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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., April 1885,
den SE-Passat erst am 16. März in 3,4° S-Br und 28,5° W-Lg fand. Entsprechend
der so weit nach Süden hin verschobenen nördlichen Grenze des SE-Passats
dehnte dessen Gebiet sich dann für „Antares“ wieder verhältnifsmäfsig schr weit
südwärts aus. Das Schiff segelte bis zum 28. März nach 33° S-Br in 37,2° W-Lg,
bevor die Richtung des nun gleichzeitig schwach werdenden Windes eine nord-
östliche wurde. Als dasselbe geschah, hatte das Barometer einen höchsten
Stand von 768,2 mm erreicht. Bei dem Mitsegler „Argo“ war die Windrichtung
zwar schon am 23. März in etwa 25,8° S-Br und 40,8° W-Lg eine nordöstliche
geworden, doch wurde dieses Schiff dann bis nach 34° S-Br hin von kräftigem
NE-Winde begünstigt. Bei „Antares“ führte der schwache Wind südlich vom
Passatgebiet einen Rundlauf nach links aus, nach welchem er sich wieder für
mehrere Tage in südlicher und südöstlicher Richtung hielt und von daher
unerwünscht heftig wehte, Erst südlich von 38° S-Br wurden durchstehende
Westwinde angetroffen, bei denen man bis zum 12. April zu dem in 39,4° S-Br
überschrittenen Meridian von Greenwich segelte. Der 12. April war der 33.
bis dahin in südlicher Breite verbrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man:
10° S-Br in 32,9° W-Lg am 19. März, 20° S-Br in 35,4° W-Lg am 22, März
und 30° S-Br in 38,3° W-Lg am 27. März geschnitten. Zur Zeit als „Antares“
östliche Länge erreichte, befand sich der Mitsegler „Argo“ schon in 53,2° S-Br
und 65° W-Lg.
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt
wurde, hielt „Antares“ sich für längere Zeit in der Nähe von 42,5° S-Br. Man
wurde dort zwar meistens von westlichen Winden begünstigt, doch wurden auch
nicht selten kurze Zeit anhaltende nordöstliche Winde beobachtet. Unter
mehreren nun zu überstehenden Stürmen war derjenige, welcher vom 16. bis
18. September auf der zwischen 41,4° S-Br in 14,6° O-Lg und 40° S-Br in
26° O-Lg liegenden Strecke herrschte, der heftigste. Derselbe wehte, während
der Luftdruck stetig und langsam .zunahm, aus hoch südlicher und westlicher
Richtung. Eine der durch ihn hervorgerufenen hohen Wellen überfluthete als
Sturzsee das Verdeck des ganzen Schiffes und brachte dasselbe, da das Grofs-
luk mit sammt den dazu gehörigen Scheerstöcken zertrümmert wurde, in die
gröfste Gefahr. Am 4. Mai, 22 Tage später als westliche Länge verlassen
worden war, überschritt „Antares“ den Meridian von 80° Ost in 41,5° S-Br.
Auf dem Wege zum Passat wurde „Antares“ zunächst noch von kräftigen
NW-Winden begünstigt. Nachdem man bei denselben aber 39° S-Br über-
schritten hatte, verloren sie ihre Stärke und in der Nähe von 38,2° S-Br in
93,3° O-Lg, wo ein höchster Luftdruck von 773,0 mm abgelesen wurde, endeten
sie in Stille. Auf diese folgte nach einem Tage ein langsam auffrischender NE-
Wind, der, indem er später für längere Zeit kräftig wehte, eine bedeutende
Verzögerung der Reise verursachte. Wenig günstiger zeigte sich auch der
später folgende schwache NW-Wind. Erst als dieser nach längerer Zeit
kräftiger geworden war und sich aus ihm, indem sich derselbe nach links ver-
änderte, der Passat entwickelt hatte, nahm die Reise wieder einen günstigeren
Verlauf. Man überschritt die in 28,7° S-Br und 103° O-Lg liegende polare
Passatgrenze am 19. Mai. Der Luftdruck hatte dort einen höchsten Stand von
764,0 mm erreicht. Der nur für etwa vier Tage kräftig wehende Passat
begleitete das Schiff nicht weiter als nach 14,8° S-Br in 104,8° O-Lg. In
geringer Entfernung von diesem Punkte stellte sich leichte östliche Mallung
ein, die zwar später noch für einen Tag durch frischeren SE-Wind unterbrochen
wurde, aber auch wieder herrschte, als „Antares“ am 28. Mai in Sicht von
Java Head gelangte. Um zu demselben von 50° N-Br zu gelangen, waren
gerade 100 Tage erforderlich gewesen. Auf dem letzten Reiseabschnitt hatte das
Schiff: 30° S-Br in 102,5° O-Lg am 18. Mai, 20° S-Br in 103,9° O-Lg am
22, Mai und 10° S-Br in 105,2° O-Lg am 26. Mai gekreuzt, Die Zurücklegung
des letzten Theils der Reise erforderte schliefslich noch eine verhältnifsmäfßig
lange Zeit. Obgleich die Richtung des meist aus dem südöstlichen Viertel
wchenden Windes eine günstige war, so war dessen Stärke doch eine derart
ungenügende, dafs „Antares“ erst am 8.Juni die Rhede von Singapore erreichen
konnte. Um zu derselben von Cardiff her zu gelangen, waren 126 Tage
erforderlich gewesen, Als „Antares“ sich am 28. April in 425° S-Br und
57° O-Lgy befand, fiel, wo die Wassertemperatur etwa 12° C. betrug, ein