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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etec., April 1885. 
28. Fobruar gekreuzt. Am 9. März ging in 21,3° W-Lg auch die auf einer 
Reise von Java nach dem Kanal begriffene Bremer Bark „Felix Mendelssohn“ 
von südlicher in nördliche Breite über. Dieselbe hatte die Balı-Strafse am 
18. Dezember und 30° S-Br in 9,8° O-Lg am 10. Februar verlassen. Am 
Mittage des 6. März befand sich diese Bark in 0,4° S-Br und 20,8° W-Lg 
und „Johanna“ in 0,4° N-Br und 26,3° W-Lg. Vier Tage vorher war der 
Schiffsort vom „Felix Mendelssohn“ in 1,6° S-Br und 19,7° W-Lg und der von 
„Johanna“ in 6,6° S-Br und 19,9° W-Lgy gewesen. Die erstere Bark wurde von 
da an durch lang anhaltende Stille und leichte Mallung aufgehalten, während 
„Johanna“ davon keine Spur antraf. 
Als „Johanna“ sich am 7. März bei 1,2° N-Br in 26,8° W-Lg befand, 
gerieth die Bark in den Stillengürtel. Um denselben zu überschreiten, waren 
gahezu 31% Tage erforderlich. Nach dieser Zeit stellte sich der unweit 2° N-Br 
in 28,4° W-Lg einsetzende NE-Passat wieder ein, der sein Gebiet bis nach 
325° N-Br in 39° W-Lg ausdehnte. In geringer Entfernung von diesem 
Punkte veränderte sich am 21. März der wenige Wachen vorher schwach 
gewordene Wind bei einem Barometerstand von 775,3 mm nach SE, um sich 
für mehrere Tage in diesem Viertel zu halten. Als der mäfsige Wind am 
23. März in der Nähe von 36° N-Br und 37,5° W-Lg durch S drehte, geschah 
dasselbe bei einem höchsten Barometerstande von 778,2 mm. Der nun folgende 
Westwind war auch nicht von langem Bestande. Der Wind nahm vielmehr 
bald wieder östliche Richtung an, und mußte der gröfste Theil des noch vor- 
liegenden Reiseabschnitts dann bei Ostwind zurückgelegt werden. Nachdem 
der kräftig wehende Wind am 9. April von NE durch N nach NW gedreht 
hatte, gelangte „Johanna“ am 10. April in Sicht von Lizard. Es waren dann 
107 Tage seit der Abreise von Hongkong und 94 Tage nach dem Verlassen der 
Sunda-Strafse vergangen, Im Nord-Atlantischon Ocean hatte man 35 Tage zu- 
gebracht und dort: 10° N-Br in 34,8° W-Lg am 14. März, 20° N-Br in 38° W-Lg 
am 17, März, 30° N-Br in 38,8° W-Lg am 20. März und 40° N-Br in 32,5° W-Lg 
am 26. März gekreuzt. Der Mitsegler „Felix Mendelssohn“ ankerte im Hafen 
von Queenstown am 26. April. 
15. Reise der Elsflether Bark „Herecules‘“, Kapt. J. Bless. 
Am 14. Soptember 1884 trat die Bark „Hercules“ von Corinto aus die 
Heimreise nach Europa an. Dieselbe verfolgte bei den auf See zunächst an- 
getroffenen leichten östlichen Winden einen südlichen Kurs. Nachdem man auf 
demselben in langsamer Fahrt nach 9° N-Br in 91,8° W-Lg vorgerückt war, 
nahm der schwache unbeständige Wind südwestliche Richtung an. Da er die- 
selbe für verhältnifsmäfsig lange Zeit behielt und die Strömung auch eino öst- 
liche wurde, mufste die Absicht, westlich von der Galapagos-Gruppe zur Linie 
zu segeln, aufgegeben werden. Am 8. Oktober ging „Hercules“ bei mäfßsigem 
Südwinde in 84,8° W-Lg von nördlicher in südliche Breite über. Vorher hatte 
man: 10° N-Br in 90,6° W-Lg am 19. September und 5° N-Br in 91° W-Lg 
am 30. September überschritten. Als „Hercules“ sich am 18. Soptember unweit 
von 11° N-Br in 90° W-Lg befand, wurden dort sehr viele Schildkröten gc- 
schen und vier derselben gefangen. 
Nachdem die Bark in südlicher Breite bis zum 9. Oktober nach 0,6° S-Br 
in 83,8° W-Lg vorgerückt war, wurde dort bei schwachem SzW-Winde gewendet 
und westwärts gesegelt. Entsprechend der nach dieser Richtung hin gut 
gemachten Distanz raumte der Wind langsam auf, ohne jedoch an Stärke um 
Nennenswerthes zuzunehmen. Man fand vielmehr auch später überall im Passat- 
gebief nur schwachen Wind. Die in 24,8° S-Br und 97,2° W-Lg liegende 
polare Passatgrenze wurde von „Hercules“ am 26, Oktober erreicht. In ihrer 
Nähe beobachtete man einen höchsten Barometerstand von 769,8 mm. Der 
Passat endete, indem sich der mäfsige Wind nach NE veränderte, und als der 
Wind die Drehung fortsetzte, wurde seine Richtung nach einigen Tagen eine 
westliche. Die Reise nahm dann einen günstigeren Verlauf, und ohne dafs 
sich während derselben weiter irgend etwas besonders Hervorzuhebendes er- 
oignete, gelangte „Hercules“ am 16. November in Sicht des Kap Horn. Der 
16. November war der 63. seit der Abreise verflossene Tag. Im Südlichen 
Grofsen Ocean hatte das Schiff: 10° S-Br in 96° W-Ly am 18. Oktober,
	        
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