1892
Eingänge von meteorologischen Journalen ete., April 1885,
dem bald schwächer werdenden, später durchgehends nur geringe Stärke
besitzenden Passat segelte „Antares“ bis zum 4. Oktober zur Insel St. Helena.
Auf deren Rhede wurde für einige Wachen geankert. Am 15. Oktober, 21 Tage
später als 30° S-Br verlassen worden war, erreichte „Antares“ den Aecquator
in 23° W-Lg. Auf dem Wege zu demselben hatte man: 20° S-Br in 0,4° W-Lg
am 29. September und 10° S-Br in 12,8° W-Lg am 9. Oktober gekreuzt.
Der Mitsegler „Capella“ hetrat die nördliche Halbkugel in 23,2° W-Lg am
1. Oktober, und von „Rossini“ geschah dasselbe in 22,3° W-Ly am 9. Oktober.
Am 16. Oktober ging in 25,5° W-Lg auch das auf einer Reise von San Francisco
nach Antwerpen begriffene Bremer Vollschiff „Kaiser“ von südlicher in nörd-
liche Breite über. Dasselbe hatte sich am 18. September beim Kap Horn
befunden.
In nördlicher Breite wurde „Antares“ bis nach 6,3° N-Br in 25,1° W-Lg
vom SE-Passat begleitet. Nachdem das Schiff in der Nähe dieses Punktes den
Stillengürtel betreten hatte, wurde derselbe bei darin angetroffener leichter süd-
westlicher oder südöstlicher Briese in vier Tagen überschritten. Am 22. Oktober
gelang es, den in 11,3° N-Br und 24,3° W-Lg einsetzenden NE-Passat wicder
zu erreichen, bei dem sich für die nächsten Tage ein befriedigend rascher Fort-
gang erzielen ließ, Das Gebiet des Passats schien sich nicht weiter als bis
nach 21,5° N-Br in 32° W-Lg zu erstrecken. Nachdem die unweit diesos
Punktes beginnende leichte, von Stille unterbrochene Mallung vier Tage
yodauert hatte, stellte sich: wieder ein mäfsiger NE-Wind ein, bei dem das
Schiff bis zum 4. November nach 31,5° N-Br in 37° W-Lg seogelte. Auf dem
von diesem Punkte ab noch vorliegenden Theil der Reise wurden zwar zu
wiederholten Malen westliche Winde angetroffen, doch waren auch dort Ost-
winde bei weitem vorherrschend. Der häufig aus dem südöstlichen Viertel
wehende Wind drängte „Antares“ mehr als erwünscht nach Norden hin, so dafs
am 26. November der Schiffsort 50,1° N-Br in 15° W-Lg war. Hier folgte
auf kurze Stille dann endlich ein frischer Westwind, bei dem man bis zum
29. November zum Hafen von Falmouth segelte. Um zu demselben von Saigon
aus zu gelangen, waren 128 Tage erforderlich gewesen. 108 Tage waren Soit
der Abreise von der Sunda-Straßse verflossen. Im Nord-Atlantischen Occan
hatte das Schiff 45 Tage zugebracht, und dort: 10° N-Br in 24,3° W-Lg am
21. Oktober, 20° N-Br in 31° W-Lg am 26, Oktober, 30° N-Br in 36,8° W-Lg
am 3. November und 40° N-Br in 30,3° W-Lg am 13. November gekreuzt.
Der Mitsegler „Capella“, welcher die in 34,4° N-Br und 36,8° W-Lg liegende
polare Passatgrenze am 28. Oktober überschritten hatte, erreichte Falmouth
am 12, November. Die Bark „Rossini“, welche durch die nördlich von der
äquatorialen Passatgrenze angetroffenen Verhältnisse in ganz ungewöhnlicher
Weise benachtheiligt worden war, die nördlich von 22,5° N-Br in 31,5° W-Lg
gar keinen Passat mehr gefunden hatte, ankerte im Hafen von Queenstown am
28. November. Das Vollschiff „Kaiser“, bei dem der Passat am 29. Oktober
in 26° N-Br und 35,8° W-Lg ein Ende genommen hatte, traf später auch
höchst ungünstige Verhältnisse an und konnte infolge dessen bis zum Mittag
des 22. November nur nach 48.5° N-Br in 8.6° W-Lg vorrücken.
18. Reise der Hamburger Bark „Parnass“, Kapt. J. Früdden.
Am 10. Oktober 1884, dem 5. Tage einer Reise von Hambury nach
Valparaiso, verliefßs die Bark „Parnass“ den Kanal. Der dort damals wehende
stürmische NNW-Wind führte das Schiff in rascher Weise südwärts. Da der-
selbe sich schon am 12. Oktober durch N nach NNE veränderte und später in
den Passat überging, ohne dafs von Störung eine Spur angetroffen wurde,
konnte eine weite Strecke in rascher Fahrt zurückgelegt werden. Erst als
man bis mitten in das für gewöhnlich vom Passat eingenommene Gebiet vor-
gerückt war, fand eine Unterbrechung der bis dahin in so befriedigender Weise
verlaufenden Fahrt statt. Nachdem 25° N-Br überschritten worden war, ver-
änderte sich der Wind nach SE, und indem er auffrischte, drehte er nach S
und SW, um dann rasch bis zum leisen Zuge abzunehmen. Es vergingen nun
länger als zwei Tage bei leichter westlicher Mallung, bevor es gelang, den am
24. Oktober in 19,2° N-Br und 24,5° W-Lg aufs Neue einsetzenden NE-Passat
wieder anzutreffen. Das Barometer, welches von dem am 14. Oktober in 42°