parnass“, bei dem das plötzliche Umspringen des Windes von
ENE (3) nach WNW (6) um 1" p. m. des 18. November stattgefunden hatte,
wurde ein niedrigster Luftdruck von 737,2 mm um 6* p.m. am 19. November
beobachtet. Dagegen erfolgte bei „Germania“ die Veränderung des nicht unter
die Stärke 6 sinkenden Windes von NE durch E und S nach SW ganz all-
mähliech, und als um 4* a. m. des 19. November das Barometer mit 739,9 mm
ae Aiedrigsten Stand erreicht hatte, woehte der Wind noch aus SE in
tärke 6.
Am 3. Dezember durchsegelte der von kräftigem Nordwinde begünstigte
„PFarnass“ die Strafse le Maire. Südlich von derselben sprang der Wind zwar