474 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., April 1885,
30,2° S-Br in 97,5° O-Lg vorgerückt war, veränderte sich dort der mäfsige
Wind in rascher Drehung ‘von NW durch W und S nach SE und wurde Passat,
Dieser kräftige und beständige Wind begleitete das Schiff ganz bis zum HEin-
gange der Sunda-Stralse. Am 23. September, 111 Tage später als 50° N-Br
verlassen worden war, gelangte „Felix Mendelssohn“ in Sicht von Java Head,
Auf dem Wege zu demselben war: 30° S-Br in 97,6° O-Lg am 14. September,
20° S-Br in 101,6° O-Lg am 18. September und 10° S-Br in 104,9° O-Lg am
22. September gekreuzt worden. Als die Bark beim Durchsegeln der Sunda-
Straße Nachts das Feuer der vierten Spitze nicht fand, ankerte dieselbe, und
sah man dann am nächsten Morgen die durch den Ausbruch des Krakatoa-
Kraters am Lande verursachten Zerstörungen, Anjer und der Leuchtthurm von
jener Spitze waren verschwunden. Am 27. September befand sich „Felix
Mendelssohn“ in der Nähe von der Gaspar-Insel, und am 1. Oktober ankerte
derselbe auf der Rhede von Singapore,
Nachdem das Schiff in Singapore entlöscht worden war, versegelte das-
selbe nach dem auf Java gelegenen Hafen Panaroekan. Hier erhielt das Schiff
eine für Europa bestimmte Ladung. Am 13. Dezember wurde die Rückreise
angetreten und am 18. Dezember die Balı-Strafse durchsegelt. Südlich von
derselben wehte damals im Indischen Ocean ein leichter Westwind, bei dem
die Bark bis zum 22. Dezember nach 14,2° S-Br in 114,8° O-Lg vorrückto. In
der Nähe dieses Punktes wurde die Bark durch leichte südwestliche, von
häufigen und langen Stillen unterbrochene Briese aufgehalten. Man mufste bis
nach 14,7° S-Br in 114° O.Lg vorrücken, bevor es gelang, das Gebiet des
SE-Passats zu erreichen. Dieser zunächst auch nur noch sehr schwache Wind,
wehte südlich von 15,5° S-Br mit gröfserer Stärke und begleitete die Bark für
verhältnifsmäfsig recht lange Zeit. Als „Felix Mendelssohn“ sich am 27. Januar
unweit von 30° S-Br in 37,1° O-Lg befand, nahm dort der seit einem halben
Tage schwach gewordene Wind bis zum ganz leisen Zuge ab und bezeichnete
Jadurch die polare Passatgrenze. Das in ihrer Nähe auf 758,5mm zeigende
Barometer hatte unweit von 21° S-Br in 72° W-Lg einen höchsten Stand von
762,3 gehabt. Der Passat endete nicht, indem sich der Wind in gewöhnlicher
Weise nach NE veränderte, sondern derselbe drehte, nachdem er vorher schwach
geworden war, durch S nach SW. In letzterer Richtung hielt sich der Wind
nur für kurze Zeit. Als er wieder kräftig geworden war, kehrte derselbe durch
S nach SE zurück, um wenn auch nur in unbeständiger Weise für längere Zeit
aus dem östlichen Halbkreise zu wehen. Nachdem am 4. Februar in etwa
22° O-Lg die Küste des Festlandes von Afrika gesehen worden war, wurde
Westwind, der für einen Tag stürmisch wehte, angetroffen. Am 7, Februar
veränderte sich der Wind in der Nähe von 35,5° S-Br und 21° O-Lg und bei
einem Barometerstande von 764,0mm durch S nach SE und es entstand aus ihm
dann später der Passat, ohne dafs irgend eine Störung weiter beobachtet wurde.
Am 8. Februar überschritt der von frischem SE-Winde begünstigte „Felix
Mendelssohn“ die Länge der Kapstadt und am 10. Februar kehrte die Bark
zurück zu dem in 9,8° O-Lg berührten Parallel von 30° Süd. Es waren dann
14 Tage vergangen, seit dieselbe Breite im Indischen Ocean verlassen worden
war. Während der Fahrt über dieses Meer hatte man: 10° S-Br in 115,2° O-Lg
am 19. Dezember, 20° S-Br in 74° O-Lg am 13. Januar, 30° S-Br in 37° O-Lg
am 27. Januar, 90° O-Lg in 17° S-Br am 8. Januar, 60° O-Lg in 23,5° S-Br
am 19. ‚Januar und 30° O-Lgy in 325° S-Br am 31. Januar gekreuzt. Am
5. Februar überschritt in 15,4° O-Lg auch die Hamburger, auf einer Reise von
Singapore nach Boston begriffene Bark „Patagonia“ den Parallel von 30° Süd.
Dieselbe hatte die Sunda-Strafse am 4, Januar verlassen und sich am Mittag
des 27. Januar in 29,9° S-Br und 37,5° O-Lg befunden. Um diese Zeit war
der Schiffsort des „Felix Mendelssohn“ 30° S-Br in 37,1° O-Lg gewesen. Diese
Bark bosals offenbar eine weit geringere Schnelligkeit, als der Mitsegler. Denn
während „Felix Mendelssohn“ bei dem am 28. Januar herrschenden kräftigen
SSE-Winde nur 104 Sm zurücklegen konnte, machte „Patagonia“ deren gleich-
zeitig 184 Sm gut.
Im Süd-Atlantischen Ocean wurde „Felix Mendelssohn“ bis nach 16° S-Br
hin von befriedigend frischem und beständigem Passate begleitet. Nördlich
von diesem Parallel trat derselbe schwächer und unbeständiger auf, und als die