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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., April 1885. 477 
liefs für mehrere Wachen einen Südkurs steuern, Es fand dann auch bald ein 
Steigen des Barometers statt, und als sich .auch. der Sturm zu mäfsigen begann, 
lief der Wind langsam um nach W und SW. Bei dem später folgenden 
kräftigen und beständigen SW-Monsun legte „Johanna“ den letzten Theil der 
Reise in rascher Fahrt zurück. Am 13. September ankerte die Bark im Hafen 
von Hongkong. Es waren damals erst 102 Tage seit der Abreise vom Kanal 
vergangen. Während der Fahrt durch die China-See hatte man: 5° N-Br in 
107,5° O-Lg am 30, August, 10° N-Br in 112° O-Lg am 2. September, 15° N-Br 
in 114,5° O-Lg am 5, September und 20° N-Br in 115,5° 0-Lg am 11. September 
gokreuzt. Kapt. Bannau fügt dem Schlusse der Reise die Bemerkung hinzu, 
daß am 10. September auch in Hongkong ein Teifun von mäfsiger Stärke 
goherrscht habe. Die in ihm dort beobachtete Windstärke betrug etwa 10 und 
die Drehung des Windes erfolgte von N durch E nach 5. 
Nachdem „Johanna“ in Hongkong entlöscht und aufs Neue beladen worden 
war, trat sie am 24. Dezember die Rückreise nach Havre an. Der in der Nähe 
des Landes ganz schwache Ostwind nahm,. wie man weiter nach Süden vor- 
rückte, zum kräftigen NE-Monsune zu. Der Verlauf der Reise wurde damn ein 
günstiger. Die Bark kreuzte: 20° N-Br in 112,8° O-Lg am .25. Dezember, 
15° N-Br in 110,8° O-Lg am 27. Dezember, 10° N-Br in 109,8° O-Lg am 
29. Dezember und 5° N-Br in 107,5° O-Lg am 830. Dezember. Am 1, Januar 
1885 ging „Johanna“ in 105,4° O-Lg von nördlicher in südliche Breite über, 
Am 2. und 3. Januar durchsegelte die Bark bei leichten westlichen Winden 
die Banka- und am 5. Januar die Sunda-Strafse. Nachdem am 6. Januar der 
Indische Ocean erreicht worden war, erlitt die Reise infolge der.in demselben 
anfänglich angetroffenen, leichten, westlichen, oft von Stillen unterbrochenen 
Winde eine bedeutende Verzögerung. Erst nachdem „Johanna“ bis zum 
11. Januar nach 10,8° S-Br in 106,8° O-Lg vorgerückt war, nahm die Reise 
bei dem dort einsetzenden kräftigen Passat wieder einen rascheren Verlauf, 
Als man sich am 25, Januar in der Nähe von 22° S-Br in 66,8° W-Lg befand, 
veränderte sich der wieder kräftiger gewordene Wind, bei einem Barometer- 
stande von 763,1 m, nach NE und nahm dann bald bis zum ganz leisen Zuge 
ab. Auf diesen folgte nach einigen Tagen wieder ein frischer SE-Wind, der, 
nachdem derselbe 4 Tage geweht hatte, sich ebenfalls wieder nach NE ver- 
änderte. In diesem Falle führte der Wind dann eine volle Drehung nach links 
aus, auf die wieder ein frischer SE-Wind von mehreren Tagen Dauer folgte, 
Auch später bewegte sich der Wind noch in Rundläufen nach links, doch waren 
dieselben nicht regelmäfsig und in ihnen. die westlichen Winde von verhältnifs- 
mäfsig langer Dauer, Am 13. Februar führte ein kräftiger SE-Wind die Bark 
in Sicht des Feuers vom Kap der guten Hoffnung. Bei dem im Atlantischen 
Ocean wieder nach SE zurück krimpenden, heftigen SW-Winde erreichte „Johanna“ 
am 15. Februar den in 11,6° O-Lg überschrittenen Parallel von 30° S. Um 
zu demselben von der Sunda-Strafse her zu gelangen, waren 30 Tage erforderlich 
gewesen, . Während der Fahrt über dieses Meer hatte man: 10° S-Br in 
106,7° O-Lg am 10. Januar, 20° S-Br. in 73° O-Lg am 23. Januar, 30° S-Br 
in 39,5° O-Lg am 5. Februar, 90° O-Lg in 15,5° S-Br am 17, Januar, 60° O-Lg 
in 23,8° S-Br am 30. Januar und 30° O-Lg in 32,8° S-Br am 9. Februar 
yokreuzt. Südlich von 30° S-Br hatte die Bark nur 10 Tage zugebracht. Im 
Indischen Ocean hatte „Johanna“ fast an jedem Tage an der Meeresoberfläche 
treibende Bimsteinmassen gesehen, Zum letzten Male war dieses der Fall 
gewesen, als man sich am 7. Februar in 31,5° S-Br und 34,8° O-Lg befand. 
Nördlich von 30° S-Br im Atlantischen Ocean wurde „Johanna“ zunächst 
auch noch von SW-Wind begünstigt... Nach zwei Tagen nahm derselbe aber 
bis zum ganz leisen, von Stille unterbrochenen Zuge ab. Als der Wind aus 
südwestlicher Richtung wieder gröfsere .Stärke gewonnen hatte, veränderte sich 
derselbe nach links, und es entstand aus ihm der SE-Passat, Die polare 
Grenze desselben schien am 20. Februar in der Nähe von 23° S-Br und 
3,5° O-Lg zu liegen. Der Luftdruck erreichte dort einen höchsten Stand von 
765,1mm. Der SE-Passat führte die Bark bis zum 6. März zu dem in 262° 
W-Lg überschrittenen Aequator. Um zu demselben von 30° S-Br her zu 
gelangen, waren 19 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte 
man:. 20° S-Br in 1,8° W-Lg am 22. Febrvar und 10° S-Br in 16.2° W-Lg am 
Ann. dA. Hryäar. ete.. 1885. Heft VIIL
	        
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