Eingänge von meteorologischen Journalen ete., April 1885,
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20° S-Br in 98° W-Lg am 23. Oktober, 30° S-Br in 96,5° W-Lg am 28, Ok-
tober, 40° S-Br in 89,8° W-Lg am 5. November und 50° S-Br in 85,5° W-Lg
am 10. November geschnitten,
Der Westwind, bei dem das Schiff den Atlantischen Ocean betrat, hielt
in demselben zunächst auch noch einige Tage an. Am 19. November stellte
sich jedoch ein schwacher, mehrere Tage lang anhaltender Ostwind ein. Aus
Stille, in welche dieser Wind geendet hatte, entwickelte sich am 21. November
bei 50° S-Br wieder ein frischer Westwind, der später häufig aus hoch nörd-
licher Richtung wehend für längere Zeit anhielt. Man segelte bei demselben
bis zum 6. Dezember nach 28° S-Br in 24° W-Lg. Nördlich von diesem
Punkte verursachten schwache, unbeständige, meist aus N und NNE wehende
Winde eine bedeutende Verzögerung der Reise. Erst als „Hercules“ sich am
17. Dezember in der Nähe von 21,1° S-Br und 25,7° W-Lg befand, gelang es,
den später nur schwach und unbeständig wehenden SE-Passat anzutreffen, Bei
demselben legte die Bark bis zum 31. Dezember den Weg zu der in 28,5° W-Lg
überschrittenen Linie zurück, Um zu derselben vom Kap Horn her zu gelangen,
waren 45 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br
in 54,4° W-Lg am 21. November, 40° S-Br in 36,5° W-Lg am 28. November,
30° $-Br in 23,9° W-Lg am 4. Dezember, 20° S-Br in 26,1° W-Lg am 18. De-
zember und. 10° S-Br in 30° W-Lg am 26. Dezember geschnitten.
Um den Stillengürtel in nördlicher Breite zu überschreiten, war kaum
ein halber Tag erforderlich. Man verlor den SE-Passat in 2,1° N-Br und
27,9° W-Lg am 1. Januar 1885 und erreichte an demselben Tage auch noch
den NE-Passat wieder. Derselbe wurde ‚jedoch später unweit von 7° N-Br
noch wieder durch Stille und leichte Mallung unterbrochen. In gröfster Stärke
und Beständigkeit wehte derselbe auf der zwischen 10° und 20° N-Br liegenden
Strecke. Sein Gebiet dehnte sich bis nach 28° N-Br in 33° W-Lg aus. Unweit
von diesem Punkte endete der vor 36 Stunden schwach gewordene Wind am
15. Januar, bei einem Barometerstande von 768,0 mm in Stille. Auf diese
folgte nach einem Tage ein frischer, sich zunächst in hoch nördlicher, später
in raumer westlicher Richtung haltender Wind, bei dem der noch vorliegende
Reiseabschnitt in befriedigend rascher Fahrt vollendet werden konnte. Als die
Bark sich am 31. Januar in der Nähe von Scilly befand, mufste sie dort zur
Zeit des wehenden heftigen Weststurmes noch beidrehen. Am 1. Februar
erreichte „Hercules“ den Hafen von Falmouth. Um zu demselben von Corinto
aus zu gelangen, waren 140 Tage erforderlich gewesen. Im Nord-Atlantischen
Ocean hatte man 32 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 29,9° W-Lg am
7. Januar, 20° N-Br in 32,1° W-Lg am 11. Januar, 30° N-Br in 30,5° W-Lg
am 18. Januar und 40° N-Br in 21,5° W-Lgy am 25. Januar gekreuzt.
16. Reise des eisernen Bremer Vollschiffes „Antares“, Kapt. N. Nienburg,
Am 18. Februar 1884, 15 Tage später als Cardiff verlassen worden war,
befand sich das nach Singapore bestimmte Vollschiff „Antares“ in 49,7° N-Br
und 16° W-Lg. Es segelte bis zum Mittage des 2. März nach 24,8° N-Br in
21,4° W-Lg und begann dort mit der Führung des meteorologischen Journals.
Das auf der Reise von Hamburg nach Valparaiso begriffene eiserne Hamburger
Vollschiff „Argo“, welches den Kanal am 14, Februar verlassen hatte, befand
sich zu jener Zeit in 25,1° N-Br und 21,6° W-Lg, und verfolgten dann beide
Mitsegler bei dem gerade damals einsetzenden Passat ihren Weg zur Linie.
Am 10. März erreichten beide die äquatoriale Passatgrenze. „Argo“ überschritt
sie in 0,9° N-Br und 23,7° W-Lg um 4a. m, dieses Tages, während „Antares“
dasselbe zwei Wachen später in 0,4° N-Br und 26,4° W-Lg that. Noch an
demselben Tage und fast zur selben Stunde passirten die Mitsegler, der erstere
in 24,2° W-Lg und der letztere in 26,4° W-Lg, den Aecquator. Für „Antares“
waren, um denselben von 50° N-Br her zu erreichen, 21 Tage erforderlich
gewesen.
In südlicher Breite wurden beide Schiffe zwar für längere Zeit durch
Mallung und Stille aufgehalten, doch war dasselbe bei dem westlicher stehenden
„Antares“ für längere Zeit der Fall, als beim „Argo“. Bei diesem Schiff stellte
sich am 15. März der in 4,8° S-Br und 27,2° W-Lg einsetzende SE-Passat ein,
während der durch die ungünstigen Verhältnisse länger zurückgehaltene „Antares“
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