Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, April 1885, 481
großer fliegender Fisch auf Deck, Im Passatgebiet des Indischen Oceans
hatte das Schiff grofse, auf dem Meere treibende Massen von Bimstein an-
getroften.
Nachdem „Antares“ in Singapore entlöscht worden war, versogeltc das
Schiff nach Saigon. Die Reise wurde am 23. Juni angetreten und in sieben
Tagen vollendet. Im letzteren Hafen erhielt das Schiff eine neue, aus Reis
bestehende Ladung, mit welcher man nun auf der Rückreise nach dem Kanal
bestimmt, am 25. Juli die offene Sce erreichte. Dort gegen den aus südwestlicher,
später aus südlicher Richtung wehenden mäfsigen Wind kreuzend, rückte „Antares“
in langsamer Fahrt nach Süden hin vor, Bei frischem SSE-Winde wurde am
4, August der in 108,3° O-Lg überschrittene Aequator erreicht. In südlicher Breite
yelangte man bei dem dort kräftiger auftretenden SE-Monsun zur Karimata-
Strafse und Sunda-See. Am 12. August wurde die Sunda-Strafse und am
folgenden Tage der Indische Ocean erreicht. Bei dem in diesem wehenden
frischen SE-Passat nahm die Reise für längere Zeit einen recht befriedigenden
Verlauf, Nachdem 20° S-Br überschritten worden war, verlor der Passat seine
Stärke, und unweit von 21° S-Br wurde das Schiff zwei Tage lang durch
schwachen östlichen Zug aufgehalten. Da der Passat nach dieser Zeit jedoch
wieder kräftig durchfafßste, liels sich auch noch wieder für einige Tage ein recht
befriedigender Fortgang erzielen. Die polare Passatgrenze schien am 29, August
in der Nähe von 23° S-Br und 57° O-Ly zu liegen. Als dort der östliche Wind
in leisen Zug endete, hatte das Barometer einen Köchsten Stand von 768,2 mm
arreicht. Der flaue Zug ging bald in Stille über, und auf diese folgte rasch
ein mäfsiger, sich nach links verändernder Westwind. Vom 31. August, an
welchem Tage die Windrichtung wieder eine südöstliche geworden war, nahm
die Reise wieder für mehrere Tage einen befriedigenden Verlauf, Unweit von
29° S-Br in 41° O-Lg‘ vollendete der schwache Wind am 6, September eine
rasch verlaufende Drehung nach links, auf die noch einmal wieder ein mehrere
Tage dauernder, fast stürmisch wehender Ostwind folgte. Nachdem sich der
Wind aber am 9, September in der Nähe von 32° S-Br und 33,5° O-Lg durch
N nach W verändert hatte, blieb seine Richtung vorherrschond eine westliche,
und Drehungen nach links fanden nicht mehr statt, Als „Antares“ sich am
17. September in etwa 35,8° S-Br und 24,5° O-Lg befand, wurde dort ein
heftiger Weststurm überstanden. Kine gewaltige Sturzsee, welche währond
desselben das Schiff traf, richtete auf dem Verdeck desselben grofse Zer-
störungen an und zertrümmerte neben Anderem auch die beiden Booie des
Schiffes. Das Barometer sank während dieses Sturmes nicht tiefer, als
auf 758,7 mm, erreichte aber 20 Stunden nach dem Ablesen dieses Standes
einen höchsten Stand von 772,4 mm. Bei heftigem Südwinde sichtete „Antares“
am 20. September das Feuer vom Kap der guten Hoffnung, und bei kräftigem
SW-Winde wurde am 24. September zu dem in 10,2° O-Lg überschrittenen
Parallel von 30° Süd zurückgekehrt. Südlich von demselben hatte „Antares“
16 Tage zugebracht. Während der Fahrt von der Sunda-Strafse zur Südspitze
Afrika’s war: 10° S-Br in 97° O-Lg am 15, August, 20° S-Br in 72° O-Lg am
23. August, 30° S-Br in 38,2° O-Lg am 8, September, 90° O-Lg in 12,6° S-Br
am 17. August, 60° O-Lg in 22° S-Br am 28. August und 30° O-Lg in 34,6°
S-Br am 13. September gekreuzt worden. Am 17. September erreichte die
eiserne, ebenfalls vom Rheder des „Antares“ geeignete, auf einer Reise von
Rangoon nach. dem Kanal begriffene Bark „Capella“ den in 10,5° O-Lg
geschnittenen Parallel von 30° Süd. Dieselbe hatte den Abgangshafen am
28. Mai und den Aequator in 95,4° O-Lg am 24. Juli verlassen. Noch ein
anderer Mitsegler, die von Akyab am 17. Juni, von der Linie in 95° O-Lg am
19. Juli abgegangene Bremer Bark „Rossini“ passirte 30° S-Br in 11° O-Lg
am 18, September.
Nördlich von 30° S-Br im Atlantischen Ocean wurde „Antares“ zunächst
mehrere Tage durch mäfsigen NW-Wind aufgehalten. Indem derselbe auf-
frischte und sich nach links veränderte, entstand aus demselben ohne weitere
vorhergehende Störung der Passat. Die südliche Grenze desselben schien am
26. September bei 25,5°-S-Br in 8,2° O-Lg zu liegen. Kurze Zeit nachdem
dort die Richtung des fast stürmisch wehenden Windes eine südöstliche ge-
worden war, erreichte der Luftdruck einen höchsten Stand von 770,4 mm. Bei